Abenteuer eBay

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Die Kunst, einen Rechner mit minimalem Aufwand in einer möglichst kleinen oder auch möglichst großen Schachtel von möglichst geringer Festigkeit so zu verpacken, dass er trotzdem in möglichst wenigen Einzelteilen ankommt...

Die meisten Exemplare in meiner Sammlung habe ich über Internet-Auktionshäuser erstanden, weit überwiegend bei eBay. Auch wenn ich im großen und ganzen gute Erfahrungen gemacht habe, gibt es doch immer wieder Fälle, die Ärger oder zumindest ein Kopfschütteln auslösen. Da im Bereich "alte Rechner" wenig Betrüger unterwegs sind, weil damit nicht viel Geld verdient werden kann, ist der Auslöser des Ärgers meistens eine schlechte Verpackung. Aber manchmal schüttle ich den Kopf auch aus anderen Gründen.

Inhaltsverzeichnis

Zwei Laptops

2 Laptops, professionell verpackt

Dass diese beiden Laptops (welche es sind, muss ich noch heraussuchen) den Versand unbeschädigt überstanden haben, ist fast ein Wunder. Die Verpackung war noch nicht einmal eine Schachtel, es war nur ein irgendwie mit Klebeband zusammmengehaltenes Stück Karton. Und die Polsterung war durch die Lage der Geräte an einigen Stellen so gut wie nicht vorhanden.

Amiga 500

Amiga 500 mit Netzteil

Apropos Polsterung: Es geht auch ganz ohne! Dass dieser Commodore Amiga 500 einschließlich seiner Sonderlackierung den Versand überlebt hat, ist wohl nur auf einen glücklichen Zufall zurückzuführen, denn offensichtlich wurde die Schachtel auf dem Postweg kein einziges Mal gekippt oder umgedreht. Auch wenn das Netzteil nicht so schwer ist wie es aussieht, hätte es doch einigen Schaden anrichten können.

Amiga 600

Amiga 600 mit Disketten...
... und Netzteil

Noch ein Amiga, diesmal ein Amiga 600. In diesem Fall bestand die "Polsterung" aus zahlreichen Disketten! Das ist zwar immerhin besser als gar nichts, allerdings lag auch hier das Netzteil praktisch direkt auf der Tastatur, denn die Folie dazwischen war kaum dicker als eine Küchen-Frischhaltefolie, und die erkennbaren Styroporschnipsel waren tatsächlich alle, die in der Schachtel enthalten waren. Das auf dem rechten Bild zu sehende weiße Kartonstück hat übrigens nur die Disketten vom Netzteil getrennt.

Monitor

Amiga-Monitor mit leichten Blessuren

Zu einem Amiga gehört auch ein passender Monitor. So sieht so ein Gerät aus, wenn es in einer Schachtel verschickt wird, in die es gerade noch und unter Verzicht auf jegliche Polsterung hineinpasst. Zum Glück habe ich für den Bildschirm, einen Commodore 1084ST, nur 1,99 € + Versandkosten bezahlt, und wirklich schön war er wegen der Vergilbung ohnehin nicht mehr.

Nachtrag Oktober 2008: Inzwischen hat er auch technisch den Geist aufgegeben. Wenn es mehr als eine durchgebrannte Sicherung ist, wird der Monitor wohl ein Fall für die Deponie.

Dass zwei Amigas und ein Amiga-Monitor unter den hier aufgeführten Fällen sind, spricht rein statistisch gesehen nicht gerade für das Verpackungstalent der Amiga-(Ex)-Anwender, zumal sich in meiner Sammlung unter mehr als 1000 Geräten gerade mal sieben Amigas befinden, von denen ich drei auch noch persönlich abgeholt habe...

Commodore-Freuden

Diverse Commodore-Artikel

In dieser Schachtel befinden sich unter anderem zwei je ca. 4,5 kg schwere Diskettenlaufwerke vom Typ Commodore 1541, ein Commodore C16 und ein Commodore Plus/4. Als "Polsterung" dienten diesmal etliche Joysticks, Kabel und anderes für diesen Zweck eher ungeeignetes Zubehör. Über dem Ganzen befand sich noch eine lockere Lage aus zusammengeknülltem Zeitungspapier. Wie im Fall des Amiga 500 ist die Schachtel auf ihrem Weg offensichtlich immer in ihrer richtigen Lage geblieben, andernfalls hätten die beiden schweren Floppylaufwerke zusammen mit den ebenfalls nicht gerade leichten Netzteilen die Rechner gnadenlos zertrümmert.

Originalverpackung 1

Schachtel mit Einschlagkrater

Ein neuwertiges Gerät in Originalverpackung lässt das Herz eines jeden Sammlers höher schlagen! Und auch über die Risiken eines Paketversands muss man sich in einem solchen Fall weniger Sorgen machen – dachte ich, bis zu diesem Fall: Diesmal trifft die Schuld den Paketdienst und nicht den Verkäufer, denn die Schachtel wurde offensichtlich auf die Ecke einer anderen Schachtel fallengelassen. Da das Gerät (ein Sharp MZ-821) durch Styroporteile einen gewissen Abstand vom Karton hat, war dieser an dieser Stelle von innen nicht unterstützt. Zum Glück hat wenigstens der Rechner nichts abbekommen!

Was nicht passt, wird passend gemacht

Mechanische Rechenmaschine mit Platzproblemen...
... und ein elektronischer Leidensgenosse

Diese Rechenmaschine, eine Facit CM2-16, wurde in einen viel zu kleinen Karton gezwängt. Spätestens während des Versands ist das Schächtelchen dann auch aufgerissen, aber das stabile Metallgehäuse der aus den 1960er Jahren stammenden Maschine hat die Sorglosigkeit unserer modernen Wegwerfgesellschaft anstandslos ertragen.

Der Rechner daneben, ein Triumph-Adler 1217-II, passte (natürlich ohne jede Polsterung) an sich ganz gut in die Pralinenschachtel. Nur das verdammte Kabel wollte nicht so recht! Aber irgendwie haben Kabelführung und Schachtel die Stauchungs- und Dehnungskräfte so untereinander aufgeteilt, dass keine bleibenden Schäden entstanden sind.


Papierrollenhalter

Wenn man Tischrechner sammelt, sind darunter zwangsläufig nicht wenige Exemplare, die eine Papierrolle bedrucken können. Diese befindet sich, besonders bei neueren Geräten, an einem mehr oder weniger zerbrechlichen Plastikhalter, der das Gerät nach hinten überragt. Die Konstruktion dieser Halter erlaubt fast immer ein einfaches Abnehmen. Eine Zeitlang habe ich – aus Erfahrung klug – die Verkäufer explizit darum gebeten, aber ich habe es aufgegeben, denn der Anteil der trotzdem mit angebauten Rollenhalterungen versandten Rechner hat sich dadurch nicht verringert. Und wenn dann die Schachtel nicht gut gepolstert wurde, überleben die Halter nur mit Glück.

Allerdings sind die Rollenhalter einiger Hersteller erstaunlich robust, wobei mir besonders Geräte von Olympia und MBO aufgefallen sind. Die für Sharp typischen Rollenhalter sind wegen ihrer filigranen Konstruktion weniger stabil, aber auch sie stecken einiges weg: Auf Bild 1 ist zu erkennen, dass zumindest eine der beiden Halterungen überlebt hat, obwohl die Schachtel an der Kontaktstelle deutliche Leidensspuren aufweist. Die andere schied dagegen aus dem Leben, ohne die Schachtel auch nur anzukratzen – ich will deshalb nicht ausschließen, dass der Schaden schon beim Einpacken entstanden ist.

Und manchmal sind die Rollenhalter auch stabiler als die Rechnergehäuse, was zu erheblichen Schäden führen kann (siehe Bilder 4 und 5 sowie Zertrümmerung).


Autsch!

Folgen mangelnder Polsterung

Dieser Sharp CS-2116 befand nicht nur in einer ungepolsterten Schachtel, er muss während des Versands auch einen kräftigen Schlag abbekommen haben, denn diese Ecke ist an sich relativ stabil. Aber eBayer bekommen mit Hilfe der Paketdienste alles kaputt, sogar Rechner ohne Papierrollenhalter!

Da ich einen zweiten CS-2116 habe, stand das inzwischen geklebte Exemplar jahrelang als Gebrauchsrechner (mit Uhr!) auf meinem Schreibtisch.

Zertrümmerung

Totalschaden
Ohne Worte...

Trotz der auf dieser Seite aufgeführten Verpackungsverbrechen ist es - abgesehen von den leidigen Papierrollenhalten - selten vorgekommen, dass wirklich etwas kaputtgegangen ist. Zu den Ausnahmen gehören mein Sharp CS-1164B (damals hatte ich leider noch keine Kamera, um das Trümmerfeld zu dokumentieren) und dieser Olympia CP 1420.

Dieser Fall im ereignete sich im Zusammenhang mit der Gemeinschaftsaktion "Wir wollen helfen" der Deutschen Post und eBay anlässlich der Tsunamikatastrophe Ende 2004. Sind normale eBay-Verkäufer schon oft sehr sorglos mit der Verpackung, war es während dieser Aktion, bei der die Pakete von hirnamputierten Idioten kurzfristig angestellten Hilfskräften gepackt wurden, noch schlimmer. Mit einer bemerkens- und lobenswerten Ausnahme hat jedes der Pakete, die ich im Rahmen dieser Aktion erstanden habe (es waren insgesamt neun) Kopfschütteln ausgelöst, meistens wegen der Verpackung, manchmal aber auch wegen des den Rechenmaschinen beiliegenden Mülls (der aber zumindest in einigen Fällen das Fehlen der Polsterung abgemildert hat).

Der CP 1420 war der mit Abstand krasseste Fall von allen, nicht nur während dieser Zeit, sondern überhaupt. In der Schachtel befanden sich nämlich zwei Rechner übereinander, und das ohne jede Polsterung! Von dem zweiten Rechner, einem Olympia CPD 5212 A, der bereits herausgenommen ist, sieht man auf dem Bild nur noch die beiden weißen Papierrollenhalter, die wunderbarerweise wie der Rechner selbst das Martyrium überstanden haben.

Nicht so der arme CP 1420. Da die Schachtel zu eng war, hat es möglicherweise schon beim Einpacken den (sehr soliden) Papierrollenhalter von hinten in das Gerät hineingedrückt, so dass es zu inneren Verletzungen gekommen ist, die sogar die Papierführung des Druckwerks betreffen. Die Beschädigungen der dunklen Druckerabdeckung und des Gehäuses oberhalb der Tastatur sind dagegen auf den zweiten Rechner zurückzuführen, der mit seinem Gewicht ganze Arbeit geleistet hat.

Wenigstens war es für einen guten Zweck...

Im Juli 2009 habe ich den Rechner soweit wie möglich repariert (siehe Olympia CP 1420/Transportschaden).

Polsterung? Wozu?

Mein Facit 2251 hatte Glück: Sein Verkäufer hat nicht nur vollständig auf eine Polsterung verzichtet, sondern mit einer mehr als ausreichend dimensionierten Schachtel auch dafür gesorgt, dass sich das Gerät auf dem langen Versandweg nicht eingeengt fühlt und genügend Bewegung hat (ganz im Gegensatz zu seinem mechanischen Kollegen weiter oben!). Rollenhalter waren keine dabei; sie hätten das wohl kaum überlebt!

Der Rollenhalter der ebenso luftig verpackten Olympia AM 209 in Bild 2) ist erstaunlich solide. Immerhin wiegt so eine mechanische Rechenmaschine um die 7 kg! Die Maschine war allerdings Schrott, wobei der Versender dafür ausnahmsweise nichts konnte.

Wenn zwei Rechner gemeinsam verschickt werden, ist eine Polsterung besonders wichtig, wie wir im vorangehenden Abschnitt gesehen haben. Wer immer den Feiler 140 und den MBO TRS 1280 PD verpackt hat, hat diesen Abschnitt nicht gelesen. Er hat zwar irgendwo mal gehört oder gesehen, dass man zusätzlich zur Ware irgendwas ins Paket stopfen muss (in diesem Fall eine Plastiktüte), aber warum man das machen muss, scheint er nicht gewusst zu haben. Vielleicht war es aber auch nur ein Statement anlässlich der Fußball-WM. Wie auch immer – auch diese beiden Rechner haben es überlebt, auch weil der Feiler ausgesprochen solide ist.

Solide Kartons aus Wellpappe bieten von sich aus eine gewissen Schutz. Doch die Bilder 1) und 5) zeigen – wie schon die Bilder 6) und 7) im Abschnitt Papierrollenhalter – dass auch bei wesentlich einfacheren Schachteln völlig auf Polsterung verzichtet wird! Das Darüberlegen eines mehrfach gefalteten Stück Papiers wie bei der Canola L1218 in Bild 5) könnte ein Schutzzauber einer mir unbekannten Religion sein, aber ich bin mir nicht sicher. Überlebt hat es der Rechner jedoch.

Holzkoffer

So weit, so gut...
... doch dann kam das zum Vorschein!

Mein Sharp CS-641A wurde in einem passenden Holzkoffer geliefert – an sich eine gute Sache. Leider war der Koffer sehr eng, so dass nur wenig Zeitungspapier zur Polsterung Platz hatte, und das Ergebnis kann man auf dem zweiten Bild sehen.

Man muss dazu sagen, dass eine solche Gehäuseverschraubung um Gegensatz zu den heute üblichen direkt ins Plastik gedrehten Schrauben sehr stabil ist!

Bauschutt und anderer Müll

Dass Zeitungen und anderes Altpapier gerne als Polsterung verwendet werden, ist nicht ungewöhnlich und auch nicht zu beanstanden, wenn man es richtig macht. Wenn das Papier allerdings schon in einem Müllcontainer lag, sollte man es wenigstens genauer anschauen, bevor man es ins Paket stopft...

Originalverpackung 2

Originalverpackung vor...
... und nach der Befreiung

Commodore-Datasetten in Originalverpackung findet man nicht jeden Tag. Aber dem Verkäufer dieses Exemplars war der (ideelle) Wert seiner Ware nicht bewusst, sonst hätte er die Schachtel zumindest in Packpapier eingewickelt! GLS hat dann noch einen draufgesetzt und demonstriert, dass die Schachtel für die vielen Aufkleber, die heutzutage notwendig sind, um ein harmloses Päckchen von A nach B zu bringen, eigentlich zu klein ist.

Erstaunlicherweise lies sich der größte Teil des Paketbands und der Aufkleber entfernen, ohne die Oberfläche der Schachtel zu beschädigen. Wie die Schachtel vorher ausgesehen hat, weiß ich nicht.

Rohe Gewalt

Das Gehäuse des TA 1428 PD ist erstaunlich leidensfähig.
Die Displayscheibe leider weniger.

Was dieser Triumph-Adler 1428 PD (CP42(11)) mitgemacht hat, der für sein Alter eigentlich sehr schön ist, wird für immer ein Geheimnis bleiben. Es bleiben zwei Möglichkeiten:

  1. Jemand hat den Rechner so zusammengebaut, dass die Oberschale auf die falsche Seite der an der Unterschale befestigten Halterung gezwängt wurde. Dann müssen es aber mindestens zwei Personen gewesen sein, denn einer alleine kann gar nicht so blöd sein und könnte auch die notwendigen Kräfte nicht aufbringen.
  2. Das wie üblich schlecht gepolsterte Paket hat unterwegs einen schweren Schlag abbekommen, so dass der Rechner zusammengestaucht wurde. Einfaches Fallenlassen reicht hierfür nicht aus, aber vielleicht hat ja jemand mit einem Gabelstapler eine 500 kg schwere Europalette dagegengeschoben...

Wie auch immer, der Rechner hat es besser überstanden als man denken könnte. Das Gehäuse selbst ist fast unbeschädigt geblieben, nur ein oder zwei Befestigungen der braunen Tastaturblende sind abgebrochen. Die Displayscheibe dagegen war weniger flexibel und hat sich in zwei Teile zerlegt. Nur zwei, muss man dankbar sagen! Die übrigen auf den Bildern erkennbaren Unstimmigkeiten, eine aus ihrer Halterung gerissene Farbbandrolle und die drei weggesprengten Schiebeschalterkappen, waren dagegen nicht der Rede wert. Beides spricht übrigens für den zweiten der obigen Erklärungsversuche.

Originalverpackung 3

Danke für die Beachtung...
... der Sicherheitshinweise!

Einer meiner MBO TRS 3000 PD kam in der originalen Spezialverpackung Schachtel, im Gegensatz zu der weiter oben besprochenen Datasette sogar vorbildlich in Packpapier eingewickelt. Beim Bewegen des Pakets hatte ich aber gleich ein ungutes Gefühl, das auch durch den unübersehbaren Hinweis im Deckel der Schachtel nicht besser wurde.

Auch eine „Spezialverpackung“ nützt leider nichts, wenn die zugehörigen Styroporteile nicht mehr vorhanden sind und dieser Mangel nicht durch eine andere Polsterung ausgeglichen wird. Die natürlich nicht abgebauten Rollenhalter haben es erstaunlicherweise überlebt, aber eine Ecke der Displayblende hat sich dafür geopfert.

Mein Twen € 1218 PD ist übrigens auf die gleiche Art und Weise verschickt worden, d.h. im Originalkarton, aber ohne Styroporteile und Ersatzpolsterung. Er hat es allerdings ohne Schaden überstanden.

Tastaturausfall

Mein Sharp EL-2901P III kam in einer an sich nicht zu beanstandenden, gut gepolsterten Verpackung und in äußerlich gut erhaltenem Zustand an. Beim Testen hat sich jedoch gezeigt, dass nur wenige der Tasten funktionieren, darunter nur etwa die Hälfte der Zifferntasten und keine einzige der Rechentasten.

Hat mir also der Verkäufer einen defekten, völlig unbrauchbaren Rechner als "voll funktionsfähig" angedreht? Der noch vorhandene Testausdruck des Verkäufers und das Bild bei Ebay haben jedoch gezeigt, dass zumindest einige der ausgefallenen Tasten vor dem Versand noch funktioniert haben müssen.

Nach dem Aufschrauben des Rechners war die Ursache sehr schnell gefunden: ein verzweigter Riss in der Tastaturplatine, der mindestens fünf Leiterbahnen durchtrennt hat! Aber wie kann ein solcher Schaden entstehen, obwohl sowohl die Verpackung als auch das Gehäuse intakt waren? Ein genauerer Blick auf die Schachtelunterseite hat dann doch zwei kleine Krater erkennen lassen.

Wie sich der Schlag auf die Platine übertragen hat, ohne das Gehäuse zu beschädigen, wurde auch schnell deutlich: Bei diesem Rechnermodell stützt sich die Tastatur auf mehreren Rippen am Gehäuseboden ab. Das Zentrum des Bruchs befindet sich ziemlich genau am Ende einer dieser Rippen, wo bei sehr genauem Hinsehen auch eine leichte Beschädigung erkennbar ist. Weil weiter hinten die Hauptplatine sitzt, gehen die Rippen nicht über die gesamte Tiefe der Tastatur, so dass das spitze Ende der Rippe mitten in die Tastaturplatine einstechen konnte. Hier war also nicht nur der gewalttätige Paketdienst schuld, sondern auch die in diesem Detail relativ ungünstige Konstruktion des Rechners.

Ich habe den Schaden inzwischen mit Leitlack behoben. Dauerhaftes Arbeiten würde der Rechner aber wahrscheinlich nicht mehr aushalten, weil die Tastaturplatine direkt der Gewalt der Tastendrücke ausgesetzt ist.

Mal was Anderes

So weit...
... so gut.

Zwei Olympia-Rechner in einem Paket – ein CPD 5210, ein enger Verwandter des CP 1420, und dazu ausgerechnet ein weiterer CPD 5212 A – da werden Erinnerungen an die Tsunamikatastrophe von 2004 wach (siehe Zertrümmerung)! Doch diesmal, soviel sei jetzt schon verraten, geht es ausnahmsweise nicht um einen Transportschaden, sondern nur um eine bemerkenswerte Verpackung.

Die Schachtel hat zwar von außen nicht besonders gut ausgesehen, aber wenigstens hat sich im Inneren nichts bewegt. Nach dem Öffnen bin ich erst einmal etwas erschrocken, als ich die schwarze Tasche gesehen habe. Hat mir jemand etwa aus Versehen einen alten Laptop geschickt? Oder gar nur die Tasche mit irgendwelchem Krempel darin? Doch im Inneren fanden sich, zusätzlich mit Zeitungspapier gepolstert, die beiden erwarteten Rechenmaschinen, jede in ihrem Fach, und im Fach dazwischen die Stromkabel. Perfekt! Unter diesen Bedingungen konnte auch den wie so oft nicht abgenommenen Rollenhaltern nicht viel passieren.

Was ich mit der Tasche anfangen werde, weiß ich noch nicht. Vielleicht kann sie als Lagerort für zwei oder drei Laptops dienen.

Déjà-vu

Wie etwas weiter oben schon erwähnt, ist mein erster Sharp CS-1164B (übrigens mein erster Tischrechner überhaupt!) neben dem Olympia CP 1420 einer der Rechner, die es beim Versand besonders schlimm erwischt hat. Leider hatte ich damals noch keine Kamera, und deswegen hat der Fall keinen eigenen Abschnitt auf dieser Seite.

Mein zweiter CS-1164B ist unbeschädigt angekommen, aber meinen dritten (ein 1-Euro-Mitleidskauf) hat es wieder erwischt, wenn auch nicht so schlimm wie den ersten. In die Top 10 der Beschädigungen schafft er es leider trotzdem.

Man sieht auf den Bildern, dass mit einer Zeitung so etwas wie eine Polsterung zumindest angedacht war, und über dem Rechner hat sich auch noch ein Stück zusammengeknülltes Packpapier befunden. Falls ein eBayer diese Zeilen lesen sollte: Das Polstern der Unterseite der Schachtel ist wichtiger als das Polstern der Oberseite, weil der Inhalt sonst beim Abstellen der Schachtel einen direkten Schlag abbekommt! Der längste Riss befand sich dann auch auf der Unterseite, ausgehend von dem in den Bildern gezeigten "Heckschaden".

Zur Verteidigung des Verpackungskünstlers könnte man anführen, dass in der Schachtel einfach kein Platz für eine Polsterung war... der Arme war sogar gezwungen, die Rollenhalter abzunehmen!

Plastiktüte

Kann eine mit etwas Paketband stabilisierte Plastiktüte eigentlich eine Schachtel ersetzen? Um die Antwort auf diese für viele eBayer sicher ziemlich interessante Frage vorwegzunehmen: Nein, kann sie nicht. Auf gar keinen Fall! Trotzdem musste der Versuch natürlich gemacht werden. Der Versuchskandidat: ein Elka 55, ein in Bulgarien gebauter druckender Tischrechner. Er hat den real existierenden Sozialismus überlebt, also müsste er doch einiges wegstecken können, oder?

Es war eines dieser Pakete, bei denen man schon beim ersten Anblick ein ungutes Gefühl bekommt, und auch der Paketbote hat mich ganz mitleidig angeschaut. Aber zumindest waren von außen keine Bruchstellen erfühlbar. Und nach dem vorsichtigen Durchtrennen der Plastiktüte ein Hauch von Optimismus: Unter der Tüte befand sich doch tatsächlich etwas Luftpolsterfolie. Exakt eine Lage, um präzise zu sein... und auch keine wirklich gute Folie... und warum dieses unangenehme Geräusch vieler loser Kleinteile beim Drehen des Pakets?

Ich dachte, der Tsunami-Fall wäre nicht mehr zu toppen, aber dieser hier kommt zumindest in die Nähe. Der Clou war das im 4. und 5. Bild neben dem Netzstecker sichtbare Feuerzeug als nett gemeinte Zugabe. Wäre es zerbrochen, hätte sich das ganze Paket mit Gas gefüllt, und der Rechner wäre mir im schlimmsten Fall beim Einschalten um die Ohren geflogen! Ok, jetzt übertreibe ich ein wenig, denn einen Rechner in diesem Zustand schaltet man natürlich nicht einfach ein. Und außerdem waren zum Durchlüften ja genug (neue) Öffnungen im Gehäuse!

Es ist schon bemerkenswert, dass Hermes dieses Paket Machwerk überhaupt angenommen hat. Es gibt jetzt nur noch einen Versuch, der gemacht werden muss: Plastiktüte ohne Luftpolsterfolie. Wer traut sich?

Die Technik des Elka 55 scheint das Martyrium übrigens überlebt zu haben, aber ausprobiert habe ich den momentan total zerlegten Rechner noch nicht.

Originalverpackung 4

Schon der Verkäufer der weiter oben besprochenen Datasette hatte kein Gespür für den ideellen Wert einer Originalverpackung, aber die Schachtel meines Royal RCP 1208 hat es noch deutlich schlimmer erwischt. Auf dem Bild der ebay-Auktion sah der immerhin ca. 41 Jahre alte Karton noch richtig gut aus, aber dann ist er einem Verpackungsspezialisten zum Opfer gefallen.

Wie so oft war der Styropor-Innenteil (oder was immer den Rechner ursprünglich fixiert hat) nicht mehr vorhanden. Das an sich ist schon seltsam, denn warum wurden diese Teile entsorgt, die Schachtel aber trotzdem aufgehoben? Doch dafür kann der Verkäufer vermutlich nichts, und er hat auch erkannt, dass das Fehlen der Fixierung vor dem Versand irgendwie kompensiert werden muss. Das Netzkabel, die Druckerabdeckung, der Rollenhalter inklusive Papierrolle, die zusammengestauchte Anleitung, die Abdeckhaube und zwei oder drei kleine Plastiktütchen konnten den Rechner jedoch nicht ausreichend stabilisieren, und so wurde seitlich noch eine rot-weiße Plastiktüte ergänzt. Doch auch das war noch nicht genug.

Wenn man überhaupt an so etwas wie eine Polsterung denkt (was, wie wir gesehen haben, nicht selbstverständlich ist), wäre es jetzt nahe liegend, noch mehr Plastiktüten, Zeitungspapier oder Ähnliches zu ergänzen. Aber nein, der Verkäufer hatte eine bessere Idee: Man könnte doch die Schachtel verkleinern, damit der Rechner nicht mehr wackelt, und die abgeschnittenen Teile der Schachtel als zusätzliche Polsterung verwenden. Genial!

Wie auch immer, der Rechner hat den Versand überlebt. Er war praktisch unbenutzt, aber eine leichte Schramme könnte von der Druckerabdeckung stammen, die aufgrund ihrer Konsistenz kein ideales Polsterungsmaterial darstellt. Die Schachtel dagegen wird nie wieder so wie sie war. Sie ist zwar nicht – wie die Datasetten-Schachtel – komplett mit Paketband umwickelt worden, dafür hat sie aber beim Transport zusätzlichen Schaden genommen, und es hat nicht viel gefehlt, und der nicht mit Paketband stabilisierte Boden wäre aufgeplatzt und der gesamte Inhalt herausgefallen.

Mehr Luft als Polster

Drucker, insbesondere solche älterer Bauart, sind bekanntlich relativ schwer und enthalten außerdem mechanische Komponenten, die meist stoßempfindlicher sind als elektronische Platinen. Sie erfordern deshalb eine besonders sorgfältige Verpackung – eine gute Voraussetzung, um auf dieser Seite zu enden! Ich selbst vermeide aus Platzgründen das Sammeln von Druckern so weit wie möglich, und der folgende Fall ist einem Sammlerkollegen passiert.

Das Unheil schon hat sich schon vor der Ankunft des Pakets angedeutet, denn in der Online-Versandverfolgung war zu lesen, dass das Paket zur „Nachverpackung“ ins Paketzentrum zurückgegangen ist. Der Käufer des Druckers war jetzt zumindest vorgewarnt...

Der Karton war eigentlich nicht schlecht, denn er war (ursprünglich) zumindest groß genug, um rund um den Drucker Platz für Polsterungsmaterial zu lassen. Nur ist er anscheinend unter dem Gewicht anderer Pakete zusammengedrückt worden und dabei aufgeplatzt, so dass DHL das Paket mit zusätzlichem Klebeband und soliden Kunststoff-Spannbändern repariert hat. Viel Klebeband hatte der sparsame Verkäufer nicht verwendet, denn nur unter dem DHL-Klebeband ist eine Spur davon zu erkennen. Mehr Paketband hätte den Karton sicher stabiler gemacht, aber wie wir sehen werden, war das gar nicht das Problem.

Nach dem Öffnen erkennt man einige Luftpolsterbeutel. Immerhin – die Leser dieser Seite haben schon Schlimmeres gesehen! Da Luft aber bekanntlich komprimiert werden kann, stabilisieren diese Beutel einen Karton nicht unbedingt, und schon gar nicht, wenn sie so sparsam verwendet werden wie in diesem Fall. Aber wie geht es dem Drucker?

Wie leider so oft, wurde das Gerät einfach in den leeren Karton gestellt, so dass es weder auf der Unterseite, wo es besonders wichtig ist, noch an den Seiten geschützt war. Schon ein einziges hartes Absetzen des Pakets kann deshalb einen Schaden verursachen! Dafür hat der Drucker wenigstens vom Zusammendrücken des Kartons nichts mitbekommen, weil er so weit unten war...

Immerhin scheint das Gerät noch in einem Stück zu sein, und es liegen auch keine Gehäuseteile herum. Doch der erste Blick täuscht leider, denn das Gehäuse hat an zwei Ecken Beschädigungen, und im Inneren waren lose Teile zu hören, von denen eines auch herausgefallen ist. Genauer hat es der Empfänger nicht mehr untersucht, denn er hatte keine Lust auf ein 3D-Puzzlespiel mit Klebstoff, und der arme Drucker ist umgehend an den Absender zurückgegangen – natürlich wesentlich besser verpackt!

Übrigens ist bei keinem einzigen der anderen hier geschilderten Fälle eine Nachverpackung erfolgt. Auch sonst habe ich es nur einmal erlebt, bei einem Taschenrechner, der nur von seiner Ledermappe geschützt in einem ungepolsterten Briefumschlag verschickt worden war (er hat es trotzdem überlebt).

Eine ganz normale Lieferung

Papierrolle und Netzteil sind als Polsterung nicht ideal.
Aber die verkeilte Drucker- abdeckung hat den Rechner wenigstens festgehalten.

Wieder einmal eine Lieferung, deren Verpackungsqualität leider fast alltäglich ist und bei der zum Glück nichts kaputt gegangen ist. Wie so oft, ist die Schachtel gerade groß genug, und auf eine Polsterung wurde vollkommen verzichtet. Die halb aufgestellte Druckerabdeckung (Zufall oder Absicht?) sowie die Papierrolle haben den Rechner zumindest einigermaßen festgehalten, und das frei bewegliche Netzteil hat keine Schäden angerichtet.

In diesem Zusammenhang muss ich den Paketdiensten mal ein Lob aussprechen, denn anders als gerne unterstellt wird, scheint es nicht die Regel zu sein, dass mit den Paketen Weitwurf geübt oder Fußball gespielt wird. Wäre das der Fall, hätte kaum einer der auf dieser Seite aufgeführten Rechner überlebt!

Polsterung, aber zu wenig

Der Royal RCP 1200 war, als ich ihn erhalten haben, bereits 42 Jahre alt. Trotzdem war er optisch in einem recht guten Zustand, und deswegen war es besonders ärgerlich, dass er derart nachlässig eingepackt wurde. Zwar war eine Polsterung in Form eines Schaumgummistücks angedacht, aber dieses hat den Rechner leider nur auf drei der sechs Seiten geschützt. Folge: Die ungeschützte Ecke hinten links ist zerbrochen, was bei einem Gewicht von mehr als 4 kg keiner großen Gewaltanwendung von außen bedarf.

Nichts für schwache Nerven

Dass Rechner nach mehreren Jahrzehnten Einsatzzeit äußerlich und auch im Inneren etwas verschmutzt sind, ist nichts Ungewöhnliches. Manchmal fragt man sich aber schon, ob jemand das Gerät mit einem Mülleimer verwechselt hat bzw. ob der Rechner längere Zeit in einem solchen verbracht hat.

Mein Silver-Reed 121 PD ist schon bei eBay durch sein auffällig unprofessionell erstelltes Verkaufsfoto fast schmerzhaft ins Auge gestochen. Jedenfalls hatte ich Mitleid mit dem Rechner, und irgendwie war ich dann auch nicht mehr wirklich überrascht, in welchen Zustand er eingetroffen ist.

Zunächst einmal das Übliche: Das Paket war so gut wie ungepolstert, denn was unter dem Rechner zu sehen ist, ist nur hauchdünnes Papier ohne jede Schutzwirkung. Auf dem Bild fehlt lediglich ein Stück Packpapier, das auf dem Rechner lag, also nur verhindert hat, dass er in der Vertikalen allzu viel Spiel hat. Wie einige Kandidaten aus dem Abschnitt Papierrollenhalter fällt deshalb auch dieser Rechner in die Rubrik „Glück gehabt“, denn die nicht abgenommenen Halterungen haben den Versand überstanden. Eine von ihnen war schon früher einmal abgebrochen und deshalb „professionell“ ans Gehäuse geklebt worden. Auch das kleine Plastikteil, das ich im Rechnerinneren gefunden habe, war wahrscheinlich schon länger abgebrochen, denn die Bruchstelle war verschmutzt – wie alles andere an diesem Rechner.

Auch die Displayscheibe und die Andruckwalze des Druckwerks waren schon vorher abgefallen; beides befand sich im Rechnerinneren. Dass sich dieses Teil eines Epson-Druckers löst, habe ich so noch nicht erlebt, aber es scheint reparabel zu sein.

Was ich in einem Tischrechner bisher noch nicht gefunden habe, ist ein ganzer Haufen Korrekturpapier für Schreibmaschinen! Wie es in einer solchen Menge in den Rechner gelangen konnte, ist mir ein Rätsel. Übrigens wurde dieses Papier nicht zum Korrigieren des Ausdrucks des Rechners verwendet, wie man an zahlreichen Buchstaben erkennen kann. Schade, muss man fast sagen, denn das wäre vermutlich ein Novum gewesen, fast so gut wie Tipp-Ex auf dem Bildschirm.

Unter der Platine bot sich dann ein weniger kurioser und eher unerfreulicher Anblick: Wie gesagt ist ein wenig Verschmutzung nicht ungewöhnlich, aber in einer solchen Konzentration ist es dann doch eher selten. Die Besitzerin des Spinnennetzes unter dem Trafo war allerdings nicht mehr zuhause. Schade!

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