Casio AS-8A

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Casio AS-8A

Der Casio AS-8A ist ein achtstelliger anzeigender Tischrechner mit Digitron-Display. Erschienen ist das Modell im September 1971.

Meines Wissens ist der AS-8A der erste achtstellige Casio-Rechner und vermutlich auch der erste mit VFD-Anzeige statt Nixie-Röhren. Damit war er als vergleichsweise preiswertes Einsteigermodell konzipiert, allerdings war er aus heutiger Sicht alles andere als billig: Leider taucht der AS-8A nicht im Büromaschinenlexikon auf, aber noch in der Ausgabe 1973 wurde ein vergleichbares Modell, der AS-8D für 790,- DM zzgl. MWSt. aufgeführt.

Verglichen mit den im Breitformat gehaltenen 12-stelligen Modellen der AS-Reihe hat der AS-8A eine aus heutiger Sicht relativ normale Form und ist für seine Zeit auch ein sehr kompakter Rechner. Verglichen mit vergleichbar großen Rechnern späterer Jahre ist er allerdings aber relativ schwer, was nicht zuletzt an seinen Netztrafo liegt. Aber auch das Gehäuse hat seinen Anteil, denn es ist z.T. mit Blech „gepanzert“ und vermittelt einen sehr soliden Gesamteindruck.

Der Funktionsumfang des AS-8A ist eher bescheiden, aber neben den Grundrechenarten beherrscht er immerhin schon konstante Multiplikatoren und Divisoren. Außerdem kann er wahlweise im Fließkommamodus oder mit den Festkommapositionen 0, 2 oder 4 arbeiten. Das ist mehr als z.B. der einige Monate zuvor erschienene, allerdings um einiges preiswertere Omron 800 zu bieten hat.

Führende Nullen werden unterdrückt, aber trotzdem werden die Nullen nur halbhoch angezeigt – eine relativ ungewöhnliche Kombination. Die linke Anzeigestelle dient zur Darstellung von Minuszeichen und Fehler-E.

Innenleben

Das Gehäuse ist über vier Schrauben auf der Unterseite verschlossen. Die Tastatur ist an der oberen Gehäusehälfte befestigt, aber diese lässt sich nach rechts umklappen. Das Tastaturkabel kann von der Platine abgesteckt werden, allerdings erst, wenn diese ausgebaut ist. Das gilt auch für den Stecker zur Netzteileinheit.

Die Befestigung der Platine ist ungewöhnlich, denn sie wird von einer Sechskantmutter an einer zentralen, um Gehäuseboden befestigten Schraube gehalten. Mir fällt spontan kein anderer Rechner ein, bei dem man schon in einer so frühen Phase des Zerlegens auf eine Mutter stößt.

Die Platine ist zweiseitig, was sicher zur kompakten Bauweise beiträgt. Das IC ist ein Hitachi HD3272. Aus der länglichen Form des Gehäusedeckels ergibt sich die Vermutung, dass dieses IC aus zwei Chips besteht, so wie das verwandte HD3223 (z.B. im Facit 1116). Neben dem HD3272 finden sich auf der Platine zwei weitere ICs vom Typ HD3113P sowie ein klotzförmiger Hybridbaustein.

Die Anzeige besteht aus neun einzelnen Achtsegment-Röhren, wobei das achte Segment zur schöneren Darstellung der 4 dient. Die Tastatur basiert auf Reed-Schaltern.

Alle Platinen in meinem AS-8A sowie in den drei unten verlinkten Exemplaren sind interessanterweise mit 8B beschriftet. Mein Exemplar ist mit IC-Datumscodes 1L bzw. November 1971 ein eher frühes, aber angesichts des damals sehr hohen Entwicklungstempos ist es gut möglich, dass es eine ältere Platinenversion gibt. Wenn, dann ist es wahrscheinlich die auf dem HD3233 basierende Platine, die sich im Privileg AS-8 findet (siehe Verwandtschaft).

Verwandtschaft

Der eingangs erwähnte AS-8D ist eine batteriebetriebene Version des AS-8A. Das Gehäuse ist etwas anders geformt, das Display ist deutlich kleiner, aber Tastatur und Haupt-IC sind gleich geblieben. Der AS-8E hat wiederum ein etwas anderes, überwiegend weißes Gehäuse. Er scheint eine verbilligte Version des AS-8A zu sein, denn ihm fehlt der Schiebeschalter für die Kommaposition. Doch auch er basiert noch auf dem HD3272, ebenso der AS-8S, dessen Gehäuse dem des AS-8D zu entsprechen scheint.

Abgesehen von seinen schwarzen [C]- und [AC]-Tasten sieht der Silver-Reed SE-60 aus wie der AS-8A, und er enthält auch die gleiche Technik wie mein Exemplar. Anders der unten verlinkte Privileg AS-8: Er sitzt zwar im gleichen Gehäuse, basiert aber auf dem IC HD3223 und hat auch eine andere Anzeige mit einer speziellen Röhre für die Minus- und Fehleranzeige auf der linken Seite. Vermutlich entspricht er einer älteren Version des AS-8A.

Der Dietzgen CD-1 ähnelt farblich dem weißen AS-8E, wobei die Gehäuseform eher dem AS-8S entspricht. Der ebenfalls von Casio stammende Sperry Remington Lectronic-2 ist ein weiterer Verwandter des AS-8A. Gehäuse und Tastatur sehen zwar ganz anders aus, aber im Inneren ist die Verwandtschaft unverkennbar, auch wenn die Platinen abweichen.

Galerie

Eigenes Exemplar

  • Inv.-Nr. 1265, Seriennummer 705779, Baujahr 1971, Zustand: funktionsfähig

Externe Links

Casio AS-8A:

Verwandte Casio:

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