Colex 1400

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Colex 1400

Der Colex 1400 ist ein zehnstelliger anzeigender Tischrechner mit Digitron-Display. Mein Exemplar ist von 1973.

Zum Funktionsumfang des Rechners gehören konstante Multiplikatoren und Divisoren, Prozentautomatik, Registertausch und Vorzeichenwechsel. Über einen Schiebeschalter können ein Fließkommamodus oder die Festkommamodi 2, 4 und 6 ausgewählt werden. Der Registertausch ist gegenüber dem Vorgängermodell Colex 1300 hinzugekommen, und dafür ist die [CE]-Taste neben die [0]-Taste gerückt, die jetzt nur noch einfache Größe hat.

Apropos null: Diese wird in der Anzeige halbhoch dargestellt, wie man es häufig bei Rechnern findet, die keine Nullenunterdrückung haben. Beim Colex 1400 ist letzteres allerdings nicht der Fall.

Das Typenschild meines Exemplars wirkt reichlich provisorisch. Graviert sind nur die Netzspannung und die Seriennummer, und das „Made in Japan“ steht auf einem Aufkleber. Von Colex ist nirgendwo die Rede, und deswegen kann ich nicht ausschließen, dass es sich um ein OEM-Modell eines anderen Anbieters handelt. Es kann aber auch sein, dass das Typenschild einmal (schwarz) lackiert war und einem aggressiven Reinigungsmittel zum Opfer gefallen ist.

Innenleben

Das Gehäuse entspricht in seinem Aufbau dem des Colex 1300. Es ist über zwei Schrauben auf der Unterseite und zwei auf der Rückseite verschlossen. Es ist etwas fummelig zu öffnen, denn die an der oberen Hälfte befestigte Tastatur ist über eine Reihe kurzer steifer Drähte mit der Hauptplatine verbunden, ähnlich wie man es in vielen Taschenrechnern von Mitte der 1970er Jahre findet. Wie bei diesen neigen diese Drähte bei zu häufigem Verbiegen zum Brechen, so dass man sich genau überlegen sollte, was man tut.

Die Hauptplatine hängt also relativ fest mit der oberen Gehäusehälfte zusammen, und die Hinterkante wird dadurch gehalten, dass sie etwas unter die Netzteileinheit geschoben wird. Zum Öffnen des Rechners muss man ihn erst so weit aufklappen, dass man die beiden Kabel, die zur Platine und zum Netzschalter führen, ausstecken kann. Anschließend kann man die Platine an der Vorderkante etwas anheben und mitsamt der oberen Gehäusehälfte nach vorne ziehen. Im Gehäuseboden zurück bleibt nur die Netzteileinheit, die mit vier Schrauben befestigt ist und leicht herausgenommen werden kann, sollte dies zum Reinigen sinnvoll erscheinen.

Das Haupt-IC ist ein Mitsubishi MA8601, das von einem Mitsubishi M58602 unterstützt wird. Die beide Platinen tragen die Beschriftung 10TE bzw. 10-TE. Beim Colex 1300 ist es 10TD, was die enge Verwandtschaft bzw. das direkte Aufeinanderfolgen der beiden Modelle unterstreicht. Der Unterschied zwischen beiden besteht außer in der Gehäuseform im Wesentlichen darin, dass das Haupt-IC durch ein neueres ersetzt wurde, was auch eine neue Platine erfordert hat. Da die neue Tastatur eine Taste mehr hat, hat die Tastaturplatine des Colex 1400 15 statt 14 Anschlussdrähte.

Die integrierte Displayeinheit vom Typ Futaba 11-MT-01 steckt wie im Vorgängermodell in einem breiten Platinenstecker, der auf der Platine befestigt ist. Zusätzlich ist sie mit seitlichen Halterungen aus Blech befestigt.

Auf der Webseite von Serge Devidts ist eine vermutlich ältere Version des Colex 1400 abgebildet, bei dem die Displayeinheit aus 11 Einzelröhren besteht. Funktional scheine beide Versionen identisch zu sein (siehe externe Links). Dies erscheint sehr seltsam, denn es bedeutet, dass es einen Colex 1400 gibt, dessen Anzeige eine ältere Technologie nutzt als das vermeintliche Vorgängermodell Colex 1300.

Verwandtschaft

Wie oben schon angedeutet, wurde der Colex 1400 auch als OEM-Version von anderen Anbietern vertrieben. Mir liegt ein Tealtronic- bzw. Minipet-Rechner vor, der meinem Colex 1400 bis ins Detail entspricht. Da das Typenschild fehlt, kann ich die genaue Modellbezeichnung jedoch nicht angeben. Eine weitere OEM-Version des Colex 1400 ist der Ibico 102.

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Colex nicht der eigentliche Hersteller ist: Der Colex 1400 stammt aus Japan – während Colex seinen Sitz in Hongkong hatte – und zahlreiche Details deuten auf TEAL als Hersteller hin.

Galerie

Eigenes Exemplar

  • Inv.-Nr. 492, Seriennummer 000281, Baujahr 1973, Zustand: funktionsfähig, vergilbt

Externe Links

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