Elite 1202 M

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Elite 1202 M

Der Elite 1202 M ist ein 12-stelliger anzeigender Tischrechner mit VF-Display. Meine Exemplare sind von 1974 und 1976.

Der in meinen Augen sehr schöne Rechner ist für seine Zeit vergleichsweise kompakt; seine annähernd quadratische Grundfläche beträgt weniger als 20 x 20 cm.

Zum Funktionsumfang gehören neben den Grundrechenarten ein vollwertiger Speicher mit einer einrastenden Summentaste für die automatische Aufsummierung von Zwischenergebnissen, eine Wurzeltaste, eine [EX]-Taste zum Registertausch und eine Prozenttaste. Es besteht die Möglichkeit des Rechnens mit einem konstanten Faktor, und der Rechner kann wahlweise kaufmännisch runden oder abrunden. Neben vier Festkommamodi steht auch ein Fließkommamodus zur Verfügung.

Subtrahiert wird im Addiermaschinenstil; die Subtraktion "3 minus 7" wird also wie folgt eingegeben: [3][+=][7][-=]. Entsprechend wird die Multiplikation "3 mal minus 4" als [3][x][4][-=] eingegeben. Eine Vorzeichenwechseltaste ist deshalb nicht notwendig und auch nicht vorhanden.

Beim Wurzelziehen wird ein negatives Vorzeichen ignoriert; √(-2) ergibt also -1,4142..., was mathematisch falsch ist.

Varianten

Es gibt zwei Varianten dieses Modells, die sich von außen nur an der Anzeige unterscheiden lassen. Bei der älteren befindet sich die Statusanzeige rechts im Display. Dabei wird der Speicherinhalt mit einem Punkt angezeigt und ein Überlauf mit einem senkrechten Strich. Die Anzeigeeinheit hat noch einen zweiten Punkt unter dem Minuszeichen, aber dieser wird im Elite 1202 M nicht genutzt.

Bei der neueren Variante befindet sich die Statusanzeige links im Display. Der Speicher wird, was deutlich moderner aussieht, mit einem M angezeigt und ein Überlauf mit einem Linkspfeil. Bei ausgeschaltetem Rechner kann man diesen Unterschied daran erkennen, dass die Stellenangaben auf der Displayblende etwas weiter rechts aufgedruckt sind.

Interessanterweise ist die ältere Variante die schnellere; sogar das Wurzelziehen erfolgt ohne spürbare Verzögerung. Dabei ist das Ergebnis sogar genauer, denn die jüngere Variante unterschlägt beim Wurzelziehen die letzte Nachkommastelle!

Innenleben

Der Rechner läßt sich nach dem Lösen von vier Schrauben und dem Abziehen einer Schiebeschalterkappe leicht öffnen. Die Tastatur ist auf einer Metallplatte montiert und liegt auf der Gehäuseunterschale auf. Die Tastaturplatine ist über kurze Drähte relativ starr mit der Hauptplatine verbunden, lässt sich aber um 90° nach oben klappen, nachdem man die Schraube für die Massekabel gelöst hat (wobei man das gefühlsmäßig nicht zu oft machen sollte). Die vom Netztrafo kommenden Kabel lassen sich dagegen abstecken.

Die Anzeigeeinheit befindet sich in einer zylindrischen Glasröhre, die auf der Hauptplatine befestigt ist. Die gesamte Netzteilelektronik befindet sich ebenfalls auf der Hauptplatine.

Bei der älteren Variante ist die Rechnerlogik in zwei großen ICs zusammengefasst (Texas Instruments TMS0203NC und TMS0320NC). Die drei kleineren ICs sind zwei Toshiba TM4358P und ein Texas Instruments SN7447AN.

Die neuere Variante hat nur noch ein Haupt-IC, ein TMS1273NL, das von drei TM4358P unterstützt wird. Als Folge dieser elektronischen Unterschiede hat die Verbindung zwischen Platine und Tastatur nur noch 17 statt 20 Adern, so dass die Tastaturplatine ein abweichendes Layout bekommen hat, obwohl die Tastatur ansonsten identisch ist.

Der Trafo ist bei der neuen Variante etwas kleiner; vielleicht benötigt die neue Displayeinheit weniger Leistung. Allerdings steht auf dem Typenschild beider Varianten die Leistungsangabe 6 Watt.

Verwandtschaft

Der von TEAL gebaute Elite 1202 M ist ein enger Verwandter des Silver-Reed 121 M, der auf den ersten Blick fast gleich aussieht. Die Tastatur ist identisch, abgesehen davon, dass der Silver-Reed dunkelgraue Speichertasten hat, und auch das Gehäuse unterscheidet sich nur geringfügig: Die Unterschale ist gleich, und die Oberschale weicht nur in einigen designerischen Details ab. Zumindest mein 121 M entspricht technisch der neueren der beiden Elite-Varianten. Es gibt jedoch auch Unterschiede, z.B. hat der Silver-Reed einen Stecker für das Netzkabel, während es beim Elite fest angebracht ist (auch bei der älteren Version).

Das diesen Rechnern entsprechende Modell des Herstellers ist der TEAL 6121 D (siehe externe Links). Optisch und farblich gleicht er dem Elite, allerdings unterscheidet sich die Anzeigeröhre von denen in beiden mir vorliegenden Versionen des Elite: Bei der neueren Version befindet sich das Speicher-M unterhalb des Minuszeichens, während es beim TEAL darüber liegt. Ob damit auch elektronische Unterschiede verbinden sind, ob der 6121 D auch mit den anderen Displayeinheiten gebaut wurde und/oder ob es diese Displayvariante auch beim Elite 1202 M gibt, ist mir nicht bekannt.

Ebenfalls im gleichen Gehäuse sitzt der Homeland 1212S, der aber mit einem abweichenden Tastaturlayout und einem Panaplex-Display etwas deutlicher von den bisher besprochenen Modellen abweicht.

Ein zumindest optischer Verwandter des 1202 M ist der Karstadt PD 60: Die charakteristischen Farben der Tastatur sowie die Form der Tastenkappen sind bei beiden "Kaufhaus-Rechnern" gleich. Auch der Silver-Reed 12 PD hat eine sehr ähnliche Tastatur. Die Ähnlichkeit ist natürlich kein Zufall, denn auch diese beiden Rechner wurden von TEAL gebaut. Gemeinsamkeiten bestehen nicht nur in der Tastatur, sondern z.B. auch an der erwähnten Art und Weise, wie die Haupt- mit der Tastaturplatine verbunden ist. Ein weiteres verräterisches Detail ist die Form der Schiebeschalterkappen: Nur der Schalter für die Kommaposition hat eine abnehmbare Kappe, die anderen nicht.

Galerie

Eigene Exemplare

  • Inv.Nr. 401, Seriennummer 103198, Baujahr 1974, Zustand: funktionsfähig
  • Inv.Nr. 403, Seriennummer 200787, Baujahr 1976, Zustand: funktionsfähig
  • Inv.Nr. 407, Seriennummer 200637, Baujahr 1976, Zustand: Anzeige in Ordnung, aber rechnet nicht oder falsch. Ursache unklar.

Externe Links

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