Epson Model 350D

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Epson Model 350D

Das Model 350D von Epson ist ein Abwälzdruckwerk für Tischrechenmaschinen. Es ist eine nur geringfügig abgewandelte Variante des Model 350, einem vergleichsweise verbreiteten Druckwerk. Das Model 350D findet sich in meiner Sammlung dagegen nur in zwei Rechnern, die 1978 und 1980 gebaut wurden.

Worin der Unterschied zwischen den Modellen 350 und 350D besteht, ist nicht einfach zu erkennen. Zwar gibt es minimale Abweichungen in der Form des Rahmens, aber die gab es auch schon innerhalb der Serie 350. Die Platine trägt die Bezeichnungen "M-350" und "360" statt nur "M-350", ein Zeichen dafür, dass das Model 350D erst erschienen ist, als das Model 360 schon in der Produktion war. Abgesehen davon wurde die Platine aber nicht signifikant verändert, und es ist zumindest denkbar, dass sie auch in jüngere Model 350 eingebaut wurde. Interessanterweise wurde die Bezeichnung "350D" in das Blech auf der Rückseite geprägt, was immerhin eine Änderung des entsprechenden Werkzeugs erfordert hat. Aber warum?

Auf den entscheidenden Unterschied bin ich gestoßen, als ich das Farbband von einem zufälligerweise offen herumstehenden Model 350 zum Fotografieren in das Model 350D einbauen wollte: Es passte nicht! Die Spindeln des Model 350D sind etwas dicker, passen also nicht in die Löcher der Farbbandspulen, und außerdem gibt es drei Mitnehmerzapfen am Druckwerk, während die Zapfen z.B. beim Model 350 aber auch an anderen japanischen Druckwerken Teil der Spulen sind und die Spindeln nur entsprechende Löcher haben.

Ein weiterer Unterschied ist mir erst aufgefallen, als ich beide Drucker ohne Farbbänder nebeneinander gestellt habe: Die Achsen der Spindeln sind beim Model 350D weiter voneinander entfernt als beim Model 350 und auch ein paar Millimeter weiter hinten angeordnet, wodurch der ganze Drucker etwas länger wird. Das ist, anders als die Form der Spindeln, ein nicht ganz trivialer Unterschied! Der Grund dafür kann nur sein, dass damit der Einbau größerer Spulen ermöglicht werden sollte.

Ich habe bisher wenig Farbbänder ausgetauscht, weil mein Verbrauch derselben als Sammler nahe Null ist, und deshalb hatte ich bis dahin noch nie auf Unterschiede geachtet. Ein Blick in einen Rechner mit Olympia-Druckwerk und auch in mechanische Olympia-Maschinen hat dann gezeigt, dass diese ebenfalls Mitnehmerzapfen an den Spindeln haben und außerdem etwas größere Spulen mit 40 statt 35 mm Durchmesser. Tatsächlich ließen sich diese Spulen (40 DIN 2103, heute DIN 32755) in das Model 350D einsetzen!

Das Model 350D scheint also für diese deutsche Farbbandvariante ausgelegt zu sein – steht das D in der Modellbezeichnung vielleicht sogar für Deutschland bzw. DIN? Es erscheint mir nicht ganz unwahrscheinlich.

Es bleibt die Frage, warum gerade der Triumph-Adler 12 P für die deutschen Farbbänder ausgelegt wurde, im Gegensatz zu allen anderen mir vorliegenden Triumph-Adler-Rechnern mit Epson-Druckwerken. Vielleicht sollte gerade dieses relativ einfache Modell mit Addiermaschinentastatur mechanische Rechenmaschinen ersetzen, den Anwendern aber die Möglichkeit geben, vorhandene Farbbandvorräte weiterzuverwenden? Beim Olympia CPD 5212 D scheint dieser Ansatz logischer, denn dieses Modell hat die Nachfolge von Rechnern mit Olympia-Druckwerk angetreten.

Wie auch immer, das System scheint sich nicht durchgesetzt zu haben. Mir ist kein neueres Druckermodell von Epson oder eines anderen japanischen Herstellers bekannt, in das man DIN-Farbbänder einsetzen kann. Bedenkt man den Trend zu einer möglichst kompakten Bauweise, ist das auch kein Wunder: Schon im Triumph-Adler 12 P ist es so eng, dass man das Gehäuse nur öffnen kann, wenn man vorher das Farbband herausgenommen hat.

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