Facit 1116

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Facit 1116

Der Facit 1116 ist ein achtstelliger anzeigender Tischrechner mit Digitron-Display. Mein Exemplar ist von 1972.

Der Funktionsumfang ist recht begrenzt; es gibt neben den Grundrechenarten lediglich die Möglichkeit, konstante Multiplikatoren und Divisoren zu speichern. Es gibt drei Festkommamodi 0, 2 und 4, aber keinen Fließkommamodus. Die Eingabelogik ist auch noch sehr einfach; die [C]-Taste hat keine CE-Funktion, und die Zahl der eingestellten Nachkommastellen gilt auch für die Eingabe.

Führende Nullen werden jedoch unterdrückt, und Überlauf und Division durch null werden sauber mit einem E angezeigt.

Innenleben

Das Gehäuse ist über zwei Schrauben auf der Unterseite und zwei auf der Rückseite verschlossen. Die Tastatur ist an der Oberschale befestigt und hängt über einen aussteckbaren Kabelbaum an der Hauptplatine.

Die Platine ist mit zwei, die Netzteileinheit mit drei Schrauben am Gehäuseboden befestigt. Diese Komponenten sind über steckbare Kabelverbindungen miteinander verbunden. Es gibt zwei Stecker, einen für die Stromzufuhr und einen, an dem ein Spannungsregler hängt. Das Zerlegen ist trotz der Stecker nicht ganz einfach, weil der Rechner in diesem Bereich recht eng ist und die Kabel eher kurz, so dass es relativ schwer ist, die recht fest sitzenden Stecker abzuziehen. Hat man die zwei Schrauben der Platine gelöst, lässt sich diese ein Stück nach vorne ziehen, so dass man besser an die Stecker herankommt.

Die Platine hat die Nummer 4482. Das Haupt-IC ist ein Hitachi HD3223, dessen Gehäuse zwei Chips handelt, was die ungewöhnliche längliche Form des Gehäusedeckels erklärt. Außerdem sind immerhin neun weitere ICs vorhanden: Zwei davon sind hinter der Anzeigeeinheit versteckt, ein HD3249P und ein Toshiba TM4352. Zwei weitere TM4352 befinden sich auf dem vorderen Teil der Platine, wo sich außerdem noch ein HD3233P und ein HD2901P befinden.

Auf einer zweiten, an der Tastatur befestigten Hilfsplatine mit der Nummer 4712 befinden sich drei weitere ICs, ein HD9005, ein NEC µPD101C und ein µPD303C. Seltsamerweise befindet sich auch auf der Hauptplatine ein ungenutzter Platz für das HD9005.

Die Anzeigeeinheit besteht aus acht Siebensegment-Röhren und einem Glühlämpchen für das Minuszeichen. Das Ganze sitzt in einem geschlossenen Metallgehäuse, das auf der Hauptplatine befestigt ist.

Verwandtschaft

Es gibt auch einen Facit 1116J, so wie es auch von anderen Facit-Modellen J-Versionen gibt. Hierbei handelt es sich nach meinen bisherigen Erkenntnissen um die 120-V-Ausführungen für den amerikanischen Markt.

Der Addo-X 9374 ist in Farbe, Form und Technik mit dem Facit 1116 baugleich. Im gleichen Gehäuse sitzt auch der etwas jüngere Facit 1114, der sich äußerlich im Wesentlichen durch die hinzugekommene [CE]-Taste vom 1116 unterscheidet. Der 1114 basiert auch auf einem anderen IC, einem HD3276.

Der Facit 1116 wurde von Sharp gebaut, aber ein direkt entsprechendes Modell ist mir nicht bekannt. Der EL-803, einer der ältesten achtstelligen Tischrechner von Sharp, basiert wie der Facit 1114 auf dem neueren HD3276.

Der Prinztronic C35 ist dagegen ein engerer Verwandter des 1116. Er basiert auf den gleichen ICs, und auch die Bauweise der Tastatur ist entsprechend, auch wenn die vier Rechentasten anders angeordnet sind. Der C35 hat allerdings ein anderes Gehäuse, eine andere Netzteileinheit und auch andere Platinen.

Galerie

Eigenes Exemplar

  • Inv.-Nr. 2119, Seriennummer 1600193, Baujahr 1972, Zustand: funktionsfähig, mit Anleitung

Externe Links

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