Fidelity Chess Challenger 7

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Fidelity Chess Challenger 7

Der Chess Challenger 7 von Fidelity Electronics ist ein Schachcomputer aus dem Jahr 1979.

Diess Modell ist der Nachfolger des Chess Challenger 10. Es hat sieben Spielstufen; die Denkzeit pro Zug reicht vom Blitzschach (einige Sekunden) bis hin zum Fern- bzw. Briefschach (viele Stunden). Die Denkzeit des menschlichen Spielers wird bei diesem frühen Modell noch nicht genutzt.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger hat der Chess Challenger 7 ein Kunststoffgehäuse und wiegt ohne Figuren und Netzteil nur 470 g. Das Gehäuse ist etwa 30,5 cm breit, das Spielfeld selbst hat eine Größe von 17,8 x 17,8 cm. Die Figuren sind magnetisch; dies dient jedoch nicht der Eingabe, sondern verhindert nur ein Verrutschen, wenn das Gerät bewegt wird. Verloren gegangene Figuren können also durch beliebige Figuren ersetzt werden, die klein genug sind.

Die Tasten befinden sich unter einer Folie, mit der die ganze Gehäuseoberseite beklebt ist, haben jedoch einen spürbaren Druckpunkt. Außerdem wird jeder Tastendruck mit einem Piepsen quittiert.

Für die Stromversorgung sorgt ein externes Netzteil, das 9 V Gleichspannung liefert.

Eingabe und Anzeige

Die Eingabe erfolgt über eine Tastatur in der Form [Von-Linie]-[Von-Reihe]-[Nach-Linie]-[Nach-Reihe]-[Enter], also z.B. [E][2][E][4][EN]. Es es sind also fünf Tastendrücke pro Zug notwendig. Weil immer eine Zahl auf einen Buchstaben folgt, konnten die Eingabetasten doppelt belegt werden und sind deshalb mit [A1], [b2], [C3], [d4], [E5], [F6], [g7] und [H8] beschriftet.

Zu den oberen acht Tasten gehören [RE] für Reset (Zurücksetzen des Geräts), [CL] für clear (Löschen einer Fehleingabe), [EN] für Enter (eingegebenen Zug ausführen) und [LV] für Level (Auswahl der Spielstufe 1 bis 7). Die genaue Funktion der Tasten [CB], [DM], [PB] und [PV] ist mir entfallen; sie sind für ein normales Spiel auch nicht notwendig. Sie dienen z.B. zur Eingabe einer bestimmten Spielsituation und der Lösung von Schachproblemen.

Die Anzeige besteht aus vier roten LED-Siebensegmentanzeigen, die nicht nur Ziffern darstellen können, sondern auch die Buchstaben A bis H. Dabei werden die Buchstaben A, C, E, F und H groß geschrieben und die Buchstaben b, d und g klein, was Verwechslungen mit den Ziffern verhindert. Das b unterscheidet sich von der 6 durch das Fehlen des oberen Querstrichs. Das g sieht aus wie eine 9, aber da es im Schach keine 9 gibt, kann dies nicht zur Verwirrung führen. Abgesehen davon folgt ohnehin immer eine Ziffer einem Buchstaben. Im Spiel gibt der Computer seinen Zug so aus wie die Eingabe des Spielers erfolgt. Die Figuren bewegen muss der Spieler natürlich selbst (das nur als Hinweis für die jüngere Generation, die moderne Schachprogramme gewohnt ist).

Eine ungültige Eingabe, also einen unmöglichen Zug quittiert das Display mit der Anzeige – – – –. Oberhalb der Siebensegmentanzeigen befinden sich zwei weitere LEDs. Die eine leuchtet, wenn der Computer Schach gibt („check“), die andere, wenn er verloren hat („I lose“).

Beim „Denken“ zeigt das Gerät die Zeichenfolge oooo abwechselnd in der oberen oder unteren Hälfte der Siebensegmentanzeigen an.

Innenleben

Der Chess Challenger 7 ist nicht einfach zu öffnen. Auf der Unterseite befinden sich zwei sichtbare Öffnungen, durch die man mit einem Schraubenzieher Kunststofflaschen nach außen drücken kann. Das Problem ist jedoch, dass es vier weitere dieser Öffnungen gibt, die unter den Filzfüßen des Computers verborgen sind. Es ist schwer, diese zu entfernen, ohne sie zu beschädigen.

Hat man alle sechs Schnappverschlüsse entriegelt, lässt sich der Boden des Computers vollständig abnehmen. Hauptplatine und Tastatur sind am oberen Gehäuseteil befestigt und bilden eine Einheit, die auch ohne das Gehäuse funktioniert und bedienbar ist. Das Trennen dieser Komponenten vom Gehäuse ist allerdings nicht ganz einfach, denn auch hier verzichtet die Konstruktion vollständig auf Schrauben: Die Platinen stecken auf Kunststoffzapfen, die Teil der Gehäuseoberschale sind. Sie sind zwar nicht verschmolzen oder verklebt, können aber trotzdem recht fest sitzen. Alles in allem würde ich das Zerlegen nicht empfehlen, wenn es keinen guten Grund dafür gibt.

Verglichen mit dem Gehäuse ist die Hauptplatine recht klein, nicht größer als die zeitgenössischer Tischrechner, obwohl sie immerhin einen kompletten Computer enthält. Die CPU ist ein mit 4 MHz getakteter Z80. Er greift auf 4 KB ROM und 512 Byte RAM zu; beides erscheint aus heutiger Sicht sehr wenig.

Neben der CPU gibt es acht weitere ICs, von denen das größte ein ROM-Baustein vom Typ CN19103N ist. Die Datumscodes der ICs in meinem Exemplar sind von 1979 und Anfang 1980. Die Platine trägt, halb versteckt unter dem Piepser, das Datum 7-6-79. Auf der Unterseite findet sich die Angabe 46-79.

Die Anzeige besteht aus vier LED-Siebensegmentanzeigen, die gemeinsam in einem Kunststoffgehäuse untergebracht sind. Die Einheit sitzt auf einer kleinen Platine, die über eine Reihe starrer Kontaktstifte mit der Hauptplatine verbunden ist. Ähnlich ist auch die Tastaturplatine befestigt, wobei die Verbindung hier etwas flexibler ist, ähnlich wie in vielen alten Taschenrechnern. Die Tastenschalter sind vom Knackfrosch-Typ und haben sich über die Jahre gut gehalten.

Oberhalb der Anzeigeeinheit sitzen die beiden oben beschriebenen LEDs. Sie sind direkt auf die Hauptplatine gelötet. Links vorne auf der Platine ist der Piepser befestigt.

Galerie

Eigenes Exemplar

  • Inv.-Nr. 121, Seriennummer 573316, Baujahr 1980, Zustand: funktionsfähig, originales Netzteil und Figurensatz vollständig vorhanden.

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