MBO K-80W

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MBO K-80W "Master"

Der MBO K-80W (auf dem Handbuch als MBO Master bezeichnet) ist ein achtstelliger anzeigender Tischrechner mit Gasentladungs-Display. Mein Exemplar ist von 1973.

Anders als der ebenfalls achtstellige TR 800 kann der K-80W mit Batterien betrieben werden. Leichter und kleiner ist er deswegen allerdings nicht, denn die vier C-Zellen können es im Gewicht und erst recht im Volumen durchaus mit einem Transformator aufnehmen! Sie reichen laut Handbuch nur etwa vier Stunden, weswegen sich der Betrieb über ein externes Netzteil empfiehlt.

Der Funktionsumfang des K-80W ist nicht überwältigend. Es stehen nur die Grundrechenarten zur Verfügung, zusätzlich ein Schalter für konstante Faktoren (seltsamerweise mit dem Ein-/Aus-Schalter zusammengefasst!) und die Kommamodi 2, 3 und Auto, wobei letzteres der Fließkommamodus ist. Die [CD]-Taste (vermutlich "clear display") entspricht der [CE]-Taste an anderen Rechnern.

Ungewöhnlich ist die Batteriespannugsanzeige, bei der es sich um ein kleines Drehspul-Voltmeter handelt. So etwas habe ich noch an keinem anderen Rechner gesehen. Heute würde so ein Bauteil mehr kosten als ein kompletter Taschenrechner...

Bezeichnung und Varianten

Es gibt den Rechner in zwei Varianten, die sich in der Gehäuseform unterscheiden. Die (vermutlich) ältere Version hat keine Lüftungsschlitze hinter der Anzeige, und außerdem fehlt auf der Rückseite die Angabe der Modellbezeichnung. So gesehen hat diese Variante überhaupt keine Bezeichnung, und es gibt auch keine der später bei MBO-Rechnern üblichen Bestell- oder Artikelnummern!

Auch die Verpackung meines Exemplars ist ziemlich anonym; weder die Marke MBO noch die Typenbezeichnung des Rechners sind aufgedruckt. Es gibt lediglich eine symbolische Abbildung irgendeines vermutlich nicht real existierenden Rechners und die Bezeichnung "Elektronenrechner". Auf dem Umschlag des Handbuchs wird der Rechner "Master" genannt; im Inneren taucht aber weder diese Bezeichnung noch "K-80W" auf, und der Rechner wird im Text nur als "MBO Rechner" bezeichnet.

Das Bild auf dem Handbuch zeigt übrigens eine abweichende Version des Rechners mit einem kleineren MBO-Schild und ohne die weiße Beschriftung auf der Displayblende. Ob es sich dabei um einen Prototyp, eine Fotomontage oder um eine tatsächlich existierende Variante handelt, weiß ich nicht.

Innenleben

Der Rechner lässt sich über vier Schrauben leicht öffnen, dabei muss man nur auf die relativ kurzen Kabel zur Spannungsanzeige achten. Vor einem weitergehenden Zerlegen empfiehlt es sich, dieses Bauteil vom Gehäuse zu lösen.

Die auf einem ziemlich massiven Kunststoffrahmen aufgebaute Tastatur ist auf die Platine geschraubt und diese wiederum den Gehäuseboden, und zwar jeweils von unten. Dabei muss man wissen, dass dass die Schrauben, die die Platine halten, unter den vorderen Gummifüßen des Rechners versteckt sind! Hat man die Platine gelöst, lässt sich auch die Tastatureinheit abschrauben. Alle Komponenten hängen an nicht steckbaren und relativ knapp bemessenen Kabeln zusammen, so dass das Zerlegen relativ unangenehm ist.

Das Rechen-IC ist ein Texas-Instruments TI TMS0105BNC, den man in vielen Rechnern dieser Zeit findet, z.B. im Canon Canola L800, im Olympia CD 100 und im Privileg 03987. Die Anzeige die aus neun Elfin-Röhren besteht, wird über Transistoren angesteuert.

Ob sich die beiden Gehäusevarianten auch im Inneren unterscheiden, kann ich nicht sagen.

Verwandtschaft

Der K-80M entspricht dem Kovac K-80D, wobei dieser das gleiche Gehäuse hat wie die oben erwähnte Gehäusevariante des MBO. Der gleiche Rechner wurde auch als Weltron K-80 angeboten.

Ein weiterer relativ ähnlicher und definitiv verwandter Rechner ist der Craig 4502. Dieser hat jedoch ein quaderförmiges und etwas flacheres Gehäuse, bei dem die Batterien nebeneinander und nicht übereinander angeordnet sind. Auch das Tastaturlayout weicht ab.

Der Hersteller dieser Rechner war TEAL, wie man am auffällig ähnlichen Modell K 80M erkennt (siehe externe Links). Neben den technischen Übereinstimmungen hat dieses Modell auch die gleiche Kombination von Typenschild und Anleitung auf der Rückseite.

Galerie

Eigenes Exemplar

  • Inv-Nr. 2255, Seriennummer 0100724, Baujahr 1973, Zustand: wie neu mit OVP und Anleitung

Externe Links

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