Olympia CD 300

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Olympia CD 300

Der Olympia CD 300 ist anzeigender Tischrechner mit einem 12-stelligen Display aus Nixie-Röhren. Mein Exemplar ist von 1971, wobei die meisten ICs aus dem Jahr 1970 sind, dem Erscheinungsjahr des Modells.

Der CD 300 ist der "kleinere Bruder" des CD 400. Neben dem stark abweichenden Gehäusedesign ist der wesentliche Unterschied das Fehlen des Speichers. Beschränkt sich ein solcher Unterschied bei jüngeren Rechnern meist auf das Fehlen der Speichertasten (im IC ist trotzdem ein Speicher vorhanden), bewirkt er zwischen CD 300 und CD 400 erhebliche konstruktive Unterschiede (siehe Innenleben).

Der Funktionsumfang des CD 300 ist überschaubar: Neben den Grundrechenarten gibt es als Extras nur einen Drehschalter zum Einstellen der Kommaposition sowie zwei einrastende Tasten für die 5/4-Rundung und das Rechnen mit konstanten Faktoren bzw. Divisoren.

Der 14-stellige CD 700 sitzt im gleichen Gehäuse, allerdings mit einer abweichenden, weiter nach unten gezogenen Gestaltung des dunklen Displayrahmens. Er hat einen deutlich erweiterten Funktionsumfang, zum dem Speicher, GT- und Wurzelfunktion gehören.

Innenleben

Trotz der äußeren Unterschiede sind sich CD 300 und CD 400 im Inneren ähnlicher als man denken könnte. Insbesondere die schräge Anordnung der Platinen ist gleich, und auch die Trafoeinheiten sind fast baugleich. Die Platinen, auch die Displayplatine, unterscheiden sich jedoch voneinander.

Der CD 300 hat, anders als der CD 400, nur drei Hauptplatinen. Weil die Platinenhalterungen in beiden Rechnern gleich sind, wäre aber auch im CD 300 Platz für eine vierte Platine. Weil der Steckplatz 2 nicht genutzt wird, ist die hinterste Platine weiter von der mittleren entfernt ist als diese von der vorderen. Vielleicht ist die mittlere, zweite Platine deswegen auch mit "3" beschriftet?

Die Logik verteilt sich auf insgesamt 90 ICs: 43 auf der ersten (hintersten) Platine, 45 auf der mittleren und 2 auf der Displayplatine. Die meisten dieser ICs stammen von Philco, aber auf der ersten Platine gibt es zwei ICs mit einem runden Metallgehäuse, deren Hersteller nicht erkennbar ist, und ein Motorola-IC vom Typ MC1812P. Weitere vier MC1812P befinden sich auf der mittleren Platine, und genau diese fünf Motorola-ICs sind in meinem Exemplar auch die jüngsten und legen das Baujahr auf 1971 fest.

Anders als im CD 400 gibt es im CD 300 keine Speicher, und das Entfallen dieses voluminösen Bauteils – in Kubikzentimeter gerechnet, nicht in Bytes! – hat es erlaubt, die Tastatur flacher anzuordnen, was das ergonomischere, aus heutiger Sicht konventionellere Gehäusedesign ermöglicht hat.

Die Netzspannung lässt sich wie beim CD 400 über einen Stecker auf 110, 120, 220 oder 240 V einstellen. Ich habe mein Exemplar schon vor dem ersten Start auf 240 V umgestellt, um die Elektronik zu schonen.

Galerie

Eigenes Exemplar

  • Inv.Nr. 4809, Seriennummer 0315-12323, Baujahr 1971, Zustand: funktionsfähig, Gehäuse relativ stark vergilbt

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