Olympia CD 60

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Olympia CD 60

Der Olympia CD 60 ist ein sechsstelliger Taschenrechner mit Digitron-Display aus dem Jahr 1974. Intern arbeitet der Rechner mit 12 Stellen.

Das Gehäuseformat des CD 60 ist für einen Taschenrechner ungewöhnlich, denn et ist relativ breit im Verhältnis zur Tiefe (99 mm x 115 mm). Die Abschrägungen an der Vorder- und Hinterkante lassen ihn von oben noch quadratischer aussehen als er ist. Die ungewöhnlichen Proportionen spiegeln sich auch in der Tastatur wieder, denn die 18 Tasten sind in nur drei Reihen angeordnet. Trotz dieser Breite ist die Anzeige nur sechsstellig, und das Motiv dahinter war vermutlich die Reduzierung des Stromverbrauchs. Im Internet ist die Angabe von 20 Stunden Betriebsdauer mit einen Batteriesatz zu finden.

Der Funktionsumfang des Rechners ist minimal, denn es gibt nur die vier Grundrechenarten. Eine Besonderheit ist, dass der Rechner intern mit 12 Stellen arbeitet, wobei das nicht nur für Multiplikationsergebnisse gilt, sondern auch für die Eingabe. Dabei muss man die niederwertigen Stellen allerdings blind tippen, wobei man mit der [↔]-Taste allerdings jederzeit auf den niederwertigen Teil der Anzeige umschalten kann. Die Umschaltung bleibt dabei nur so lange wirksam, wie man die Taste gedrückt hält. Ob die Anzeige im 12-stelligen Modus ist, wird durch einen Rechtspfeil dargestellt.

Etwas störend ist, dass die [↔]-Taste im typischen Olympia-Orange gehalten ist und nicht wie bei anderen Rechnern die [C]-Taste. Vermutlich hat man dies aus optischen Gründen gemacht, weil die [↔]-Taste rechts oben in der Ecke angeordnet ist und nicht wie üblich die [C]-Taste.

Innenleben

Das Gehäuse des CD 60 wird von einer im Batteriefach versteckten Schraube zusammengehalten. Anders als der größere CD 80 fällt der Rechner nach dem Lösen dieser Schraube fast von alleine auseinander, und man muss nicht mit störrischen Schnappverbindungen kämpfen. Die Displayscheibe erweist sich in dieser Phase als ein separates Teil.

Abgesehen davon und den ungewöhnlichen Proportionen ist der Aufbau typisch für Taschenrechner von Mitte der 1970er Jahre. Die Platine mit einer zylindrischen Anzeigeröhre ist über eine Reihe Drähte steif mit dem geschlossenen Tastaturmodul verbunden, wird aber kaum von diesem verdeckt. Das IC ist ein Mitsubishi MA8168P. Aus dem Datumscode 2637 werde ich nicht ganz schlau. Dieses Modell ist 1974 erschienen, also könnte der Code für die 26. Woche 1973 stehen, wobei die 7 dann eine andere Bedeutung haben müsste, aber das ist pure Spekulation. Aus anderen Komponenten geht hervor, dass mein Exemplar wohl von 1974 stammt, was plausibel ist.

Neben dem IC und der Anzeigeröhre befinden sich auf der Hauptplatine mehrere Elkos, Transistoren und Widerstände sowie ein kleiner Trafo, der benötigt wird, um aus der Batteriespannung die höhere Spannung für das Digitron-Display zu erzeugen.

Ungewöhnlich für einen Taschenrechner ist, dass sich neben dem Batteriefach ein Spannungsregler nebst Elkos und sogar einer Glassicherung befindet. Dies hängt vermutlich mit der Buchse für ein externes Netzteil zusammen und damit, dass ein solches laut Typenschild 12 V liefern sollte, während vier AA-Batterien nur 6 V liefern. Warum dieser komplizierte Weg beschritten wurde, kann ich nicht erkennen, zumal die größeren Modelle wie der CD 80 für ein 6-V-Netzteil ausgelegt sind. Auch Akkus können nicht geladen werden, denn auf dem Batteriefachdeckel ist ausdrücklich von 1,5-V-Trockenbatterien die Rede.

Verwandtschaft

Der CD 60 wurde von Panasonic bzw. Matsushita gebaut und entspricht dem Panasonic JE-660U bzw. dem National JE-6W, der „PiPi“ genannt wurde, was immer das auf Japanisch bedeutet. Es gibt auch einen achtstelligen „PiPi8“ (JE-8800), der im Querformat gehalten ist und von dem meines Wissens keine Olympia-Version hergestellt wurde.

Galerie

Eigenes Exemplar

  • Inv.-Nr. 4805, Seriennummer 06018144, Baujahr 1974, Zustand: funktionsfähig

Externe Links

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