Olympia CPD 3212 (3)

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CPD 3212 mit Euro-Taste (Die unvollständige Anzeige ist ein fotografischer Effekt)
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Das geöffnete Gerät mit der aus ihrer Halterung gezogenen Zusatzplatine

Der vermutlich 1999 erschienene CPD 3212 ist der dritte Olympia-Rechner mit dieser Bezeichnung und Mitglied einer langen Reihe aufeinanderfolgender Modelle 12stelliger, druckender Tischrechner mit VF-Display.

Dieses Modell ist die eurofähige Variante des Vorgängermodells und von diesem äußerlich nur daran zu unterscheiden, daß die Wurzel- durch eine Euro-Taste ersetzt wurde.

Das Umrechnen bzw. das Festlegen des Kurses über diese eine Taste ist denkbar einfach: Drückt man die Taste nach der Eingabe einer Zahl, so wird diese Zahl gespeichert. Mit einem Druck nach einer Operatortaste (üblicherweise wohl Multiplikation oder Division, es kann aber auch Plus oder Minus sein!), wird dieser Wert wieder abgerufen. Das Problem dabei ist, daß man den Faktor leicht versehentlich verändern kann, wenn man die Eurotaste im falschen Moment erwischt, also nach der Eingabe einer Zahl.

Im Grunde verhält sich die Euro-Funktionalität also nur wie ein zweiter Speicher, während auf wirklich eurofähigen Rechnern das Drücken der Eurotasten schon die notwendige Multiplikation oder Division ausführt.

Das Gerät ist also offensichtlich ein Provisorium, ein schnell an die beschlossene Euro-Umstellung auf den Markt geworfene Variante, die vermutlich schon wenig später von einem "richtigen" Eurorechner abgelöst wurde, dem CPD 3212 E. Weil die Tastatur nicht verändert wurde, mußte die Euro-Taste wie gesagt den Platz der Wurzeltaste einnehmen, welche damit ersatzlos entfallen ist – und auch bei späteren Modellen mit zusätzlichen Tasten nicht zurückgekehrt ist.

Veränderungen zum Vorgängermodell

Die CPU ist ein Mitsubishi M50954-137SP und damit exakt der gleiche Typ wie im nicht eurofähigen Modell. Und auch die Platine ist identisch, einschließlich der Bestückung – ich fand als Unterschied zunächst nur einen fehlenden kleinen Kondensator unterhalb der gelben Spannungsversorgungskabel.

Dies hängt wahrscheinlich mit der geänderten Spannungsversorgung zusammen: Während der Ein-/Ausschalter bei den Vorgängermodellen im Primärkreis des Trafos gelegen ist, diesen also umweltfreundlich vollständig vom Netz getrennt hat, wurde diese Anordnung für das eurofähige Modell geändert, weil der Umrechnungsfaktor sonst bei jedem Ausschalten verlorengegangen wäre. Tatsächlich merkt sich das Gerät nicht nur diesen Faktor, sondern auch den Inhalt des eigentlichen Speichers! Allerdings erscheint der Aufwand angesichts der leichten Überschreibbarkeit des Faktors (siehe oben) reichlich hoch.

Ich habe die Elektronik nicht genauer analysiert und auch kein Meßgerät angesetzt, aber ich habe den Eindruck, daß die ganze Platine dauerhaft unter Spannung steht; abgeschaltet wird anscheinend nur noch das Display. Das zeigt sich z.B. daran, daß der Drucker sich bewegt, wenn man das Netzkabel einsteckt, obwohl der Rechner noch ausgeschaltet ist.

Weil die Hauptplatine nicht verändert wurde, wurde der an sich recht übersichtliche Aufbau des CPD 3212 durch eine recht abenteuerliche Verkabelung ergänzt (siehe Bild). Insbesondere gibt es es jetzt eine briefmarkengroße, senkrecht angebrachte Hilfsplatine, auf der sich neben einem Transistor auch einige Dioden und Kondensatoren befinden.

Von dieser kleinen Platine aus führen vier Kabel zum Ein-/Ausschalter und acht zu verschiedenen Punkten auf der Hauptplatine, zwei davon direkt an den Tastaturanschluß, wo anscheinend die ehemalige Wurzeltaste abgegriffen wird. Ansonsten ist mir noch unklar, welche der Kabel der Euro-Logik dienen und welche der veränderten Spannungsversorgung.

Die Punkte, an denen diese Kabel an der Platine angelötet sind, wirken sehr prototypenhaft, es sind nämlich Widerstände, Dioden und Drahtbrücken und nicht etwa dafür vorgesehene Lötpunkte auf der Platine! Am Ende eines dieser frei verlegten Kabel (des grünen) ist sogar noch eine freischwebende Diode eingelötet, die eine Diode der nicht eurofähigen Platine ersetzt – an dieser Stelle wurde also eine der ursprünglichen Verbindungen zugunsten der neuen Verkabelung aufgetrennt – neben dem erwähnten Kondensator der zweite Unterschied bei der Platinenbestückung.

Angesichts der provisorischen Verkabelung ist es mehr als erstaunlich, daß die erwähnte kleine Hilfsplatine einen festen Platz bekommen hat: Sie steht normalerweise (anders als im Bild) aufrecht hinter dem Display, und die Form für die Gehäuseunterschale wurde dafür um eine entsprechende Halterung an der Vorderwand des Druckerabteils erweitert. Weitere Änderungen sind eine zusätzliche Trennwand zwischen Trafo und Ein-/Ausschalter (um die Kabel von Netz- und Betriebsspannung auseinanderzuhalten) sowie ein damit zusammenhängender Kabelführungsschlitz in der rechten „Stütze“ des Trafos. Auch die Hauptplatine hat übrigens zwei weitere Halterungen erhalten, obwohl dafür kein technischer Grund erkennbar ist: eine direkt neben der Hilfsplatine, die andere an der Vorderkante.

Ich besitze noch keinen CPD 3212 E, aber es wäre interessant zu wissen, ob dieser ebenfalls die kleine Hilfsplatine hat und die neue Gehäuseform deshalb weiternutzen konnte!

Eigenes Exemplar

  • Inv.Nr. 5026, Seriennummer 9912 579139, Baujahr 1999, Zustand: fuktionsfähig
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