Olympia CP 1420

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Olympia CP 1420

Der Olympia CP 1420 (84.432) ist ein 14-stelliger druckender Tischrechner ohne Anzeige. Mein Exemplar ist von 1978.

Auf den ersten Blick ist dieses Modell nur eine Variante des CP 1410 mit zwei Speichern, von denen jeder vier statt sechs Tasten hat. Auf den zweiten Blick fallen jedoch einige weitere Unterschiede zwischen beiden Modellen auf, nämlich die Wurzeltaste und immerhin drei weitere Schiebeschalter. Obwohl die Festkommapositionen 7 und 8 entfallen sind, sitzen die Schalter so nah zusammen, dass sich die Schalterkappen in bestimmten Stellungen fast berühren.

Die drei neuen Schiebeschalter sind von ein Konstantenschalter, einer, der mit „FT“ beschriftet ist sowie einen mit den Stellungen „n +/–“ und „n I“. Außerdem gibt es jetzt zwei Addiermaschinenmodi, „AM“ und „AM/SF“. Ohne Handbuch ist die Funktion dieser Schalter z.T. schwer zu erraten.

Im Büromaschinenlexikon taucht dieses Modell nicht auf, wohl aber der CPD 5420, der praktisch ein CP 1420 mit Anzeige ist und den gleichen Funktionsumfang hat. Die Funktionsbeschreibung ist jedoch nur bedingt hilfreich; so heißt es z.B. „2 einrechenbare Speicher in programmierbarer FT-Automatik“, „FAM (Flexible Addiertechnik auf allen Kommapositionen)“ und „AM/SF (Festkomma bei 2. Faktor)“.

„FAM“ ist vermutlich ein Druckfehler und soll nur „AM“ heißen, was diesen Punkt erklärt: Wie beim CP 1410 und CPD 5211 funktioniert der Addiermaschinenmodus nämlich in allen Kommapositionen und nicht nur wie üblich mit zwei Nachkommastellen. Der Modus AM/SF betrifft Punktrechnungen: In der Stellung AM gilt die Festkommaposition nicht für die Eingabe von Multiplikationen und Divisionen; die Eingabe [5][×][9] erzeugt bei der Kommaposition 2 also 45,00. In der Position AM/SF („second factor“?) wird [5][×][9] jedoch als 5 × 0,09 interpretiert, liefert also 0,45. Entsprechend ist das Verhalten auch bei Divisionen.

Der n-Schiebeschalter legt fest, ob der Postenzähler bei negativen Summanden wieder reduziert werden soll (Stellung I) oder ob diese mitgezählt werden sollen (Stellung +/–).

Bleibt der FT-Schalter, aber dessen Funktion habe ich noch nicht im Detail herausfinden können. Erkenntnis bisher: Gibt man mehrere Multiplikationen oder Divisionen ein, werden die jeweils ersten Faktoren bzw. die Dividenden im zweiten Speicher aufsummiert. Dies kann für statistische Berechnungen verwendet werden.

Innenleben

Das Innere des CP 1420 entspricht dem des CP 1410, einschließlich Druckwerk (Olympia 49.822) und Haupt-IC (Rockwell A6403EB). Nur die Tastatureinheit ist eine andere. Sie hat einen zweiten Verbindungsstecker zur Platine, der im Wesentlichen für die zusätzlichen Schiebeschalter zuständig ist.

Die Platine ist in beiden Modellen die gleiche, allerdings hat der CP 1410 im Gegensatz zum CP 1420 eine Lötbrücke auf einer der vier dafür vorgesehenen Positionen auf der Platinenunterseite (im Bild links unten). Wie man einem großen Aufkleber auf der Platine entnehmen kann, dienen die anderen Brücken zur Konfiguration der Platine für die beiden anzeigenden Modelle CPD 5410 und CPD 5420, denen z.B. die Speicher- und Fehlerlämpchen oberhalb der Tastatur fehlen.

Mit der Anzeige selbst haben diese Brücken nichts zu tun, da diese nebst zugehöriger Elektronik auf einer eigenen Platine sitzt. Der Stecker für diese Anzeigeplatine ist übrigens auch im CP 1420 vorhanden, und zwar rechts hinten auf der Platine zwischen den beiden Tastatursteckern.

Teilenummern

Die Rechnermodelle sind auf dem erwähnten Aufkleber auf der Platinenunterseite mit ihren „internen“ Bezeichnungen aufgeführt, die der Nummer auf den Typenschildern entsprechen: CPK 431 bzw. 84.431 ist der CP 1410, CPK 432 bzw. 84.432 der CP 1420, CPD 601 bzw. 84.601 ist der CPD 5410 und CPD 602 bzw. 84.602 der CPD 5420.

Die Olympia-Teilenummern sind eine Wissenschaft für sich, aber man kann erkennen, dass die Nummer des Aufklebers selbst, 84.431-5011.4, dem CP 1410 zugeordnet ist. Das gilt auch für die Druckerabdeckung mit der Nummer 84.431-3038.0. Die Gehäuseoberschale und der Gehäuseboden dagegen sind mit den Nummern 84.600-3022.0 und 84.600-3207.1 dem CPD 5210 (84.600) zugeordnet.

Die Platine im CP 1420 trägt die Nummer 84.431-5101.5, ist also dem CP 1410 zugeordnet, aber das gilt nur für den weißen Aufdruck für die Bestückung: Die gleiche Platine kommt abweichend bestückt auch im CP 1211 (84.433) und im CPD 5211 (84.603) zum Einsatz und trägt dort die Nummern 84.433-5001.2 bzw. 84.603-5000.2. Auf der Lötseite trägt sie jedoch auch in diesen Rechnern die Nummer 84.431-5107.0, was man als die eigentliche Platinennummer betrachten kann.

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