Olympia LCD 612

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Olympia LCD 612

Der Olympia LCD 612 ist ein ca. 1984 erschienener 12-stelliger anzeigender Tischrechner mit LC-Display.

Der LCD 612 erscheint erstmals in der Ausgabe 1984 des Büromaschinenlexikons (BML). Ein offensichtliches Vorgängermodell scheint es nicht zu geben; der LCD 612 ist jedoch nicht der erste LCD-Tischrechner von Olympia. Bereits in der BML-Ausgabe 1980 sind zwei Modelle aufgeführt, der 10-stellige LCD 600, der dem LCD 612 im Design ähnelt, sowie der 12-stellige, in einem eher konservativen Gehäuse sitzende LCD 302. Man kann wohl davon ausgehen, dass der LCD 612 beide Modelle ersetzt hat.

Neben den Grundfunktionen hat der LCD 612 eine Wurzelfunktion, einen Speicher mit Automatikschaltung und eine [MU]-Taste zur Aufschlagsrechnung. Das Rechnen erfolgt wie bei einem Taschenrechner, d.h. die Subtraktion 9 minus 5 wird wie folgt eingegeben: [9][-][5][=].

Die Stromversorgung erfolgt über zwei AA-Batterien, die laut BML für ca. 10.000 Stunden Betriebszeit reichen sollen, das wäre mehr als ein Jahr im Dauerbetrieb. Ausprobieren werde ich das nicht, zumal sich der Rechner nach einigen Minuten selbst ausschaltet.

Es gibt mindestens zwei Varianten des LCD 612. Der von 1985 stammende Rechner hat ein in einer Vertiefung sitzendes Schild mit einem silbernen Olympia-Schriftzug- und Logo. Auf dem von 1986 stammenden Exemplar, ist ein weißer Olympia-Schriftzug mit einem roten Logo aufgedruckt, und auf dem Schild ist die Modellbezeichnung "LCD 612" angegeben. Auch die Nachfolgemodelle LCD 612 Solar und LCD 612 Solar T sind entsprechend gestaltet.

Innenleben

Der Rechner läßt sich nach dem Lösen zweier Schrauben, von denen eine im Batteriefach sitzt, nicht allzu schwer öffnen, wenn man die seitlichen Schnappverschlüsse besiegt hat. Das Entfernen der Bodenplatte gibt den Blick auf die Rückseite der Hauptplatine frei, die auch als Tastaturplatine dient. Die Platine ist bei meinem älteren Exemplar mit sieben Schräubchen befestigt, beim jüngeren mit zehn. Die Platine hat dafür tatsächlich drei zusätzliche Bohrungen bekommen, wobei diese interessanteweise schon im Layout der alten Platine markiert sind, und zwar links und rechts unterhalb der Schiebeschalterkontakte sowie oberhalb des langen Kontakts. Drei weitere Bohrmöglichkeiten, z.B. rechts unterhalb der CPU, sind auch im neueren Rechner ungenutzt.

Baut man die Platine aus, werden die Gummimatten, aus denen die Tastatur besteht, sowie die vier Schiebeschalter freigelegt. Das Display ist mit einer Metallhalterung auf der Platine montiert. Davor sitzen das Rechen-IC, ein Hitachi HD43326, ein Elko, zwei weitere Kondensatoren und zwei Widerstände. Der Rest der Platine wird von Kontakten für die Schiebeschalter und die Tastatur belegt.

Die Tastatur ist übrigens ein schwacher Punkt der Konstruktion, denn die Kontakte der Gummitasten scheinen scheinen gerne ihre Leitfähigkeit zu verlieren. Nicht nur einer meiner beiden LCD 612 ist von diesem Problem betroffen, sondern auch zwei meiner drei LCD 612 solar.


Eigene Exemplare

  • Inv.-Nr. 5037, Seriennummer 85691, Baujahr 1985, Zustand: einige Tasten ohne Funktion
  • Inv.-Nr. 5085, Seriennummer 132595, Baujahr 1986, Zustand: funktionsfähig

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