Omron 86

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Der Omron 86 ist ein achtstelliger Taschenrechner mit VF-Display. Erschienen ist er vermutlich 1974; mein Exemplar ist von Anfang 1975.

Dieser Taschenrechner gehört zu denen, die auch ein Laie auf diesem Gebiet ohne zu zögern in die 1970er Jahre einordnen würde, denn die orange Gehäusefarbe steht ja schon fast symbolisch für die Farbe moderner Produkte dieser Zeit. Es gibt den Rechner allerdings auch in einem gelben Gehäuse.

Vom Omron 86 gibt es (abgesehen von den Farben) zwei Versionen; die jüngere hat eine veränderte Anzeigeeinheit und basiert auf einem anderen IC; sie ist in einem eigenen Artikel beschrieben.

Äußerlich gleichen sich beide Versionen; sie waren auch beide sowohl in orange als auch in gelb erhältlich. Die Tastatur besteht aus 20 runden Tasten, die unter designerischen Gesichtspunkten ideal angeordnet sind, es gibt keine „fehlenden“ oder „überzähligen“ Tasten. Angesichts des farbigen Gehäuses gefällt mir auch der Verzicht auf weitere Farben zum Kennzeichnen bestimmter Tasten. Trotzdem hat die Tastatur drei verschiedene Färbungen: Schwarz für die Zifferntasten, grau für die Grundrechentasten und weiß für die übrigen Funktionstasten.

Insgesamt wirkt das Design elegant und ungezwungen, und angesehen von der grellen Farbe würde der Rechner auch auf einem modernen Schreibtisch nicht deplatziert wirken. In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, dass der auf gutes Design bedachte Hersteller Braun den Omron 86 (in der der 2. Version) als ersten eigenen Taschenrechner vermarktet hat, allerdings mit einem komplett schwarzen Gehäuse (Modell ET 11).

Auf der Unterseite des Rechnergehäuses befindet sich eine Kurzanleitung. 1974 waren echte Taschenrechner noch nicht weit verbreitet, und eine immer verfügbare Anleitung war deshalb wohl auch bei einem relativ einfachen und aus heutiger Sicht selbsterklärenden Rechner angebracht.

Seine Energie erhält der Omron 86 aus zwei AA-Batterien. Alternativ kann ein externes 3-V-Netzteil angeschlossen werden. Der Minuspol der Anschlussbuchse ist innen. Bei meinem Exemplar war ein zylindrisches Steckernetzteil des Typs Rossmann „Mini Riese“ dabei, das mit einem Omron-Aufkleber versehen ist und mit seiner orangen Farbe zum Rechner passt.

Innenleben

Der Rechnergehäuse wird von einer zentralen Schraube zusammengehalten. Löst man diese, kann man die Tastatureinheit mitsamt der Displayblende nach vorne klappen. Das Batteriefach kann dann aus der Gehäuseunterschale herausgenommen werden. Es ist mit zwei sehr kurzen und nicht steckbaren Kabeln mit der Platine verbunden, die ebenfalls leicht herausgenommen werden kann.

Die Anzeige besteht aus einer zylindrischen Glasröhre mit acht Siebensegmentanzeigen. Für Minus und Überlauf gibt es oberhalb dieser Anzeige zwei rote LEDs. Dies ist der entscheidende Unterschied zur zweiten Version, bei der eine neunte Siebensegmentstelle für die Statusanzeige verwendet wird.

Das IC ist ein Omron (Hitachi) HD3672, ein mit 16 Pins für einen Taschenrechner recht großes IC. Auch sonst ist die Platine gut gefüllt; so gibt es immerhin sechs Elkos!

Verwandtschaft

Der Omron 86 ist der Ausgangspunkt einer großen Familie sehr ähnlich aussehender Taschenrechner, zu denen auch für anderere Anbieter gebaute OEM-Versionen gehören. Folgende Modelle sind mir bekannt, wobei es zumindest bei den OEM-Versionen vermutlich weitere gibt:

Zumindest einen Teil der Omron-Modelle gibt es auch in einer japanischen Beschriftungsvariante, bei der oberhalb der Anzeige „OMRON エイト“ steht statt z.B. „OMRON 86“. Die Katakana-Zeichen „エイト“ sind dabei immer die gleichen; sie stehen nämlich nicht für die Modellnummer, sondern für den englischen Begriff „eight“.

Eigenes Exemplar

  • Inv.-Nr. 2511, Seriennummer 1089329 N, Baujahr 1975, Zustand: funktionsfähig

Externe Links

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