Omron 86R (2)

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Omron 86R (2. Version)

Der Omron 86R ist ein achtstelliger Taschenrechner mit Digitron-Display. Mein Exemplar ist von 1975.

Vom gleichnamigen Vorgänger unterscheidet sich die zweite Version des 86R durch eine Taste für den Vorzeichenwechsel und einen Schiebeschalter für einen Addiermaschinenmodus, bei dem jede Eingabe mit zwei Nachkommastellen interpretiert wird. Dies ist eine an druckenden Tischrechnern übliche, aber an Taschenrechnern sehr seltene Funktion.

Da sich die Gehäusegröße nicht verändert hat und auch die Anzeige an der gleichen Stelle liegt, sind die 20 runden Tasten gegenüber dem Vorgängermodell um einige Millimeter nach unten gewandert, und die Displayscheibe ist etwas kleiner geworden. Auf diese Weise ist Platz für den Schiebeschalter und die kleine, eckige Vorzeichenwechseltaste geschaffen worden (siehe Bild).

Die Stromversorgung erfolgt wie beim Vorgängermodell über zwei AA-Batterien oder ein externes Netzteil (3 V, 0.11 A, Pluspol außen).

Wie viele Omron-Taschenrechner dieser Zeit gibt es auch den Omron 86R in mehreren Farben, nämlich orange, weiß und gelb, wobei die Clear-Tasten jeweils die gleiche Farbe haben wie das Gehäuse. Dies war bei der ersten Version noch nicht der Fall, dafür ist die Wurzeltaste der zweiten Version nicht mehr blau.

Innenleben

Der innere Aufbau entspricht dem der anderen Modelle der Omron-86-Familie: Das Gehäuse wird von einer zentralen Schraube und einigen Kunststoffnasen zusammengehalten und kann ohne größere Schwierigkeiten geöffnet werden, wobei sich das Batteriefach als separates Teil erweist, in das auch der Ein-/Ausschalter und die Netzteilbuchse integriert sind. Dies ist sehr praktisch, wenn man den zerlegten Rechner testen will!

Tastatur und Hauptplatine sind über eine Reihe Leiterbahnen miteinander verbunden, die durch Klebeband zu einer Art Flachbandkabel verbunden wurden. Diese Konstruktion findet man in vielen Taschenrechnern dieser Zeit; sie war sicher billiger als Steckverbindungen, wie sie z.B. im Omron 88R zur Anwendung gekommen sind. Das „Flachbandkabel“ im Omron 86R ist so lang und flexibel, dass man sich traut, die Tastaturplatine anzuheben, um z.B. an die Schrauben der Tastatur heranzukommen, die ich bei meinem Exemplar öffnen musste, weil eine Taste nicht funktioniert hat (Ursache war eine Verschmutzung des Kontakts).

Das IC ist ein Omron (Hitachi) HD36291, das man auch in der 2. Version des Omron 86 sowie in den Modellen 821 und 8P findet. Der 86R ist der einzige dieser Rechner, der sowohl die Wurzelfunktion als auch den Vorzeichenwechsel und den Addiermaschinenmodus nutzt.

Das IC kann die Anzeige direkt ansteuern, so dass keine Treiber-ICs oder -Transistoren erforderlich sind. Die Anzeigeröhre ist zylindrisch und hat neun Stellen, von denen die linke für die Darstellung von Minuszeichen und Fehlern genutzt wird.

Seltsamerweise trägt die Platine die Nummer 87-340402A. Tatsächlich gibt es einen Omron 87, der mit dem 86R weitgehend identisch ist.

Die Tastatur stammt von HEC (Platinennummer KB 6365-01) und wird von acht kleinen Schrauben zusammengehalten. Der Aufbau ist recht vielteilig; zu jeder Taste gehört eine Schraubenfeder, die gerne ihren Platz verlässt, wenn man beim Zerlegen nicht aufpasst. Jede Taste enthält ein Innenteil aus leitendem Gummi, das die Kontakte auf der Platine verbindet. Besonders der Zusammenbau verlangt eine ruhige Hand, denn zwischen den Federn und der Platine liegt noch eine Kunststofffolie als Isolator.

Verwandtschaft

Der Omron 86R gehört zu einer großen Familie von Rechnern, die auf den Omron 86 zurückgehen.

Der bereits erwähnte Omron 87 scheint der 2. Version des 86R weitgehend zu entsprechen. Er hat jedoch kein silbernes Typenschild wie die anderen Modelle, sondern es ist Teil der Gehäuseform, so wie bei vielen Sharp-Taschenrechnern. Möglicherweise handelt es sich dabei um eine Maßnahme zur Kostensenkung, aber dagegen spricht die Platinenbeschriftung, die darauf hindeutet, dass es den 87 schon vor der 2. Version des 86R gegeben hat. Vielleicht hat man aus Marketinggründen schließlich doch an der Zahl 86 festgehalten.

Galerie

Eigenes Exemplar

  • Inv.-Nr. 2506, Seriennummer 6050359, Baujahr 1975, Zustand: funktionsfähig

Externe Links

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