Prinztronic MC66

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Prinztronic MC66

Der Prinztronic MC66 ist ein 12-stelliger anzeigender Tischrechner mit Digitron-Display. Meine Exemplare sind von 1973.

Dieses Modell hat wohl die Nachfolge des MC65 angetreten, ist aber abweichend ausgestattet. Insbesondere fehlt der Schiebeschalter zur Einstellung verschiedener Kommapositionen – der MC66 arbeitet immer im Fließkommamodus. Der Schiebeschalter für die Speicherautomatik ist einer ganz normalen [M+]-Taste gewichen, und der Konstanten-Schiebeschalter wurde durch eine [K]-Taste ersetzt, die nicht mechanisch einrastet. Eine gespeicherte Konstante wird stattdessen mit einem K im Display angezeigt. Gegenüber dem MC65 ist eine Vorzeichenwechseltaste hinzugekommen. Die [CE]-Taste ist entfallen, aber deren Zweck erfüllt jetzt die [C]-Taste, wenn sie nur einmal gedrückt wird.

Die Tastatur hat etwas kleinere Tasten und macht einen weniger wertigen Eindruck. Alles in allem war der MC66 sicher um einiges billiger herzustellen als der MC65.

Meine Exemplare sind beide etwas vergilbt, wodurch die obere Gehäusehälfte und die Speichertasten etwas grünlich wirken. Die ursprüngliche hellblaue Farbe hat sich in der [K]-Taste am besten erhalten; die Speichertasten hatten einmal die gleiche Farbe. Unten ist ein Bild verlinkt, das ein weniger vergilbtes Exemplar zeigt.

Innenleben

Der Zwang zur Kostensenkung macht sich auch im Inneren bemerkbar: Die soliden Metallteile im MC65 sind weitgehend verschwunden, und die Komponenten sind wie heute üblich direkt an den Gehäuseteilen befestigt.

Die Tastatur besteht aus zwei separaten Modulen, die an der Gehäuseoberschale befestigt sind. Nur die [K]- und die [M+]-Tasten sind eigene Bauelemente, was daran liegt, dass die beiden Tastaturmodule denen im speicherlosen Modell MC44 entsprechen. Die Verbindung zur Platine erfolgt über über einen Platinenstecker.

Auf der Hauptplatine befinden sich vier ICs. Das Haupt-IC ist vom Typ Rockwell 15352PA (evtl. auch mit Sharp-Beschriftung). Drei Toshiba TM4358P sorgen für die Ansteuerung der Anzeige. Diese besteht aus 12 Siebensegment-Röhren und rechts einer 13. Röhre für die Minus- und Speicheranzeige. Wie auch beim C40 handelt es sich eigentlich um Achtsegment-Röhren, aber das achte Segment zur schöneren Darstellung der 4 wird nicht genutzt.

Eine spezielle Fehleranzeige gibt es nicht; Überlauf oder Division durch null werden mit 0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0. angezeigt.

Verwandtschaft

Der von Sharp gebaute MC66 ist ein enger Verwandter des Sharp CS-2101 und des ebenfalls von Sharp gebauten Privileg CX 1200M. Alle drei Rechner basieren auf dem gleichen IC, und die Tastaturen sind sich sehr ähnlich, wobei sich der Unterschied auf die beim MC66 abweichende Lage der [K]-Taste beschränkt. Die Gehäuse und Platinen der drei Rechner unterscheiden sich jedoch, insbesondere weicht die Platine des MC66 schon deshalb von den andern beiden ab, weil sie eine steckbare Verbindung zur Tastatur hat.

Galerie

Eigene Exemplare

  • Inv.Nr. 2904, Seriennummer D 6605800, Baujahr 1973, Zustand: funktionsfähig
  • Inv.Nr. 2905, Seriennummer D 6600707, Baujahr 1973, Zustand: funktionsfähig

Externe Links

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