Privileg 812 M

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Privileg 812 M

Der Privileg 812 M (Best.-Nr. 147.552 4) ist ein achtstelliger anzeigender Tischrechner mit Digitron-Display. Meine Exemplare sind von 1977 und 1978; das Modell war allerdings noch im Quelle-Katalog 1980/81 aufgeführt (für 99,- DM).

Zum Funktionsumfang dieses Modells gehört ein Speicher mit drei Tasten, Quadratwurzel und Pi. Letzteres ist an nicht-wissenschaftlichen Rechnern ziemlich selten. Der 811 M hat diese Taste nicht; um sie unterzubringen, wurde die Größe der [0]-Taste halbiert und die [+/−]-Taste in den Ziffernblock verlegt. Abgesehen davon sind die Tastaturen beider Modelle gleich.

Schiebeschalter sind keine vorhanden. Es gibt weder Rundungs- noch Kommaoptionen, und der 812 M arbeitet immer im Fließkommamodus.

Innenleben

Das Gehäuse ist mit drei Schrauben verschlossen, wobei eine davon in der Rückwand sitzt. Die Tastatur ist mit der Oberschale verschraubt, aber das nicht aussteckbare Kabel ist lang genug, um beide Gehäusehälften nebeneinander legen zu können.

Im Inneren gibt es keine großen Unterschiede zwischen 811 M und 812 M. Letzterer basiert auf einem Sharp LI2013 statt einem LI2003, was auch kleine Unterschiede an der Hauptplatine bewirkt, aber die Displayplatinen sind gleich, und auch im 812 M ist sie mit 811 beschriftet. Sie ist schräg auf einem Metallrahmen befestigt, der auch Trafo und Netzschalter hält, wobei sie mit über die gesamte Breite gehenden Anschlussdrähten untrennbar mit der Hauptplatine verbunden ist.

Die Hauptplatine wirkt sehr übersichtlich, fast ein bisschen zu leer für ihre Größe. Das IC kann Anzeige und Tastatur ohne Verstärkerstufen ansteuern, so dass außer dem IC und einigen Bauteilen zur Spannungsregelung nur Widerstände und Dioden zu sehen sind. Auch die Netzteilelektronik ist sehr einfach gehalten, z.B. bestehen beide Gleichrichter lediglich aus einer einzelnen Diode anstelle eines Brückengleichrichters. Dennoch gibt neben der Heizspannung für die Anzeige drei verschiedene Gleichspannungen, die auf der Platine mit Vdd, Vgg und Vpp bezeichnet sind.

Die Hauptplatinen in meinen beiden 812 M sind bei gleichem Layout und gleicher Nummer nicht ganz identisch: Die ältere besteht aus einem helleren Material und trägt oberhalb der Platinennummer ein Logo und einen großen Aufkleber mit Qualitätsprüfungsinformationen.

Die Tastatur besteht aus drei Modulen mit einer gemeinsamen Platine. Man kann sie öffnen, ohne dass man befürchten muss, dass Federn und andere Kleinteile verloren gehen. Die Tastaturplatine ist seltsamerweise mit KB 811-812 beschriftet, obwohl die Beschriftung der Tastenpositionen nur zum 812 M passt. Doch 811 scheint herstellerintern eine typübergreifende Sammelbezeichnung gewesen zu sein, denn die Tastaturplatinen im 801 und im 802 tragen mit KB 811-801 und KB 811-802 entsprechende Beschriftungen.

Übrigens sind alle Platinen im 812 M sehr gut beschriftet, und ein Schaltplan des Rechners sowie die Anschlussbelegung des ICs ergeben sich damit fast von alleine (siehe Sharp LI2013).

Verwandtschaft

Der 812 M ist das am besten ausgestattete Modell einer Familie von vier Rechnern, zu der auch die Modelle 801, 802 und 811 M gehören. Alle diese Rechner sind sich im Inneren sehr ähnlich und äußerlich nur anhand von Details des Tastaturlayouts zu unterscheiden. Nicht in diese Gruppe gehört der 810 M.

Hergestellt wurden diese Rechner in Hongkong von Fords. Einige Modelle dieses Herstellers, darunter auch zwölfstellige wie der (VIP) 121M und der 122M, sitzen im gleichen Gehäuse wie die Privileg-Rechner. Bisher ist mir aber nur ein mit einem der Privileg-Rechner äußerlich identisches Fords-Pendant begegnet, der Fords 811, der trotz seiner Typenbezeichnung dem Privileg 812 M gleicht. Dieser hat laut eBay-Anbieter ein IC von Texas Instruments (wie der Privileg 801 und der Fords 122M), aber diese Angabe darf bezweifelt werden.

Ein optisch zu den Privileg-Rechnern passender Fords ist das druckende Modell 122PD. Von diesem gibt es einige Varianten, z.B. für den italienischen Anbieter IME, aber ein entsprechender Privileg ist mir noch nicht begegnet.

Galerie

Eigene Exemplare

  • Inv.-Nr. 2455, Seriennummer 16970, Baujahr 1977, Zustand: funktionsfähig
  • Inv.-Nr. 2463, Seriennummer V07101, Baujahr 1978, Zustand: funktionsfähig

Externe Links

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