Rockwell A4201

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Rockwell A4201PC

Das Rockwell A4201, mir vorliegend in den Versionen A4201CC und A4201PC, ist ein Rechner-IC für 12-stellige Rechenmaschinen ohne Anzeige mit einem 15 Spalten breiten Druckwerk (ohne Trennung von Tausendergruppen, üblicherweise ein Epson Model 310). Die mir bekannten Exemplare tragen Datumscodes von 1975 oder 1976.

Zum Funktionsumfang gehören ein über sechs Tasten bedienbarer Speicher, Quadratwurzel, Postenzähler, Vorzeichenwechsel, Registertausch, optionale 5/4-Rundung, Fließkommamodus, die Festkommapositionen 0 bis 7 sowie zwei Addiermaschinenmodi mit zwei oder drei Nachkommastellen.

Über eine 8×4-Tastaturmatrix können maximal 32 Tasten angesprochen werden. Die Papiervorschubtaste ist, anders als beim A5700, nicht Teil der Matrix, sondern hat einen eigenen Eingang am IC – ein auf dem A4201 basierender Rechner könnte also auch 33 Tasten haben. Bei den mir bekannten Modellen sind es aber maximal 31, und es ist unsicher, ob alle 32 Tastenfunktionen definiert sind.

Das A4201 sitzt wie viele Rockwell-ICs in einem 42-poligen Gehäuse mit versetzten Anschlussbeinchen, was eine relativ kompakte Bauweise ermöglicht. Wie üblich werden diese Beinchen von 1 bis 42 durchgezählt. Pin 1 ist dabei durch einen farbigen Punkt auf dem Gehäuse gekennzeichnet; die Zählung erfolgt von oben gesehen gegen den Uhrzeigersinn.

Anschlussbelegung

Diese Informationen stammen nicht aus einem Datenblatt, sondern haben sich aus der Analyse eines Privileg 1201 PM und eines Rockwell 212P ergeben. Alle Angaben ohne Gewähr!

Pin Funktion Pin Funktion
1 Druckstelle 14 42 Druckstelle 13, Kommaschalter F
2 Druckstelle 15 (Sonderz.) 41 Druckstelle 12, Kommaschalter AM3 / 000
3  ? 40 Druckstelle 1 (Sonderz.)
4 VDD (−15V) 39 Druckstelle 11, Kommaschalter AM2 / $
5 NC 38 Druckstelle 10, Kommaschalter 7
6 Tastaturmatrix S7 37 Druckstelle 9, Kommaschalter 6
7 Tastaturmatrix S6 36 Druckstelle 8, Kommaschalter 5
8 Tastaturmatrix S5 35 Druckstelle 3, Kommaschalter 0
9 Tastaturmatrix S4 34 Druckstelle 7, Kommaschalter 4
10 Tastaturmatrix S3 33 Druckstelle 6, Kommaschalter 3
11 Tastaturmatrix S2 32 Druckstelle 2 (Sonderz.)
12 Tastaturmatrix S1 31 Druckstelle 5, Kommaschalter 2
13 GND (+0V) 30 Druckstelle 4, Kommaschalter 1
14 Tastaturmatrix S0 29 NC
15 Rückleitung von der Tastaturmatrix K2 28 Signal von Druckerlichtschranke
16 Rückleitung von der Tastaturmatrix K3 27 DPS (decimal point switch)
17 Rückleitung von der Tastaturmatrix K4 26 Signal von Drucker-Reed-Kontakt
18 Reset (?) 25 Rundungs-Schiebeschalter
19 Rückleitung von der Tastaturmatrix K1 24 Papiervorschubtaste PF
20 Rotdruck 23 Fehleranzeige E
21 Druckermotor 22 Speicheranzeige M

Anmerkungen

  • Pins mit NC sind in den untersuchten Rechnern nicht angeschlossen. Das heißt nicht zwangsläufig, dass sie keine Funktion haben.
  • Pin 3 liegt in den untersuchten Rechnern über einen Widerstand konstant auf Minuspotential
  • Die in der Reihenfolge etwas unordentlich angeordneten Druckausgänge habe ich auf zwei verschiedenen Platinen verifiziert.
  • DPS ist die gemeinsame Leitung für den Komma- und den Rundungs-Schiebeschalter. Die Schalter verbinden die zugehörigen IC-Pins also nicht mit GND oder VDD, was damit zusammenhängt, dass die Pins auch als Druckerausgang verwendet werden.
  • Die Anschlüsse K1 bis K4, Reset (?), DPS, Fehler, Speicher, Rotdruck, Druckermotor sowie die beiden Rückmeldeleitungen von Druckwerk liegen auf den gleichen Pins wie beim Rockwell A5700.

Tastaturmatrix

  S0 S1 S2 S3 S4 S5 S6 S7
K1 [n] [M+] [9] [7] [5] [3] [1]
K2 [C/CE] [M+=] [RM] [#] [RC] [×] [+]
K3 [M–] [.] [8] [6] [4] [2] [0]
K4 [M–=] [+/–] [CM] [√] [%] [÷] [–] [=]

Die freien Stellen könnten unbekannte Funktionen enthalten, z.B. eine Doppelnull-Taste, sie könnten aber auch völlig ungenutzt sein. Aus anderen Ähnlichkeiten zur Matrix des A5700 könnte man schließen, dass [00] und [000] an den Positionen K1/S2 und K3/S1 liegen.

Beim Verifizieren der aus dem Privileg 1201 PM herausgemessenen Belegung der Tastaturmatrix bin ich beim Rockwell 222P, der keinen Speicher hat, auf eine Merkwürdigkeit gestoßen: Die sechs Tasten, die für den Speicher zuständig sind, haben im 222P eine andere Funktion: [*] (Endergebnis) statt [CM], [◇] (Zwischenergebnis) statt [RM], [+] statt [M+] etc. Nun sind diese Funktonen zwar offensichtlich verwandt, aber sie wirken in einem Fall auf das Speicherregister und im anderen Fall auf das Ergebnisregister.

Hat das IC vielleicht einen Modus für Rechner ohne Speicher? Dann müsste es irgendeinen Konfigurationseingang geben, dessen Beschaltung im 222P anders ist als im 1201 PM, aber das ist nicht der Fall – der einzige Eingang mit unklarer Funktion (Pin 3) liegt in beiden Rechnern auf Minus.

Tatsächlich rechnet der 222P im Speicherregister! Damit im Ausdruck nicht nach jeder Operation das Speichersymbol erscheint, fehlt es schlicht und einfach im Drucker; man darf die Druckwerke also nicht einfach zwischen beiden Modellen austauschen (siehe auch Typenscheiben im Epson Model 310).

Der Vorteil gegenüber dem einfachen Weglassen der Speichertasten besteht wohl darin, dass die Funktionen [=+], [=–] und evtl. auch [RM] bzw. [◇] nur für den Speicher zur Verfügung stehen, bei einem Rechner mit Speicher also nicht separat verfügbar sind. Und wenn man schon den Speicher weglässt, will man dem Anwender wenigstens einen kleinen Ersatz bieten!

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