Sharp CS-1107

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Sharp CS-1107

Der Sharp CS-1107 ist ein zehnstelliger anzeigender Tischrechner mit Digitron-Display. Mein Exemplar ist von 1976.

Auf den ersten Blick ähnelt der CS-1107 sehr seinem Vorgänger CS-1102, denn das Gehäuse ist fast unverändert geblieben – nur befindet sich jetzt die gesamte Tastatur in einer leichten Vertiefung, während des beim CS-1102 nur die Schiebeschalter waren. Neben dem Display ist die Aufschrit „SHARP“ hinzugekommen, während der Rest einschließlich des roten Logos etwas kleiner geworden ist.

Der CS-1107 hat drei Tasten mehr, was wegen des knapp bemessenen Gehäuses zulasten der Größe der [C]-, [−=]- und [×]-Tasten geht - nur die [+=] hat jetzt noch die doppelte Größe. Zwei der neuen Tasten, [M−] und [M+], gehören zum Speicher, der aber weiterhin einen per Schiebeschalter einschaltbaren Automatikmodus hat. Dieser Schalter ist jetzt rechts statt links angeordnet, damit er näher an den Speichertasten ist.

Der Zweck der neuen [CT]-Taste erscheint erst einmal rätselhaft. Ihre Anordnung über der [C]- und der [CE]-Taste hat mich erst vermuten lassen, dass es auch eine Löschtaste ist (clear total?), aber nach etwas Herumprobieren war klar, dass diese Taste den Stand eines Postenzählers ausgibt, CT also für „counter“ steht. Der Postenzähler wurde bei den 10- und 12-stelligen Nachfolgemodellen des CS-1107 beibehalten, ist bei den neueren Rechnern aber etwas deutlicher mit IC („item counter“) beschriftet.

Die vier Schiebeschalter haben ihre Funktionen grundsätzlich beibehalten, wobei der Fließkommamodus jetzt wie gewohnt über den Schalter gewählt wird, der auch für die Festkommamodi zuständig ist. Außerdem ist an diesem Schalter eine Stellung für den Addiermaschinenmodus hinzugekommen. Der Rundungsschalter hat eine dritte Position „aufrunden“ bekommen.

Ein unbedeutender aber erwähnenswerter Unterschied zwischen CS-1102 und CS-1107 ist das Typenschild: Bei letzterem ist es metallisch blank, während es beim CS-1102 noch das ältere, schwarz lackierte Design hat.

Innenleben

Wie der CS-1102 wird auch der CS-1107 ohne Schrauben von einem Haken- und Keilverschluss zusammengehalten, was das Öffnen etwas fummelig macht.

Der innere Aufbau ist im Grunde gleich, aber mit dem entscheidenden Unterschied, dass die Platine (Nr. F1414) jetzt mit der Lötseite nach oben eingebaut ist, so dass man das IC erst sieht, wenn man die Platine herausgenommen hat. Ein offensichtlicher Vorteil dieser Anordnung ist zunächst nicht erkennbar, aber ich vermute stark, dass bei der neuen Bauweise die Tastaturschalter direkt auf Kontaktflächen wirken, die Teil des Leiterbahnmusters sind, so wie es auch beim nachfolgenden CS-1109 der Fall ist.

Anders als beim CS-1102, wo sie auf einer soliden Metallplatte aufgebaut war, besteht die Tastatur des CS-1107 aus Kunststoffmodulen. Wie die Lage der Platine schon andeutet, ist die Mechanik eine andere, was man auch spürt: Im direkten Vergleich ist das Tippgefühl auf dem neuen Rechner anders und subjektiv auch etwas „billiger“, was aber nicht heißen soll, dass die neue Tastatur schlecht ist.

Das Herausnehmen oder auch nur Umdrehen der Platine ist nicht ganz einfach, denn ein unverschämt kurzes und auf beiden Seiten angelötetes Kabel verbindet die Platine mit einem Abschirmblech im Gehäuseboden. Dass Trafo, Netzschalter und Netzkabel wie beim CS-1102 ebenfalls an der Platine hängen, macht die Sache nicht einfacher und es ist schwer, die Platine überhaupt in eine fotografierbare Position zu bringen.

Das IC ist ein Hitachi HD37400 mit 42 Anschlussbeinchen. Es benötigt keine Treiber-ICs zur Ansteuerung der Anzeige, und deswegen hält sich die Zahl der übrigen Bauteile in Grenzen.

Verwandtschaft

Der CS-2108 ist dem CS-1102 ähnlicher als dem CS-1107, insbesondere hat er das gleiche Design der Tastaturblende und der Besschriftungen neben der Anzeige und auch noch ein dunkles Typenschild. So gesehen ist der CS-1107 ein Modell, zu dem mir keine 12-stellige Entsprechung bekannt ist. Interessanterweise entspricht jedoch der technisch zwischen CS-2108 und CS-2109 stehende Facit 2102 genau diesem „fehlenden“ Modell, denn dieser hat nicht nur den Postenzähler, sondern auch die von unten bestückte Platine und die Kunststofftastatur!

Ein oder zwei Modellauflistungen im Internet enthalten einen CS-2108S, bei dem es sich sehr gut um dieses fehlende Modell handeln könnte, aber einen (Bild-) Beweis für die Existenz dieses Modells kenne ich nicht. Gegen die Existenz eines genau dem Facit 2102 entsprechenden CS-2108S spricht jedoch, dass die Platinennummern des Facit (F1453) und des CS-2109 (F1452) direkt aufeinander folgen, wobei die des Facit höher ist. Die des CS-1107 ist dagegen F1414, also etwas älter. Die Paare CS-1102/CS-2108 und CS-1109/CS-2109 haben aufeinanderfolgenden Nummern F1233 und F1234 bzw. F1451 und F1452.

CS-1102 bzw. CS-1107 und CS-2108(S) bilden die letzte und meines Wissens auch einzige Familie 10- und 12-stelliger anzeigender Rechner, bei denen die 10-stellige Version ein abweichendes Gehäuse hat. Ab den Nachfolgemodellen CS-1109 bzw. CS-2109 wird für beide Varianten nur noch eine Gehäusebauart verwendet. Ab diesen Modellen haben auch die zehnstelligen Rechner vier Speichertasten, die wie beim CS-2108 einen eigenen Block bilden.

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Eigenes Exemplar

  • Inv.-Nr. 715, Seriennummer 6800696X, Baujahr 1976, Zustand: funktionsfähig
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