Sharp CS-626

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Sharp CS-626

Der Sharp CS-626 ist ein 12-stelliger druckender Taschenrechner ohne Anzeige. Mein Exemplar ist von 1973.

Der CS-626 ist ein Nachfolger des CS-622A, wobei es aber zwischen beiden Modellen wahrscheinlich mindestens ein weiteres gibt (siehe Abschnitt „Einordnung“). Das Gehäuse des CS-626 entspricht dem des vermutlich etwa früher erschienenen CS-521. Verglichen mit dem des CS-622A wirkt es deutlich glatter und rundlicher, aber auch etwas langweiliger. Modernisiert wurde auch die Form der Additions- und Subtraktionstasten, die jetzt breiter und höher sind als die übrigen Tasten, so wie es bei modernen Tischrechnern selbstverständlich ist.

Der Funktionsumfang des CS-626 ist dagegen kaum verändert worden: ein vollwertiger Speicher mit vier Tasten, konstante Multiplikatoren und Divisoren, Prozentautomatik und 5/4-Rundung. Neu sind Zwischensumme und Nichtrechentaste. Die Bedienung der Konstanten wurde vereinfacht, denn während beim CS-622A noch über einen Schiebeschalter zwischen Multiplikator und Divisor umgeschaltet werden musste, ergibt es sich beim CS-626 aus der gewählten Operatortaste im Zusammenhang mit einer einrastenden [K]-Taste.

Die möglichen Festkommapositionen sind 0, 1, 2, 3, 4 und 6. Die Position 8 des CS-622A ist entfallen, dafür gibt es jetzt einen Addiermaschinenmodus, der bei der Eingabe immer zwei Nachkommastellen annimmt. Einen Fließkommamodus gibt es nach wie vor nicht. Über einen zweiten Schiebeschalter kann zwischen Abrunden und kaufmännischer Rundung umgeschaltet werden, links davon ist die Papiervorschubtaste.

Der Status des Rechners wird wie beim Vorgänger über drei Lämpchen angezeigt, gelb für Power, rot für Fehler und grün für den Speicher.

Innenleben

Das Gehäuse ist über zwei Schrauben auf der Unterseite und zwei auf der Rückseite verschlossen und kann leicht geöffnet werden, da sich der Oberteil trotz Verbindungskabeln nach rechts umlegen lässt. Um beide Hälften vollständig zu trennen, muss das Tastaturkabel abgezogen und außerdem ein Massekabel abgeschraubt werden.

Die Platine mit der Nummer E1076 ist übe zwei seitliche, am Gehäuseboden festgeschraubte Kunststoffhalterungen befestigt. Um sie herauszunehmen, muss außerdem ein Massekabel abgeschraubt werden.

Die Logik sitzt im IC-Paar NEC µPD221C und µPD222C. Die übrigen ICs stammen von Hitachi, es sind drei HD3226P und zwei HD3233P. Da die beiden HD3233P und zwei der drei HD3226P im CS-523 fehlen, dem speicherlosen Schwestermodell des CS-626, hängen sie wohl mit dem Speicher zusammen. Das Druckwerk, ein Trommeldrucker vom Typ Shinshu Seiki Model 104, wird über diskrete Transistoren angesteuert, die eine auffällige Reihe vor dem Druckerstecker bilden.

Die Tastatur ist auf einer Metallplatte montiert, die mit der Gehäuseoberschale verschraubt ist. Eine Tastaturplatine im üblichen Sinne gibt es nicht. Die Tastenschalter sowie die drei Kontrolllämpchen sind über Kabel mit einer kleinen Platine (Nummer F1061) verbunden die den Übergang zum zur Platine führenden Kabelbaum bildet und auf der auch die beiden Schiebeschalter befestigt sind.

Einordnung

Der CS-523 ist, wie schon erwähnt, das Schwestermodell ohne Speicher. Auf dessen Platine sind Plätze für die „fehlenden“ ICs vorgesehen, so dass es wahrscheinlich auch den CS-626 mit dieser etwas neueren Platine gibt. Die Platinen sind in Form und Größe gleich, allerdings ist die in meinem CS-626 zweiseitig bedruckt.

Ein weiterer Verwandter ist der von Sharp gebaute Facit 1148, der bei gleichen ICs wiederum eine andere Platine hat.

In der Reihe der frühen 12-stelligen druckenden Tischrechner mit Speicher finden sich im Büromaschinenlexikon nur die Modelle CS-621 (Ausgabe 1972), CS-622A (1973) und CS-626 (1974). Einige Modellauflistungen im Internet deuten jedoch darauf hin, dass es zwischen dem CS-622A und dem CS-626 noch einen CS-622B und einen CS-625 gibt. Ersterer unterscheidet sich vermutlich nicht wesentlich vom CS-622A, der sich wiederum nur durch eine vierte Speichertaste vom CS-622 unterscheidet. Für den CS-625 kann man Farbbänder kaufen, aber das ist bekanntlich kein Existenzbeweis. Es ist aber recht wahrscheinlich, dass es dieses Modell gibt, denn sonst würde es zum bereits erwähnten CS-521 kein entsprechendes Modell mit Speicher geben. Der Unterschied zwischen CS-625 und CS-626 könnte im Druckwerk liegen, und sollte diese Spekulation zutreffen, wäre er äußerlich ebenso schwer vom CS-626 zu unterscheiden wie der CS-521 vom CS-523.

Der CS-626 scheint der letzte 12-stellige druckende Tischrechner mit einer alten, dreistelligen Typnummer zu sein. Das Nachfolgemodell ist demnach der CS-2152, dessen Tastaturlayout identisch ist, der als Druckwerk aber das kleinere Epson Model 310 enthält. Interessanterweise basiert der CS-2152 auf einem NEC µPD223C, das numerisch den beiden ICs im CS-626 folgt!

Galerie

Eigenes Exemplar

  • Inv.-Nr. 772, Seriennummer 31713707, Baujahr 1972, Zustand: funktionsfähig

Externe Links

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