Sharp EL-8024

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Sharp EL-8024

Der Sharp EL-8024 ist ein achtstelliger Taschenrechner mit LC-Display. Meine Exemplare sind von Ende 1976 und 1977.

Dieser in einer Ledermappe befestigte Rechner gehört zu den ersten LCD-Taschenrechnern von Sharp, die nicht mehr die inverse Anzeige der ganz frühen Modelle haben.

Trotz seines etwas ausgefallen Designs scheint der EL-8024 ein Verwandter der preiswerten Modelle EL-200, EL-200S und EL-206 zu sein, mit denen er sich nicht nur die gelbe Anzeige und die Tastaturbauweise teilt, sondern auch das Tastaturlayout: Er hat neben einer Wurzelfunktion den gleichen ungewöhnlichen Ein-Tasten-Speicher, bei dem die [M]-Taste nur zum Abrufen des Inhalts dient und die Zwischenergebnisse automatisch beim Drücken der [=]-Taste akkumuliert werden.

Seine Energie erhält der Rechner, anders als seine preiswerten Verwandten, von zwei AAA-Batterien. Mein neueres und wahrscheinlich praktisch unbenutztes Exemplar enthielt noch die Original-Batterien von Sharp. Bemerkenswerterweise hatten sie noch genug Kraft, um den Rechner ohne Schwächeerscheinungen in der Anzeige zum Leben zu erwecken. Moderne Batterien wären nach 40 Jahren wohl nur noch unansehnliche Kleckse! Das ist übrigens kein Einzelfall, denn auch in andern Sharp-Rechnern habe ich uralte und trotzdem noch brauchbare Batterien gefunden.

Innenleben

Der Rechner lässt sich nach dem Lösen von zwei unter dem Batteriefachdecken verborgenen Schrauben öffnen, allerdings muss man dabei einige Kunststoffnasen überwinden, wobei man am besten an der Vorderkante anfängt.

Im Inneren wirkt der EL-8024 älter als der EL-206, denn sein Haupt-IC, ein Hitachi HD37001B, ist mit 42 Beinchen deutlich größer als sein 28-beiniges Gegenstück im EL-206, ein Sharp SC37003. Die Nummern der ICs legen trotzdem eine enge Verwandtschaft der ICs nahe. Anscheinend hat Sharp diese ICs zuerst von Hitachi produzieren lassen und dann selbst die Produktion übernommen. Der EL-206 ist mindestens ein Jahr nach dem EL-8024 erschienen, aber welches ICs sich in dessen Vorgängern EL-200 und EL-200S befinden und wie die dortige Anordnung der Komponenten ist, kann ich mangels eigener Exemplare nicht sagen.

Die Anordnung des großen ICs direkt unterhalb der Anzeige lässt auf eine enge Verbindung der beiden Komponenten schließen. Leider ist es nicht ganz einfach, den Rechner weiter zu zerlegen, denn dazu muss man die Tastaturgrundplatte unter den seitlichen Kunststoffnäschen hervor hebeln, was leicht zum Brechen des in diesem Bereich sehr filigranen Gehäuserands führen kann (was man allerdings von außen nicht sehen würde). Ich habe es deshalb bewusst bei meinem weniger gut erhaltenen Exemplar gemacht, so dass die Bilder des Innenlebens von einem andern Rechner stammen als der Rest.

Hat man die Tastaturplatte befreit, lässt sich das gesamte Innenleben heraus klappen. Tatsächlich sind Display und IC engstens miteinander verbunden, was ich in dieser Form noch bei keinem anderen Rechner gesehen habe. Auf der Platine unterhalb der Anzeige befinden sich ein Transistor und einige passive Bauteile, darunter eines, dessen Zweck ich nicht erkennen kann. Möglicherweise ist es ein verstellbarer Widerstand. An diesem Aufwand zeigt sich, dass die LCD-Technik damals noch in den Anfängen gesteckt hat.

Wie es sich von außen schon angedeutet hat, ist die Tasteneinheit fast identisch mit der im EL-206, und trotz minimaler Unterschiede lassen sich beide vermutlich austauschen. Anders als im EL-206 ist das Kunststoffteil jedoch mit der Grundplatte der Tastatur verschraubt.

Galerie

Eigene Exemplare

  • Inv.-Nr. 780, Seriennummer 73202791, Baujahr 1977, Zustand: funktionsfähig, fast wie neu mit Mappe, Notizblock, OVP und Anleitung
  • Inv.-Nr. 3978, Seriennummer 6234861Y, Baujahr 1976, Zustand: funktionsfähig, mit Mappe
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