Sharp EL-803

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Sharp EL-803

Der Sharp EL-803 ist ein achtstelliger anzeigender Tischrechner mit Digitron-Display. Mein Exemplar ist von 1972.

Der Rechner ist eine der ersten der EL-Serie („ELSI“), in der nicht nur Taschenrechner, sondern auch preiswertere Tischrechner zu finden sind. Nach dem EL-160 ist der EL-801 das zweite mir bekannte EL-Tischrechner. Er folgt in der nicht zwischen Taschen- und Tischrechnern unterscheidenden Nummernreihe dem EL-802, einem batteriebetriebenen „Handrechner“, der aber wahrscheinlich erst nach dem EL-803 erschienen ist, und dem Mini-Taschenrechner EL-801.

Verglichen mit den in höheren Preissegmenten angesiedelten Tischrechnern der CS-Serie („Compet“) hat der EL-803 etwas kleinere Tasten mit einer billigeren Technik. Optisch unterscheidet sich seine Tastatur auch darin, dass es Zwischenräume auch zwischen direkt nebeneinanderliegenden Tasten gibt, so dass das Gehäuse in diesem Bereich viele kleine Öffnungen hat anstelle von nur zwei oder drei großen. Erst Ende der 1970er Jahre ist Sharp auch bei den „großen“ Tischrechnern zu diesem Design übergegangen.

Der EL-803 kann nicht als der Nachfolger des EL-160 betrachtet werden, denn er hat keinen Speicher. Wenn man überhaupt ein Vorgängermodell nennen will, landet man beim QT-8D, dem ersten achtstelligen Sharp-Rechner überhaupt.

Anders als QT-8 und EL-160 hat der EL-803 eine normale Addiermaschinentastatur mit separaten Tasten für Multiplikation und Division. Neben den vier Grundrechenarten gibt es außerdem einen Schiebeschalter für konstanten Multiplikatoren und Divisoren. Der Rechner arbeitet stets im Fließkommamodus. Führende Nullen werden jetzt unterdrückt, und die ungewöhnliche Ziffernform der früheren Sharp-Rechner mit Digitron-Display ist einer normalen Siebensegment-Darstellung gewichen. Irgendwie schade!

Überlauf und Division durch 0 werden mit 0.E dargestellt. Diese Anzeige erscheint auch nach dem Einschalten, und man muss den Rechner mit der [C]-Taste initialisieren, bevor man losrechnen kann.

Innenleben

Das Gehäuse wird von vier Schrauben zusammengehalten und ist leicht zu öffnen. Die Tastatur ist an der Gehäuseoberschale befestigt und über einen Kabelbaum mit der Platine verbunden, aber die Kabel sind lang genug, um das Umklappen der oberen Rechnerteils nach links zu erlauben. Das Tastaturkabel kann von der Platine abgesteckt werden, aber erst, wenn diese aus dem Gehäuse herausgenommen wurde.

Der Aufbau des Rechners ist unkonventionell, denn der Trafo liegt neben der Anzeigeeinheit und nicht wie üblich dahinter. Daraus ergibt sich die relativ breite, dafür aber weniger tiefe Bauweise des Rechners. Durchgesetzt hat sich diese Bauweise nicht, denn beim Nachfolger EL-804 sitzt der Trafo wieder hinter der Anzeige. Allerdings haben die späteren „großen“ Modelle CS-2109 und CS-2115 wieder einen ähnlichen Aufbau.

Die Platine des EL-803 bildet mit Trafo, Netzschalter und Display eine Einheit, die mit fünf Schrauben am Gehäuseboden befestigt ist. Es sind die gleichen Schrauben wie die vier Gehäuseschrauben, was Verwechslungen beim Wiederzusammenbau vermeidet.

Die Platine trägt auf der Rückseite die Nummer 4193. Das Haupt-IC ist ein Hitachi HD3276P, das von einem HD3253P unterstützt wird. Drei Toshiba TM4352P sorgen für Ansteuerung der Anzeige.

Die Tastatur besteht aus zwei in sich geschlossenen Modulen sowie einem separaten Schiebeschalter, die mit einem soliden Metallrahmen verschraubt sind, der wiederum an der Gehäuseoberschale befestigt ist. Auf dem Bild erkennt man, dass das linke Modul Raum für zwei zusätzliche Tasten hat und der Rahmen eine Öffnung für einen zweiten Schiebeschalter.

Die Displayeinheit besteht aus neun Siebensegment-Röhren vom Typ Futaba DG10Q1. Sie sitzen in einem Metallrahmen, der Platz für vier weitere Röhren bietet und an der Platine festgeschraubt ist.

Verwandtschaft

Der EL-803 gehört in eine Gruppe von acht- und zwölfstelligen Rechnern, die im gleichen Gehäuse sitzen. Aus der Platinennummer kann man schließen, dass er nicht nur das einfachste Modell dieser Familie ist, sondern wahrscheinlich auch das zuerst entwickelte. Er ist auch der einzige, der eine schwarze Tastaturblende hat statt einer blauen.

Die achtstellige Ausführung mit Speicher ist der EL-815S (ein EL-815 ohne S ist weder Google noch mir bekannt). Die zwölfstelligen Modelle sind der CS-124, der CS-225 und der CS-225R (mit Wurzelfunktion). Die zwölfstelligen Modelle gehören interessanterweise zur CS-Serie, obwohl es keine grundlegenden qualitativen Unterschiede gibt.

Einigen Auflistungen zufolge gibt es auch einen EL-803A, aber einen Bild-Beweis für dessen Existenz habe ich noch nicht gefunden. Sollte dieses Modell tatsächlich existieren, gleicht es äußerlich dem EL-803; das ergibt sich aus einem leider nur sehr kleinen Bild auf www.calcuseum.com (siehe externe Links).

Der Nachfolger des EL-803(A) ist der bereits erwähnte EL-804, der auf dem gleichen IC basiert, aber in einem ganz anders gestalteten Gehäuse sitzt.

Der von Sharp gebaute Prinztronic C44 hat mit dem EL-803 die Tastaturmodule und die Haupt-ICs gemeinsam, hat jedoch eine andere Platine und ein anderes Gehäuse. Seine Treiber-ICs entsprechen eher denen des EL-804.

Galerie

Eigenes Exemplar

  • Inv.-Nr. 3586, Seriennummer 29492508, Baujahr 1972, Zustand: funktionsfähig

Externe Links

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