Sharp EL-816

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Sharp EL-816

Der Sharp EL-816 ist ein achtstelliger Taschen- bzw. Handrechner mit Digitron-Display. Meine Exemplare sind von 1973 und 1974.

Der Rechner liegt mit 105 mm Breite, 175 mm Tiefe und 47 mm Höhe in einem Größenbereich, den man nicht mehr als Taschenrechner bezeichnen kann. Seine Grundfläche ist sogar etwas größer als die seines Urahns EL-8, der als erster Taschenrechner gilt, allerdings ist seine Höhe bzw. Dicke deutlich geringer. Ich würde den Rechner wie den EL-8 eher als „Handrechner“ bezeichnen, weil er sich in einer Hand halten und mit der anderen bedienen läßt. Die Handschlaufe ist neben dem Akkubetrieb ein äußeres Anzeichen dafür, dass der EL-816 nicht als kleiner Tischrechner gedacht war, sondern als mobiles Gerät.

Das elegante, mit Metall verkleidete Gehäuse des EL-816 findet man auch schon bei den Modellen EL-811 und EL-811A. Verglichen mit diesen ist eine Taste hinzugekommen, weswegen alle anderen etwas weiter nach unten gerückt wurden. Die neue Taste ist mit [K] beschriftet und dient zum Speichern von konstanten Faktoren und Divisoren, was beim EL-811(A) automatisch ging, aber etwas verwirrend gelöst war.

Ansonsten ist Funktionsumfang gleich geblieben: Neben den Grundrechenarten und der Konstanten gibt es eine Taste zum Vorzeichenwechsel und einen Speicher, der sehr sparsam nur mit zwei Tasten bedient wird ([M+] und [MR CM]). Wie der EL-811(A) und schon der EL-8M kann der EL-816 16-stellige Multiplikationsergebnisse darstellen. Zum Umschalten zwischen den beiden „Hälften“ der Zahl dient die [↔]-Taste.

Wie seine Vorfahren kann der EL-816 mit einem Akku netzunabhängig betrieben werden. Der Akkupack EL-84 und das zugehörige Netzteil/Ladegerät EL-81 wurden unverändert vom EL-8 übernommen. Anders als bei Sharp üblich, ist das passende Ladegerät nicht auf dem Typenschild angegeben, aber der dreipolige Stecker macht es schwer, einen anderen Netzadapter anzuschließen.

Innenleben

Der Gehäuseboden lässt sich nach dem Lösen von zwei Schrauben auf der Unterseite leicht abnehmen. Man erkennt im hinteren Teil des Rechners den Akkupack und im vorderen Teil die Rückseite der Platine. Wie im EL-8 ist der Akku über einen Stecker angeschlossen und kann leicht entfernt bzw. ausgetauscht werden.

Um die interessante Seite der Platine sehen zu können, muss man den Akku ausbauen, unter dem die Spannungsregler- und Ladeelektronik sowie ein fünf- und ein einpoliger Stecker liegen – letzterer ist gegenüber dem EL-811(A) hinzugekommen. Hat man die Stecker getrennt und zwei Schrauben gelöst, kann die Platine einschließlich der darauf befestigten Anzeigeeinheit nach vorne herausgeklappt werden, wobei sie an den zur Tastatur führenden Kabeln hängt, die nicht ausgesteckt werden können. Die Platine hat zwar Kontakte für einen Platinenstecker, aber ein solcher hätte vermutlich nicht mehr in das Gehäuse gepasst.

Auf der Platine befinden sich drei ICs. Das Haupt-IC ist in einem meiner Exemplare ein Rockwell 15340PA, im anderen ein Sharp 15340SA. Zwei Toshiba TM4356P sind für die Ansteuerung der Anzeigeröhren zuständig.

Die Anzeige besteht aus neun Röhren. Acht davon sind Achtsegment-Anzeigen, von denen das achte Segment, eine Verlängerung des waagerechten Strichs der 4, jedoch nicht genutzt wird. Rechts sitzt eine Anzeigeröhre für Minuszeichen, Konstante, Speicher und einem Doppelpfeil für die Umschaltung zwischen dem höher- und niederwertigen Teil eines mehr als achtstelligen Ergebnisses.

Verwandtschaft

Bereits erwähnt wurden die Modelle EL-811 und EL-811A. Trotz des sehr ähnlichen Aussehens und des praktisch gleichen Funktionsumfangs sind diese aber im Inneren etwas anders aufgebaut. Baugleich mit dem EL-811 ist der Prinztronic MC85.

Der Nachfolger des EL-816 ist der EL-8102, der im gleichen Gehäuse sitzt. Im Funktionsumfang ist die Quadratwurzel hinzugekommen, und auf der Unterseite wurde der Akku verändert: Es gibt jetzt ein von außen zugängliches Fach, in das entweder eine Halterung für Trockenbatterien oder ein Akkupack eines neuen Typs (EL-95) eingesetzt werden kann.

Galerie

Eigene Exemplare

  • Inv.-Nr. 3568, Seriennummer 3004612, Baujahr 1973, Zustand: funktionsfähig
  • Inv.-Nr. 3602, Seriennummer 4100108, Baujahr 1974, Zustand: funktionsfähig

Externe Links

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