Triumph-Adler 120 P (CP4)

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Adler 120 P (CP4)

Der Triumph-Adler 120 P (CP4) ist ein zwölfstelliger druckender Tischrechner ohne Anzeige. Mein Exemplar ist von 1974.

Dieses Modell ist das erste der „kleinen“ druckenden Tischrechner von Triumph-Adler, die preislich und funktional unter den „großen“ Modellen wie dem 1214 P angesiedelt waren und auch physisch deutlich kleiner sind.

Ein Ansatz zur Verkleinerung war das Druckwerk: Das Epson Model 310 ist deutlich kompakter als das Model 104 im 1214 P. Der 120 P ist der älteste mir vorliegende Triumph-Adler-Rechner mit diesem weit verbreiteten Drucker. Doch auch die Platine ist deutlich kleiner, und statt (je nach Version) sieben bis elf ICs im 1214 P findet man im 120 P nur noch zwei.

Ein schmales Gehäuse reduziert natürlich die mögliche Größe der Tastatur, aber beim bescheidenen Funktionsumfang des 120 P war dies noch kein Problem. Neben den Grundrechenarten und den üblichen Zwischen- und Endergebnistasten stehen lediglich eine Taste für konstante Faktoren und eine Datumstaste (Nichtrechentaste) zur Verfügung. Ein Schiebeschalter erlaubt die Auswahl eines Addiermaschinenmodus sowie der Festkommapositionen 0, 1, 2 und 3. Außerdem gibt es einen Fließkommamodus – den haben noch nicht einmal die „großen“ Modelle 1214 P und 1414 P zu bieten!

Die Typenbezeichnung 120 P ist eine Neuerung: Bei den früher erschienenen Triumph-Adler-Tischrechnern geben die ersten beiden Ziffern die Zahl der Stellen an bzw. bei achtstelligen Rechnern nur die erste. Die nächste Ziffer ist entweder 0, 1 oder 2 und gibt die Zahl der Speicher an. Die letzte Stelle schließlich ist eine Art laufende Nummer. Letztere ist mit dem 120 P entfallen, denn irgendwie sollte der Unterschied zu den parallel angebotenen Rechnern der „großen“ Reihe gewahrt bleiben. Der Nachteil dieser Lösung war, dass die aufeinanderfolgenden Modelle immer gleich hießen, aber aus Marketingsicht war das wahrscheinlich gar nicht so schlecht.

Innenleben

Das Gehäuse ist mit zwei Schrauben auf der Rückseite und zwei auf der Unterseite verschlossen. Das Gehäuseoberteil kann problemlos abgenommen werden, wobei die Tastatur auf dem unteren Teil des Rechners zurückbleibt.

Anders als der des 1214 P wirkt der Aufbau des 120 P recht modern und übersichtlich: hinten links der Drucker, daneben der Trafo nebst Netzschalter und Sicherung und davor eine flach auf dem Gehäuseboden liegende Hauptplatine, die auch die Netzteilelektronik enthält. Die Tastatur ist über zwei aussteckbare Kabelbündel mit der Hauptplatine verbunden und über ein Massekabel mit der Trafoeinheit, die auf einer soliden Metallplatte aufgebaut ist. Leider ist das recht dicke Netzkabel nicht aussteckbar, was die Handhabung und Lagerung des Rechners etwas erschwert.

Die Hauptplatine hat die Nummer 5239009004. Sie ist relativ dicht bestückt und enthält unter anderem zwei große ICs, drei Hybridbausteine, drei große Elkos, zwei Gleichrichter, zwei Feinsicherungen und ein über die ganze Breite gehendes Kühlblech für zwei Spannungsregler bzw. Leistungstransistoren. Die Platine in meinem Exemplar trägt einen Datumsstempel vom 7. August 1974 (49.8.7, wobei 49 für das japanische Kaiserjahr Shōwa 49 steht).

Das Haupt-IC ist ein Hitachi HD35100 mit 36 Pins, das von einem 28-poligen HD32112P unterstützt wird. Die Ansteuerung des Druckers läuft über zwei Hitachi-Hybridbausteine der Typen FD1021 und FD1018, die vermutlich Transistorstufen enthalten. Der größte Teil der so verstärkten Signale kommt dabei vom HD32112P, ein kleiner Teil direkt vom HD35100.

Die Tastaturplatine mit der Nummer 523901008B enthält neben den Tastenschaltern auch etliche Dioden und Kondensatoren. Auffällig in meinem Exemplar ist, dass zwei verschiedene Typen von Schaltern verbaut worden sind, die sich nicht nur in der Farbe unterscheiden: Die drei von unten weißen und von oben schwarzen Schalter haben integrierte Federn, während bei den übrigen Tasten Schraubenfedern zwischen Tastenkappe und Tastaturrahmen sitzen. Sogar das Tippgefühl ist unterschiedlich, denn die Tasten mit den separaten Federn benötigen etwas mehr Kraft. Es ist deshalb ein wenig sonderbar, dass man die drei abweichenden Schalter nicht für benachbarte Funktionstasten verwendet hat und dass man überhaupt gemischte Versionen gebaut hat – mein Exemplar ist sicher nicht das einzige!

Zwischen Tastenkappen und Metallrahmen sitzt als Staubschutz eine hauchdünne Matte aus Schaumstoff. Anders als in meinen nicht viel älteren 1214 P und meinen beiden etwas jüngeren 120 P der 2. Version ist sie noch flexibel und nicht zu Staub zerfallen.

Der Drucker ist, wie eingangs erwähnt, ein Epson Model 310. Der Rollenhalter ist eine relativ aufwendige Konstruktion, die sich in einem Metallrahmen nach oben herausziehen und dann schräg nach hinten klappen lässt. Beim Versand gibt das natürlich einen exzellenten Schutz!

Verwandtschaft

Anders als von späteren Generationen des 120 P scheint es vom ersten Modell keine Version mit Speicher zu geben, jedenfalls ist mir eine solche noch nicht begegnet. Es ist auch schwer vorstellbar, wo die Speichertasten auf der doch recht kompakten Tastatureinheit sitzen würden.

Das im gleichen Gehäuse sitzende Nachfolgemodell wird auf dem Typenschild ebenfalls als CP4 bezeichnet. Es basiert auf einem anderen Haupt-IC und fällt äußerlich durch drei zusätzliche Funktionstasten auf, die oberhalb des Ziffernblocks angeordnet sind. Es ist also mehr als nur eine Variante des hier behandelten Modells und wird deshalb in einem eigenen Artikel behandelt.

Vom 120 P führt eine direkte Linie zu der bekannten und noch heute verkauften Reihe 121 PD: Die ersten beiden Generationen des 121 PD hatten mit dem 120 P (CP43)) bzw. dem 120 P (CP43(6))) noch Schwestermodelle ohne Anzeige.

Galerie

Eigenes Exemplar

  • Inv.-Nr. 4002, Seriennummer 67036783, Baujahr 1974, „Adler“, Zustand: funktionsfähig, Power-Lämpchen durchgebrannt
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