Triumph-Adler 1214 P

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Adler 1214 P

Der Triumph-Adler 1214 P (CP3) ist ein 12-stelliger druckender Tischrechner ohne Anzeige. Meine Exemplare sind von 1973 und 1974.

Dieses Modell ist der erste mir bekannte 12-stellige Tischrechner von Triumph-Adler, so dass man ihn als Urahn der bekannten Reihe 121 PD betrachten könnte. Abgesehen von der fehlenden Anzeige ist der 1214 P jedoch für seine Zeit sehr gut ausgestattet und hat einige Funktionen, die es bei den frühen 121 PD noch nicht gegeben hat und z.T. bis heute nicht gibt.

Beim Betrachten der Tastatur fallen vor allem die beiden Schiebeschalter für die Festkommapositionen auf (einen Fließkommamodus gibt es nicht). Beide Schalter haben die Positionen 0, 2, 3, 4, 6 und 8, wobei der linke die Nachkommastellen der Eingabewerte festlegt, während der rechte das Endergebnis formatiert. Man kann also sehr genau mit z.B. acht Nachkommastellen rechnen, aber das Ergebnis trotzdem mit nur zwei oder vier Stellen ausgeben. Umgekehrt wäre dies natürlich nicht sehr sinnvoll, und deswegen verhindert ein Ineinandergreifen der beiden Schalter, dass für das Ergebnis eine größere Genauigkeit eingestellt werden kann als für die Eingabe (siehe Bild). Leider sind die Schalterkappen aus Kunststoff der dabei entstehenden Belastung auf Dauer nicht gewachsen, denn nur bei einem meiner drei Exemplare waren noch beide Schalter in Ordnung.

Zum Funktionsumfang gehören neben den bei druckenden Rechnern üblichen auch ein Speicher mit Automatikfunktion, Registertausch, Vorzeichenwechsel, kaufmännische Rundung und Prozentautomatik. Der Rechner ist damit etwas besser ausgestattet als der technisch fast identische General 1217 P, denn letzterer bietet weniger Festkommapositionen und hat auch keine Speicherautomatik. Ein weiterer Unterschied zwischen beiden Modellen ist, dass beim TA 1214 P das rote Lämpchen eine gespeicherte Konstante anzeigt, während es beim General die Fehleranzeige ist. Der TA 1214 P zeigt einen Fehler nur auf dem Papier an und zwar durch eine Reihe von Linkspfeilen.

Meine drei Rechner sind auf der Unterseite mit aufgeklebten Gummiteilen versehen, die weicher sind und für eine eine bessere Geräuschdämmung sorgen als die ursprünglichen vier Standfüße, die jetzt nutzlos in der Luft hängen. Ob diese Teile serienmäßig montiert waren oder von Triumph-Adler als Extra angeboten wurden, kann ich nicht sagen. Für ersteres spricht, dass nicht nur meine drei TA 1214 P damit ausgestattet sind, sondern auch mein TA 1204 P.

Innenleben

Das Öffnen des Gehäuses, der „umgedrehte“ innere Aufbau und damit die Demontage entsprechen dem General 1217 P, mit dem der 1214 P wie gesagt eng verwandt ist (siehe dort).

Trotz aller Ähnlichkeiten gibt es einige Unterschiede, die vor allem auf die andere Gehäuseform und das Tastaturlayout zurückzuführen sind. Man kann also nicht einfach das Innenleben eines TA 1214 P in einen General 1217 P einbauen oder umgekehrt. Neben dem völlig anderen Papierrollenhalter würde dies auch an der Netzkabelbuchse scheitern, weil diese beim 1214 P bedingt durch die Gehäuseform etwas weiter hinten sitzt.

Es ist ein wenig Sammlerglück, dass meine drei 1214 P drei verschiedene Platinen enthalten. Die des ältesten (Version A) entspricht der in meinem General 1217 P; sie enthält elf Hitachi-ICs und drei IC-ähnliche Hybridbausteine von Hitachi und General. Vier der ICs sind mit 28 Pins die größten und stellen vermutlich den Kern der Logik. Es sind die Typen HD32112P, HD32117P, HD32118P und HD32119P. Das HD32112P sorgt über zwei Hybridbausteine vom Typ FD2018 für die Ansteuerung des Druckwerks. Ein weiteres IC vom Typ HD3219P ist mit 24 Pins auch noch relativ groß. Die sechs kleinen ICs sind zwei HD3226P, drei HD3227P und ein HD3233P. Beim General 1217 P fehlen die beiden HD3227 links vorne, so dass man vermuten kann, dass sie mit der Speicherautomatik zusammenhängen.

Bemerkenswert ist, dass der 14-stellige 1414 P die gleichen fünf großen ICs sowie die gleichen Hybridbausteine enthält. Der 1414 P enthält weniger kleine ICs, dafür aber mehr Transistoren. Insgesamt sind sich die Platinen der beiden Modelle recht ähnlich, insbesondere in den äußeren Abmessungen und in der komplexen Form des Kühlblechs rechts hinten.

Bei der Version B der Platine wurden die beiden ICs HD32117P und HD32118P durch HD32157P und HD32158P ersetzt, womit zwei HD3226P, ein HD3227P und ein HD3223P überflüssig geworden sind. Die jüngste Platine hat die Version E. Das HD32119 wurde durch ein HD32189 ersetzt, wobei die übrigen ICs unverändert geblieben sind. Allerdings wurde der freie Platz, der bei der Version B durch das Entfallen der vier kleinen ICs entstanden ist, genutzt, um die Spannungsregler-Elektronik etwas weniger gedrängt anzuordnen.

Auch die Tastaturplatinen meiner drei Exemplare sind nicht identisch. Die beiden jüngeren haben eine Platine vom Typ E („2E-FU“), während die im ältesten vom Typ A ist („2A-FU“). Abgesehen davon, dass die Leiterbahnen in der älteren Version überwiegend kupferfarben erscheinen, sind die Unterschiede minimal. Wesentlich auffälliger ist ein Unterschied, den es unabhängig von der Platinenversion gibt: Bei meinen beiden älteren 1214 P sind die Zifferntasten mit Kondensatoren versehen, und einige Kabel führen zu einer seitlich angebrachten Hilfsplatine, auf der einige Dioden sitzen. Als Ausgleich sind einige Leiterbahnen durchtrennt worden. Das Ganze wirkt von der Ausführungsqualität her wie eine nachträgliche Ergänzung, und wären nicht zwei unabhängig voneinander erstandene Rechner auf diese Weise umgebaut worden, hätte ich es für eine individuelle Bastelei gehalten. Der jüngste 1214 P sowie mein 1204 P und auch der General 1217 P (der älteste all dieser Rechner) enthalten weder die Kondensatoren noch die Hilfsplatine.

Über den Zweck dieses Umbaus kann man ohne eine genaue Analyse der Veränderungen nur spekulieren. Sollen damit Prell-Probleme behoben oder die Funkentstörung verbessert werden? Oder soll das gleichzeitige Drücken von Zifferntasten abgefangen werden? Für ersteres spricht, dass die Tastatur meines jüngsten 1214 P am stärksten zum Prellen neigt, für letzteres, dass nur die Zifferntasten verändert wurden und dass im Büromaschinenlexikon von „elektronischer Tastensperre“ die Rede ist.

Wie auch im General 1217 P liegen auch im TA 1214 P unter bzw. zwischen den Tasten dünne schwarze Schaumstoffmatten, die ursprünglich wohl verhindern sollten, dass das glänzende Metall des Tastaturrahmens von oben zu sehen ist und dass Feuchtigkeit und Schmutz ins Rechnerinnere gelangen konnten. Leider waren diese Matten nicht für eine Lebensdauer von 45 Jahren ausgelegt, und sie sind inzwischen so brüchig, dass sie schon bei leichten Erschütterungen zu einem unangenehmen schwarzen Pulver zerfallen, das man vermutlich lieber nicht einatmen sollte. Zur Demontage der Matten ist deshalb ein Staubsauger das Werkzeug der Wahl. Man könnte aus modernem Material einen Ersatz ausschneiden, aber ich habe bisher darauf verzichtet.

Verwandtschaft

Das entsprechende Modell des Herstellers General, der Teknika 1217 P wurde bereits erwähnt. Vom TA 1214 P gibt es auch eine Variante ohne Speicher, den 1204 P, zu dem mir aber kein entsprechendes General-Modell bekannt ist.

Der 14-stellige TA 1414 P ist wegen seines größeren Druckwerks etwas „dicker“; die Tastaturen beider Modelle sind aber praktisch gleich, und auch die Elektronik ist, wie bereits erwähnt sehr ähnlich.

Das Nachfolgemodell des TA 1214 P ist der spätestens 1975 erschienene TA 1215 P.

Galerie

Eigene Exemplare

  • Inv.-Nr. 1994, Seriennummer 368497, „Adler“, Platine A, Baujahr 1973, Zustand: funktionsfähig, mit Handbuch
  • Inv.-Nr. 4036, Seriennummer 388373, „Triumph“, Platine B, Baujahr 1973, Zustand: Platine defekt, Drucker und Tastatur in Ordnung
  • Inv.-Nr. 1972, Seriennummer 432160, „Adler“, Platine E, Baujahr 1974, Zustand: funktionsfähig

Externe Links

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