Triumph-Adler 1216

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Triumph 1216 (1. Version)

Der Triumph-Adler 1216 (Typ EC31) ist ein wahrscheinlich 1975 erschienener 12-stelliger anzeigender Tischrechner mit VF-Display.

Von diesem Modell gibt es zwei Varianten, die beide als EC31 bezeichnet werden, also am Typenschild nicht unterscheidbar sind. Dies ist mir erst aufgefallen, als ich, viele Jahre nach den ersten vier, meinen fünften TA 1216 erstanden habe. Die ältere Variante hat im Gegensatz zur neueren nur zwei kleine Funktionstasten oberhalb der eigentlichen Tastatur, [√] (Wurzel) und [EX] (Registertausch). Wegen der nicht unerheblichen Unterschiede auch im Rechnerinneren habe ich der neuen Variante einen eigenen Artikel gewidmet.

Der Funktionsumfang des 1216 geht deutlich über das hinaus, was zu seiner Zeit Standard war. Erwähnenswert ist insbesondere die Postenzähleranzeige, die die rechten beiden Stellen der 12-stelligen Anzeige einnimmt. Das ist möglich, weil sich die Anzeige von links füllt, wie auch bei den Vorgängermodellen des 1216 bis hinunter zum 800.

Bemerkenswert ist auch der Schiebeschalter links der Tastatur, mit dem man verschiedene Prozentprogramme (so heißt es im Handbuch) auswählen kann, "%+/-", "TAX", "Delta-%", "MU" und "PR".

Die etwas seltsame Anordnung der Tasten für die Grundrechenarten wurde von den Vorgängermodellen 1214 und 1215 übernommen. Wegen des ungewöhnlichen Funktionsumfangs ist der TA 1216 allerdings eher als Ergänzung zum 1215 zu betrachten und nicht als Nachfolger. Auch in der nachfolgenden Generation gibt es zwei Modelle, denn 1217 und den 1218, wobei letzterer die gleichen ICs hat wie der 1216 der anfangs erwähnten neueren Variante.

Funktionen

Die Postenzähleranzeige wird mit dem n-Schiebeschalter zugeschaltet. Da sie zwei Stellen belegt, nimmt der Rechner in diesem Zustand nur 10-stellige Zahlen an. Damit bleibt keine Leerstelle zwischen 10-stelligen Ergebnissen und dem Zähler frei, was die Anzeige etwas unübersichtlich macht, insbesondere bei Kommazahlen. Es empfiehlt sich also, den Postenzähler auszuschalten, wenn man z.B. Bruch- oder Wurzelberechnungen durchführt, sonst wird aus 1/3 plötzlich so etwas wie 0.33333333301.

Der A-Schiebeschalter aktiviert die Speicherautomatik. Dabei werden die Ergebnisse von Punkt- bzw. Prozentrechnungen im Speicher aufsummiert.

Ungewöhnlich ist die Verwaltung einer Konstanten, die über die [KIN]-Taste in einem zusätzlichen Speicher abgelegt wird. Sie wird allerdings nicht wie üblich bei den Punktrechnungen automatisch abgerufen, sondern manuell über [RK=]. Dafür funktioniert es auch mit Strichrechnungen. Beispiel: nach [2][KIN][C] liefert [6][×][RK=] das Ergebnis 12, [8][÷][RK=] das Ergebnis 4 und [5][+=][RK=] das Ergebnis 7.

Die Prozentprogramme will ich hier nicht im Einzelnen beschreiben. Erwähnenswert ist, dass im TAX-Programm der oben erwähnte Konstantenspeicher zum Speichern des Steuersatzes dient. Beispiel: Nach [1][9][KIN][C] liefert [5][×][%] das Ergebnis 0,95. Mit einem anschließenden Druck auf [+=] wird der Bruttobetrag 5,95 berechnet.

Innenleben

Der TA 1216 läßt sich problemlos öffnen, indem die vier Schrauben auf der Unterseite gelöst werden. Schnappverschlüsse gibt es keine; lästig ist jedoch eine Abschirmung aus Kupferfolie, die über ein an beiden Enden verlötetes Kabel mit der Hauptplatine verbunden ist.

Die Platine ist mit zwei Schrauben befestigt und wird vorne von Gummiklötzchen zwischen Tastatur und Gehäuseboden eingeklemmt, eine Anordnung, die wie der gesamte innere Aufbau auf den Omron 800-2 zurückgeht. Das Haupt-IC ist ein Omron (Hitachi) HD3687. Unter dem auf einer eigenen, schräg angebrachten Platine sitzenden Display sitzt ein zweites IC vom Typ HD32614P.

Es gibt mindestens zwei verschiedene Versionen der Hauptplatine. Auf der Platine des unten abgebildeten Rechners steht nur 1216-240402A; mir liegt jedoch auch eine Platine 1216D-240402A vor. Die ICs sind in beiden Fällen die gleichen; die Unterschiede liegen hauptsächlich in der Anordnung der Komponenten für die Spannungsregelung in der rechten Hälfte der Platine. Es ist gut möglich, dass es weitere Versionen gibt (B und C). Der anfangs erwähnte, im Funktionsumfang erweiterte TA 1216 hat die Platinenversion N.

Das Tastaturmodul stammt wie bei den Vorgängermodellen von HEC. Die kleinen Funktionstasten sowie die Schiebeschalter sind unabhängig von der Haupttastatur am Gehäuse befestigt aber über Kabel mit der Tastaturplatine verbunden. Der Netztrafo ist über sieben Kabel und einen verriegelbaren Stecker mit der Hauptplatine verbunden, die also auch als Netzteilplatine dient und entsprechend einige Gleichrichterdioden und einen großen Elko aufweist.

Ähnliche Rechner

Der TA 1216 AD (EC 32) ist funktional mit dem 1216 identisch und hat mit ihm ein gemeinsames Handbuch, kann aber netzunabhängig betrieben werden. Ich habe kein Exemplar davon, aber laut Handbuch hat er einen eingebauten Akku inklusive Ladegerät.

Vom TA 1206 (auch EC31), der speicherlosen Version des TA 1216, habe ich lange nicht geglaubt, dass er existiert. Doch es gibt ihn, obwohl ein speicherloses Modell einer erweiterten Version des 1215 irgendwie seltsam erscheint, zumal ein Speicher Mitte der 1970er Jahre keine nennenswerten Zusatzkosten mehr verursacht hat (und natürlich beide Modelle die gleiche Platine haben). Ob es wie beim TA 1216 sogar zwei verschiedene Versionen gegeben hat, ist mir nicht bekannt; mein TA 1206 entspricht der in diesem Artikel beschriebenen älteren Version des TA 1216.

Das Gehäuse des TA 1216 findet man auch bei einigen "kleineren" TA-Modellen, etwa den einfacher ausgestatteten 1205 und 1215 sowie an den achtstelligen Ausführungen 805 und 815.

Das zu Beginn erwähnte gleichnamige Nachfolgemodell des 1216 sitzt ebenfalls in diesem Gehäuse. Nur der metallische Zierstreifen vor dem Display ist etwas breiter geworden.

Das entsprechende Modell des Herstellers ist der Omron 1217, der jedoch in der Farbgebung und auch in Details der Tastaturbelegung abweicht. Im gleichen Gehäuse sitzt der auch im Funktionsumfang abweichende Omron 1218.

Galerie

Eigene Exemplare

  • Inv.-Nr. 1979, "Adler", Seriennummer 65593276, Zustand: funktionsfähig, 3 Schiebeschalterkappen fehlen, Handbuch vorhanden
  • Inv.-Nr. 4070, "Triumph", Seriennummer 65596200, Baujahr 1975, Zustand: funktionsfähig
  • Inv.-Nr. 4061, "Adler", Seriennummer 65597682, Zustand: funktionsfähig
  • Inv.-Nr. 1957, "Adler", Seriennummer 65598034, Zustand: funktionsfähig
  • Inv.-Nr. 4117, nur Platine 1216D-240402A, bestückt mit Anzeigeeinheit, ungeprüft

Externe Links

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