Triumph-Adler 1216 (2)

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Triumph 1216 (2. Version)

Die zweite Variante des Triumph-Adler 1216 (Typ EC31) hat spätestens 1977 die 1975 erschienene gleichnamige Vorgängerversion ersetzt.

Im Vergleich zum Vorgängermodell fallen zuerst die zwei zusätzlichen Tasten vor dem Display auf, die mit [KD] und [MD] beschriftet sind. Was diese Tasten bedeuten wird nicht unmittelbar klar, und es sind auch Funktionen, die man nur selten findet: Will man überprüfen, welche Konstante gerade gespeichert ist, kann man diese über die Taste [KD] kurz anzeigen lassen, ohne die laufende Eingabe bzw. Berechnung zu stören. Entsprechend zeigt [MD] den Inhalt des Speichers an. Eine [MD]-Taste findet man übrigens auch am etwas früher erschienenen 816 AD – vielleicht wollte man dem großen Modell dieses praktische Feature des kleinen Modells nicht vorenthalten.

Abgesehen von den beiden neuen Tasten ist der Funktionsumfang unverändert geblieben, einschließlich des Postenzählers. Im Display fällt auf, dass der neuere 1216 anders als der ältere keine Tausenderkommas anzeigt. Ich will jedoch nicht ausschließen, dass es sich dabei um einem kleinen Defekt an meinem Exemplar handelt.

Ein optischer Unterschied zwischen beiden Versionen ist, dass der metallische Zierstreifen vor dem Display etwas breiter geworden ist, so dass mehr Platz für die Beschriftung der Funktionstasten ist. Dieser Unterschied ist ganz nicht trivial, denn der Streifen sitzt in einer Vertiefung im Gehäuse, das in diesem Bereich also verändert worden ist. Ein weiterer Unterschied findet sich auf dem Typenschild: Die neuere Version des 1216 hat ein VDE-Logo, die ältere nicht.

Innenleben

Das Rechnerinnere hat sich gegenüber dem des Vorgängermodells nicht unerheblich verändert. Positiv fällt auf, dass die lästige Abschirmung ersatzlos entfallen ist, so dass der Gehäuseboden problemlos entfernt werden kann. Die übrigen Veränderungen machen das Zerlegen dagegen etwas schwieriger.

Die Tastatureinheit nicht mehr an der Gehäuseoberschale befestigt, sondern liegt auf Stützen auf der Unterschale auf. Die bunten Kabelbündel zur Tastatur sind einem steifen Flachbandkabel gewichen, das nicht mehr von der Hauptplatine gelöst werden kann. Auch die vom Trafo kommenden Kabel sind mit der Platine verlötet, so dass jetzt alle elektrischen Komponenten untrennbar zusammenhängen.

Die Kabel sind aber lang genug, um einen Blick auf die Oberseite der Hauptplatine zu erlauben. Die Displayeinheit und auch die Displayplatine sind unverändert geblieben, und auch die Hauptplatine hat sich wenig verändert. Im Detail gibt es jedoch einige Unterschiede in der Anordnung der kleineren Bauteile, z.B. der Gleichrichterdioden. Das Haupt-IC ist jetzt vom Typ HD36117, aber unter der Anzeige sitzt immer noch ein HD32614P.

Aus beiden ICs geht das Baujahr 1977 für mein Exemplar hervor, ebenso aus dem für Omron charakteristischen Stempel auf der Platine, welcher das japanische Kaiserjahr 52 angibt, das 1977 entspricht.

Die Tastatureinheit hat sich verändert: Alle Zusatzschalter sind jetzt am Metallrahmen der Tastatur befestigt, die, wie bereits erwähnt, nicht mehr am Gehäuse festgeschraubt ist, sondern sich nach unten abstützt. Ein Hersteller ist auf die Tastaturplatine nicht aufgedruckt, dafür aber die Modellbezeichnung des Rechners, 1216 (nicht 1216N, wie auf der Hauptplatine!).

Verwandtschaft

Der Royal 12MK (2) basiert auf der gleichen Technik und hat auch die ungewöhnlichen [KD]- und [MD]-Tasten sowie den Schiebeschalter für die Steuerprogramme. Das Gehäuse unterscheidet sich aber stark von dem des TA 1216 und entspricht dem des Royal 8K.

Der TA 1216 (2) ist das letzte Modell einer langen Reihe, die bis zum Omron 800 bzw. TA 800 zurückreicht. Alle diese Rechner haben einen im Prinzip gleichen inneren Aufbau mit an der Gehäuseoberschale befestigten Komponenten.

Galerie

Eigenes Exemplar

  • Inv.Nr. 4082, "Triumph", Seriennummer 65620612, Baujahr 1977, Zustand: funktionsfähig, 2 Schiebeschalterkappen fehlen

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