Triumph-Adler 1217 PD

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Adler 1217 PD

Der Triumph-Adler 1217 PD (CP40) ist ein 12-stelliger druckender Tischrechner mit Leuchtanzeige. Meine beiden Exemplare sind von 1976 und 1977.

Dieses Modell war einer der ersten Triumph-Adler-Rechner mit Drucker und Display. Spätestens 1977, evtl. aber auch schon 1976, sind auch der 1210 PD (CP31) und der 121 PD (CP41) erschienen. Möglicherweise wurden alle drei Modelle gemeinsam entwickelt bzw. auf den Markt gebracht, wobei der 1217 PD dem 1210 PD im Funktionsumfang überlegen ist und dieser, wenn auch nur geringfügig, dem 121 PD. Der 1217 PD gehört wie der zeitgleich gebaute displaylose 1218 P in die Reihe der „großen“ druckenden Rechner (Reihe 1214 P bis 1218 P).

Anders als der von Omron gebaute 1210 PD stammt der 1217 PD von General (ein verwandtes Modell ist der General 2106 P).

Funktionsumfang

Neben den Grundrechenarten beherrscht der 1217 PD auch das Wurzelziehen. Für die Prozentrechnung stehen zwei Tasten [% +/-] und [% *] zur Verfügung. Bei Rechnern dieser Kategorie zu erwartende Funktionen sind Postenzähler, Rundungsoptionen (auf, ab und kaufmännisch), Addiermaschinenmodus, konstante Faktoren, automatischer Speicher und Registertausch.

Das Speichern einer Konstanten erfolgt, anders als bei den zeitgenössischen anzeigenden TA-Rechnern, nicht über eine einrastende [K]-Taste, sondern wie folgt: Will man z.B. die Konstante 5 speichern, gibt man ein [5][K]. Das rote Lämpchen über der [K]-Taste zeigt den aktivierten Konstantenmodus an. Mit dieser Konstanten funktionieren alle Grundrechenarten: [6][[x] liefert 30, [9][:] liefert 1.8, [4][+] liefert 9 und [7][-] liefert 2. Ein erneutes Drücken der [K]-Taste beendet diesen Modus.

Wie seine displaylosen Vorgänger hat der 1217 PD zwei Schiebeschalter für die Nachkommastellen, einen für die Eingabe und einen für das Ergebnis. Er ist neben dem 1218 P der letzte mir bekannte Triumph-Adler mit diesem Feature, das man auch in der noch etwas weiter oben angesiedelten Reihe 1228/1428 PD nicht mehr findet. Einen Fließkommamodus kennt der 1217 PD nicht; allerdings sollten die Festkommapositionen 0, 1, 2, 3, 4, 6 und 8 in den meisten Fällen genügen.

Ein bemerkenswertes Detail des 1217 PD ist ein kleiner Lautsprecher, der anscheinend nur den Zweck hat, das versehentliche Drücken zweier Tasten anzuzeigen, was leicht passieren kann, wenn man hastig tippt. Dabei geht der Rechner in einen gesperrten Zustand, der mit Strichen im Display angezeigt wird und der nur durch Drücken der [C]-Taste wieder aufgehoben werden kann. Anschließend kann normal weitergearbeitet werden; die bisherigen Eingaben gehen dabei nicht verloren.

Andere Fehler werden jedoch nicht akustisch angezeigt. Bei einem Überlauf, bei einer Division durch null oder einer Wurzel aus einer negativen Zahl stellt der Rechner als „Ergebnis“ einfach eine 0 dar, obwohl die Anzeigeeinheit ein Fehler-E darstellen könnte. Auch das I im Display wird nicht genutzt – die Verwendung des Speichers wird über das gelbe Lämpchen angezeigt.

Innenleben

Nach dem Abziehen der Schiebeschalterkappen und dem Lösen der vier Schrauben auf der Unterseite läßt sich das Gehäuse leicht öffnen.

Der 1217 PD ist konventionell aufgebaut: das Druckwerk (ein Epson Model 310) hinten links, rechts daneben der Netztrafo und quer davor unter der Tastatur die Hauptplatine. Die Displayeinheit ist an einer senkrecht stehenden Hilfsplatine befestigt; der erwähnte Lautsprecher sitzt am Gehäuseboden halb unter dem Trafo. Die Elektronik der Spannungsversorgung ist auf der Hauptplatine untergebracht. Tastatur, Druckwerk, Lautsprecher und Trafo sind mit Steckverbindungen an der Platine angeschlossen, was der Zerlegbarkeit zugute kommt. Nur die Erdungskabel zwischen Trafoeinheit, Drucker und Tastatur sind verschraubt.

Die Tastatur ist auf einer soliden Metallplatte aufgebaut, an der auch die insgesamt vier Schiebeschalter sowie die Lämpchen für Konstante und Speicher befestigt sind. Diese Tastatureinheit liegt (bei geöffnetem Rechner lose) auf Stützen auf, die Teil der Gehäuseunterschale sind.

Das Haupt-IC ist ein General (Hitachi) HD36120, wie übrigens auch im displaylosen 1218 P. Ein weiteres, relativ großes IC ist ein HD3219P, außerdem sind acht kleinere Logik- bzw. Treiber-ICs vorhanden: drei Rohm BA612, über die das Druckwerk angesteuert wird, sowie drei Toshiba TM4352, ein Toshiba TC4011P und ein Hitachi HD3233P. Im jüngeren meiner beiden 1217 PD sind zwei der drei TM4352 durch HD32639P ersetzt.

Ein unwesentliches aber ungewöhnliches Detail ist die Beschriftung der Toshiba-ICs: Zwei der drei TM4352 im älteren meiner beiden Rechner (beide haben den Datumscode 6G, also Juli 1976) sind in rot bedruckt, und der TM4352 im neueren Rechner (7E) in grün. Der zeitlich dazwischenliegende TM4352 (6H) sowie die beiden TC4011P (6H und 7D) haben dagegen die übliche weiße Beschriftung.

Galerie

Eigene Exemplare

  • Inv.Nr. 1985, „Adler“, Seriennummer 67389560, Baujahr 1976, Zustand: funktionsfähig
  • Inv.Nr. 4022, „Adler“, Seriennummer 67430641, Baujahr 1977, Zustand: funktionsfähig
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