Triumph-Adler 121 PD plus

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TA 121 PD plus

Der Triumph-Adler 121 PD plus (R010), auch als TA Adler-Royal 121 PD plus verkauft, ist ein Standard-Tischrechner mit 12-stelliger Leuchtanzeige und einem schnellen, zweifarbigen Abwälzdruckwerk.

Zusammen mit seinen gleichnamigen Vorfahren wird er in Anzeigen oft als "Deutschlands meistverkaufter Tischrechner" bezeichnet, und wenn man die Häufigkeit seines Auftretens z.B. bei eBay betrachtet, gibt es keinen Grund, diese Aussage anzuzweifeln. In dieser Preis- und Ausstattungsklasse scheinen nur die verschiedenen Varianten des Olympia CPD 5212 und des Sharp CS-2635 vergleichbare Verkaufszahlen zu erzielen, aber das ist ein persönliches Gefühl meinerseits und sollte nicht zu hoch bewertet werden.

Der 121 PD plus ist 1990 oder spätestens 1991 (dem Baujahr meines Exemplars) erschienen. Sein charakteristisches keilförmiges Design ähnelt dem der 1986 erschienenen Nova-Rechner (z.B. 1121 PD nova), ist jedoch im Gegensatz zu diesem im klassischen Büro-Weiß gehalten. Ungewöhnlich sind das klappbare Display und die unter einer Klappe versteckten Schiebeschalter, wobei letzteres auch schon am Vorgängermodell vorhanden war, dem 121 PD (R001).

Die Tastatur bietet für Anwender der Vorgängermodelle keine Überraschungen. Sie unterscheidet sich von der des 121 PD (R001) nur in zwei Punkten: Die [#/D]-Taste ist zu einer "richtigen" Taste geworden und jetzt oberhalb der breiten [0]-Taste angeordnet. Die freigewordene kleine Funktionstaste kann jetzt zum Speichern eines Steuersatzes verwendet werden, und zur Steuerrechnung haben die Tasten [%± / m] und [% / x̅] eine Doppelbelegung erhalten.

Eingeschaltet wird der Steuerrechnungsmodus über einen Schiebeschalter unter der Klappe, was nur geht, wenn auch der Drucker zugeschaltet ist. Das hat aber auch seinen Grund, denn der Rechner macht in diesem Modus mehr als nur 19% zu einer Zahl hinzurechnen. Zunächst muss der Steuersatz gespeichert werden, was z.B. über die Tastenfolge [1][9][TAX RATE] erfolgt. Drückt man jetzt nach dem dem Drucken eines Gesamtergebnis die Taste [+ TAX], so wird erst der Steuersatz ausgewiesen, dann der Steuerbetrag und dann der Brutto-Gesamtbetrag. Drückt man [- TAX], so wird die Gesamtsumme als Brutto interpretiert, und der Steueranteil wird herausgerechnet und (in rot!) separat ausgewiesen.

Ähnliche Rechner

Der 121 PD Plus wird in den USA bis heute als "TA Adler-Royal 121 PD Plus" verkauft. Abgesehen von der abweichenden Netzspannung unterscheidet sich dieses Modell nur in der Aufschrift von der deutschen Version: Statt "TA TRIUMPH-ADLER" heißt es "TA ADLER-ROYAL". Auch der 120 PD plus, der statt einem vollwertigen Speicher nur einen Grand-Total-Speicher hat, wird dort bis heute (2013) verkauft. Er hat fünf dreieckige Funktionstasten; die zusätzliche Taste dient zum Abrufen des GT-Speichers. Ich vermute stark, dass es dieses Modell bei uns nie gegeben hat.

In Europa wurde der 121 PD plus durch durch den 121 PD plus Euro abgelöst, der noch heute für Beträge von über 100 Euro verkauft wird. Abgesehen von einem Europa-Logo unterscheidet sich das vermutlich seit kurz nach der Jahrtausendwende angebotene neue Modell durch zwei zusätzliche dreieckige Tasten vom alten Modell.

Diese zusätzlichen Tasten gibt es auch beim 1228 PD plus mit zwei Speichern, und dem 14-stelligen 1428 PD plus, die beide auch schon in der ersten Hälfte der 1990er Jahre erschienen sind. Alle diese Rechner haben das gleiche Gehäuse und sehen auf den ersten Blick auch gleich aus. Mann sollte also z.B. bei eBay darauf aufpassen, dass einem kein 20 Jahre alter Rechner für höhere zwei- oder gar dreistellige Euro-Beträge untergejubelt wird, was einige unseriöse bzw. sehr optimistische Anbieter tatsächlich probieren (während ich diese Zeilen schreibe steht, gerade ein gebrauchter 121 PD plus für 100 Euro bei eBay). Kurz: Wenn er kein Europa-Logo hat, dann ist ein 121 PD plus mindesten etwa 20 Jahre alt und sollte für 10 bis 15 Euro erhältlich sein und mit etwas Glück auch für weniger.

Zerlegen

Das Rechnergehäuse wird von zwei Schrauben auf der hinteren Unterseite, zwei seitlichen Schnappverschlüssen und zwei Nasen an der Vorderkante zusammengehalten. Da die Tastaturblende und die Displayeinheit eigene Teile sind, besteht die Oberschale überwiegend aus schlanken, zerbrechlichen Abschnitten (siehe Bild!), weswegen man beim Öffnen Gewalt möglichst vermeiden sollte!

Am besten entfernt man zuerst die Druckerabdeckung und falls vorhanden die Papierrolle. Nach dem Lösen der beiden Schrauben kann man die Gehäuseoberschale auf der Höhe der Anzeige eindrücken, um die Schnappverschlüsse zu lösen. Dabei ist es hilfreich, wenn man den hinteren Teil schon leicht (!) anhebt um etwas Spannung aufzubauen. Für den nächsten Schritt muss das Display nach oben geklappt werden, damit man die Oberschale nach vorne schieben kann, um die Nasen an der Vorderkante auszuhaken.

Die Oberschale hängt jetzt nur noch an den beiden Kabeln, die zum Netzschalter führen. Diese können jedoch direkt am Schalter ausgesteckt werden. Spätestens vor diesem Schritt sollte man noch einmal kontrollieren, ob das Netzkabel auch wirklich ausgesteckt ist!

Die Tastatur hängt an einem breiten Flachbandkabel an der Vorderkante der Hauptplatine und zusätzlich ist das an der Tastatureinheit befestigte Anzeige über ein schmaleres Kabel mit der Platine verbunden. Letzteres muss man ausstecken, damit die Tastatur nach vorne geklappt werden kann. Wenn man ihn nicht vorher schon herausgenommen hat, fällt dabei der Deckel, unter dem die Schiebeschalter liegen, heraus.

Der Drucker wird von einen Plastikteil auf der Rückseite festgehalten, das mit zwei Schrauben befestigt ist. Das Anschlusskabel läßt sich wie das Displaykabel problemlos von der Platine trennen. Soll die Platine herausgenommen werden, kann auch der Trafo ausgesteckt werden. Die Platine selbst hängt an einem Schnappverschluss an der Vorderkante.

Der Zusammenbau erfolgt in der umgekehrten Reihenfolge. Dabei aber bitte den Displaystecker, die Netzschalterkabel und die Schiebeschalterklappe nicht vergessen!

Innenleben

Wie der Rechner im Prinzip aufgebaut ist, geht aus dem letzten Abschnitt hervor. Die Platine wird dominiert von einem großen IC, einem Mitsubishi M50950-112SP, vermutlich ein Ein-Chip-Mikrocomputer. Drei weitere ICs vom Typ Toshiba TD62008AP sorgen für die Ansteuerung des Druckwerks.

Die Platine trägt die Aufschrift KBR-5.0MSA. Sie unterscheidet sich von denen der Modelle 1228PD plus (KBR-4.0MS) und 1428PD plus (KBR-6.0MKS).

Galerie

Eigenes Exemplar

  • Inv.Nr. 1987, Seriennummer 45305136, Baujahr 1991, Zustand funktionsfähig
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