Triumph-Adler 1426 P

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Adler 1426 P

Der Triumph-Adler 1426 P (CP7) ist ein 14-stelliger druckender Taschenrechner ohne Anzeige. Mein Exemplar ist von 1975.

Im Büromaschinenlexikon wird dieses Modell als Flaggschiff des Rechnerprogramms von Triumph-Adler bezeichnet, und das ist nicht ganz aus der Luft gegriffen: Abgesehen davon, dass dieses Modell keine Anzeige hat, lässt der Funktionsumfang kaum Wünsche offen. Zu den Highlights gehören zwei vollwertige Speicher sowie Quadratwurzel- und Potenzierungsautomatik. Wie beim 1414 P und den „großen“ 12-stelligen Modellen kann die Anzahl der Nachkommastellen für Eingabewerte und Endergebnis separat eingestellt werden.

Ich werde hier nicht im Einzelnen auf die Funktionen und die Bedienung angehen; dafür gibt es das immerhin 52-seitige Handbuch im DIN-A4-Querformat. Zwei Funktionen sind allerdings aus der Beschriftung der Tasten nicht sofort ersichtlich, nämlich die Potenzierung und die Speicherautomatik.

Während das Wurzelziehen wie bei einem modernen Taschenrechner intuitiv möglich ist (Tastenfolge z.B. [1][2][3][√]), scheitert man zunächst am Potenzieren: Das Berechnen von z.B. 2 hoch 16 erfolgt nämlich nicht über die Tastenfolge [2][Xp][1][6][= *], sondern über [2][×][1][6][Xp]. Anders als bei einem wissenschaftlichen Taschenrechner sind übrigens nur ganzzahlige Exponenten möglich, und wenn man es aus der Rechenzeit schließt, scheint der Rechner tatsächlich einfach in einer Schleife zu multiplizieren.

Die beiden Speicher verfügen jeweils über eine einrastende [A]-Taste zur automatischen Aufsummierung. Sie funktionieren jedoch nicht auf die gleiche Weise: Während im ersten Speicher wie gewohnt alle Zwischenergebnisse aufsummiert werden, landen im zweiten nur die ersten Faktoren bzw. Dividenden. Dies ist z.B. zur Durchschnittsberechnung hilfreich, aber auch für andere statistische Auswertungen.

Im Büromaschinenlexikon ist (im Gegensatz zum Handbuch) von einer „Automatik für Σ x und Σ x²“ die Rede, aber ganz so einfach ist es nicht, denn die Quadrierung muss vom Anwender mit Hilfe der [×]-Taste ausgelöst werden: Sind beide [A]-Tasten gedrückt, speichert die Eingabe [8][×][= *] das Quadrat, also 64, im ersten Speicher und 8 im zweiten. Nach einer Folge solcher Eingaben hat man am Ende nicht nur die Summe aller Zahlen, sondern auch die Summe der Quadrate, womit man z.B. die Standardabweichung berechnen kann. Eine feine Sache, die sonst nur mit Hilfe der Statistikfunktionen wissenschaftlicher Taschenrechner möglich ist!

Der 1426 P hat einen Piepser, der das gleichzeitige Drücken von zwei Tasten signalisiert. Sollte dies passieren, muss man die [C]-Taste drücken, bevor man fortfahren kann. Dieses Feature findet man auch bei den Modellen 1216 P und 1217 PD.

Das Druckwerk des 1426 P ist ein relativ leiser Abwälzdrucker, der mit einer 70-mm-Papierrolle arbeitet und damit einen sehr übersichtlichen Ausdruck mit Leerzeichen zwischen den Tausendergruppen erzeugt. Leider ist er bei meinem Exemplar etwas hakelig, d.h. einige der Druckstellen fehlen zuweilen. Als ich den Rechner 2005 erhalten habe, war das noch nicht so, und vermutlich würde es sich durch eine intensivere Nutzung mit der Zeit wieder einspielen.

Innenleben

Das Gehäuse ist über vier Schrauben auf der Unterseite verschlossen. Druckwerk, Netzteil und Hauptplatine sind auf dem Gehäuseboden befestigt, und die Tastatur liegt lose auf vier stiftartigen Stützen auf und wird nur von der Gehäuseoberschale fixiert. Vor dem Abnehmen derselben muss man die Kappen der vier Schiebeschalter abnehmen. Die Tastatur ist über ein gestecktes Kabel mit der Platine und ein Massekabel mit dem Netzteil verbunden. Letzteres ist etwas umständlich zu entfernen, denn es ist mit einer Mutter verschraubt.

Auf der Platine mit der Nummer 5250001003 befinden sich fünf Hitachi-ICs und vier IC-artige Hybridbausteine. Sie ähnelt den Platinen in den älteren Modellen 1214 P und 1414 P, und eines der großen ICs ist tatsächlich ein alter Bekannter, nämlich das HD32112, über das die Ansteuerung des Druckwerks läuft. Statt des mit der Tastaturabfrage zusammenhängenden HD3219P in den älteren Rechnern findet sich im 1426 P ein HD32194P; vermutlich kann das ältere IC die wegen des zweiten Speichers größere Tastenanzahl nicht verarbeiten.

Der Rechenkern befindet sich im IC-Paar HD35104 und HD34105, und neben den Hybrindbausteinen findet man als einziges kleines Hilfs-IC ein HD3223P.

Die Tastatur arbeitet wie die des 1414 P mit Reed-Schaltern und ist auf einer Metallplatte aufgebaut. Neben der eigentlichen Tastaturplatine mit der Nummer 5247013005 gibt es noch eine kleinere Platine mit der Nummer 5247014002, auf der die Schiebeschalter montiert sind.

Der Drucker trägt einen Aufkleber „Lizenz DIEHL Datensysteme“ und keine Modellbezeichnung. Es handelt sich um den Diehl DP 50, der aber möglicherweise von Triumph-Adler in Lizenz gefertigt wurde. Der Rechner insgesamt stammt wie gewohnt von General, und damit ist er (zusammen mit seinem Schwestermodell 1216 P) etwas Besonderes: Es gibt wahrscheinlich nicht sehr viele in Japan gebaute Rechner, die ein deutsches Druckwerk enthalten!

Verwandtschaft

Der 12-stellige 1216 P wurde bereits erwähnt. Er hat nur einen Speicher und keine Potenzierungsautomatik, aber sonst ist der Funktionsumfang gleich.

Ein wirkliches Nachfolgemodell hat der 1426 P nicht; hochwertige Rechner ohne Display waren im der zweiten Hälfte der 1970er Jahre wohl kaum noch zu verkaufen. Das erste mir bekannte 14-stellige Modell mit Display ist der 1428 PD (CP42(11)), aber es ist gut möglich, dass es zwischen dem 1426 P und diesem noch mindestens ein weiteres Modell gegeben hat.

Ein dem 1426 P entsprechendes General-Modell ist mir nicht bekannt, und wegen des deutschen Druckwerks ist es auch unwahrscheinlich, dass ein solches existiert.

Galerie

Eigenes Exemplar

  • Inv.-Nr. 4027, Seriennummer 67156920, „Adler“, Baujahr 1975, Zustand: funktionsfähig, aber Druckwerk etwas hakelig

Externe Links

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