Walther ETR 2058

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Walther ETR 2058
Die Tastatur
Die Hauptplatine

Der Walther ETR 2058 ist ein 1977 oder 1978 erschienener 12stellig druckender Tischrechner mit Anzeige.

Der Funktionsumfang ist gehoben; neben den Standardfunktionen findet man eine GT-Funktion (Grand Total) und einen Postenzähler. Der Speicher wird über fünf Tasten bedient, wobei die [M]-Taste eigentlich [CM] heißen müßte, denn sie schreibt nicht etwa, wie man denken könnte, einen Wert in den Speicher, sondern löscht diesen – und blöderweise auch das Eingaberegister.

Werfen wir einen Blick ins Innere. Der grundsätzliche Aufbau ist „klassisch“, vorne unter der Tastatur die Platine, dahinter links das Druckwerk und rechts der Trafo nebst Zubehör. Tastatur, Drucker, Netzteil und Display sind jeweils über Steckverbindungen an die Platine angeschlossen, so daß sich alles ordentlich zerlegen läßt. Die Tastatureinheit ist an der Gehäuseoberschale befestigt.

Auffällig ist, daß das Display 14stellig ist – der ETR 2058 ist der einzige mir bisher begegnete Rechner, bei dem die Kapazität der Anzeige nicht ausgenutzt wird! Wo bleibt da die Kostenersparnis gegenüber einem 14stelligen Rechner?

Die im Display vorhandene E-Anzeige wird nicht verwendet, stattdessen blinkt im Fehlerfall die gesamte Anzeige.

Das Druckwerk (Typ PD 17) weicht in seinen Proportionen stark von der zeitgenössischen Olympia-Bauart ab und geht mehr in die Höhe als in die Breite. Es hat etwa die gleichen Proportionen wie die damaligen Epson-Druckwerke, ist aber deutlich größer und schwerer – und es benötigt 70-mm-Papier! Trotz dieser Papierbreite hat das Gerät nur 15 Typenscheiben, was noch nicht einmal ausreicht, um 12stellige Zahlen in Tausendergruppen zu drucken. Dafür sind die Zeichen allerdings schön groß und stehen relativ weit auseinander, so daß das breite Papier tatsächlich ausgenutzt wird.

Die Elektronik versucht, das Manko der zu wenigen Druckspalten auszugleichen: Wenn möglich, werden Zahlen in Tausendergruppen gedruckt, und die trennenden Leerspalten entfallen von links nach rechts, wenn die Zahlen zu lang werden. Daß so etwas keinen sauberen Ausdruck ergibt, wenn man kleine und große Zahlen mischt, versteht sich von selbst. Da im normalen (kaufmännischen) Leben wohl eher selten mit mehr als acht Stellen vor dem Komma gerechnet wird, die mit zwei Nachkommastellen noch sauber ausgegeben werden können, dürfte dieses Problem in der Praxis kaum auffallen.

Der Drucker kann rot und schwarz drucken, er verwendet das Rot aber, abweichend von der Mehrzahl seiner Kollegen, nur für ein negatives Ergebnis und nicht für negative Summanden.

Im Druckwerk gibt es Platz und auch Schlitze für zwei weitere Typenscheiben links von den vorhandenen. Heißt es deswegen PD 17? Wie das Display deutet dies jedenfalls darauf hin, daß es ein 14stelliges Pendant zum ETR 2058 bzw. des eng verwandten ETR 2068 gegeben hat.

Die farblich ein bißchen an Olympia erinnernde Tastatur strebt wie der Drucker ziemlich in die Höhe; man kann bei der Seitenansicht schon fast von einer Skyline reden! Jede Taste sitzt auf einem stehenden Zylinder, in dem gut gekapselt ein Schalter unbekannter Bauart untergebracht ist. Diese Schaltereinheiten, inklusive Tastenkappe ziemlich genau 30 mm hoch, sind einzeln auf der Tastaturplatine festgelötet. Die Plus-Taste ist sogar noch ein Stück höher und überragt das restliche Tastenfeld um etwa 2 mm. Was für ein Kontrast zu den vergleichsweise flachen Olympia-Tastaturen!

Die Elektronik wirkt auf einen Olympia-Sammler vertrauter: Das Rechen-IC ist ein Rockwell A7400EA und der Displaytreiber ein Rockwell 10934EC – letzteren findet man auch im Olympia CPD 5210 und verwandten Rechnern.

Es gibt verschiedene Platinenversionen des ETR 2058 und auch eine neuere Tastaturvariante mit kleiner Minustaste und dafür einer Deltataste, die eine mir nicht bekannte Funktion hat. Außerdem gibt es den Rechner mit altem und neuem Walther-Logo, denn in die Bauzeit des ETR 2058 fiel die Umfirmierung von der „Walther Büromaschinen GmbH“ zur „Walther Electronic AG“. Mein laut IC-Datumscodes 1977 gebauter Rechner gehört zu den älteren Exemplaren und hat die alte Platine, das alte Logo und die alte Tastatur.

Eigenes Exemplar

  • Inv.Nr. 3203, Seriennummer 5231149, Baujahr 1977, Zustand: funktionsfähig

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