Abwälzdrucker

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Ein NMB 512 mit 18 Druckspalten. Man sieht (von links) die Haltehebelchen für die Typenscheiben, die Scheiben selbst, das Farbband und die exzentrisch gelagerte Papierwalze. Zwischen den Typenscheiben erkennt man bei genauem Hinsehen die Zähne, die das punktgenaue Festhalten ermöglichen.

Abwälzdrucker, auch Abrolldrucker genannt, gehören wie die Trommeldrucker zu den Zeilendruckern, die eine Zeile auf einmal drucken. Anders als Trommeldrucker wurden Abwälzdrucker nicht als „große“ Computer-Drucker mit alphanumerischem Zeichensatz gebaut, sondern nur für Tischrechenmaschinen (und evtl. Registrierkassen?). Seit Mitte der 1970er Jahre sind sie die an druckenden Tischrechnern häufigste Druckerbauart, zumindest bei großen Profi-Geräten mit zweifarbigem Farbband. Als Zeilendrucker sind sie anderen mechanischen Druckerbauarten in der Geschwindigkeit überlegen, außerdem sind sie vergleichsweise leise.

Die Größe der Abwälzdrucker kann sehr unterschiedlich ausfallen. Frühe Modelle von Anfang der 1970er Jahre werden noch von einem 220-V-Elektromotor angetrieben und sind entsprechend massiv und schwer (mehrere Kilogramm!). Epson hat mit dem Model 310 Mitte der 1970er Jahre eine vergleichsweise kompakte und leichte (740g) Bauform eingeführt und damit zumindest hausintern die Trommeldrucker abgelöst. Basierend auf dem Prinzip des Model 310 wurde die Technik immer weiter verfeinert und verkleinert, so dass moderne Druckwerke dieser Bauart nur noch etwa halb so hoch sind.

Abwälzdrucker sind mir außer von Epson auch von NMB und Alps bekannt, und in den 1970er Jahren haben unter anderem auch Diehl, Olympia, Walther und Unitrex solche Druckwerke hergestellt, allerdings überwiegend für Rechner der eigenen Produktion.

Funktionsprinzip

Auf den ersten Blick hat auch ein Abwälzdrucker eine Drucktrommel, doch bei näheren Hinsehen erkennt man, dass die Trommel aus einzelnen Scheiben besteht, die unabhängig voneinander gedreht werden können. Meistens sind eine oder zwei Scheiben mit Sonder- bzw. Operatorzeichen vorhanden, die übrigen tragen die Ziffern 0 bis 9, Punkt und Komma sowie ein „Leerzeichen“.

Auch wenn sich der mechanische Ablauf von Hersteller zu Hersteller und auch von Druckwerk zu Druckwerk deutlich unterscheiden kann, ist das Grundprinzip immer gleich: Die Typenscheiben werden so verdreht, bis die zu druckende Zahl eingestellt ist, und erst dann werden das Papier und, falls vorhanden, das Farbband auf die Typen gedrückt. Meistens wird dabei eine exzentrisch gelagerte Papierwalze auf den Typenscheiben abgewälzt, was der Druckerbauart den Namen gegeben hat. Es gibt jedoch auch Bauformen, bei denen sich der gesamte hintere Teil des Druckwerks oder zumindest die Lagerung der Papierwalze gegenüber dem vorderen Teil bewegt.

Das Einstellen der Scheiben erfolgt über Elektromagnete, die von der Rechnerlogik im richtigen Moment eingeschaltet werden. Die Scheiben sitzen deshalb so auf ihrer Achse, dass sie von der Reibung mitgedreht werden, dass sie jedoch über von den Magneten bewegte Hebelchen festgehalten werden können, ohne den Antrieb zu blockieren. Damit die Elektronik weiß, in welcher Position sich die Scheiben gerade befinden, ist eine Lochscheibe mit Lichtschranke als Sensor vorhanden.

Nach dem eigentliche Druckvorgang sorgt die Mechanik dafür, dass alle Scheiben in die Grundposition zurückgedreht werden. Gleichzeitig erfolgt auch der Papiervorschub und, falls nötig, das Zurückstellen des Farbbands von rot auf schwarz. Bei Druckern ohne Farbband werden die Typenscheiben direkt über eine Farbrolle mit Tinte versorgt. In diesem Fall kann das Druckwerk natürlich nur in einer Farbe drucken.

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