Elite 2400 PD

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Der Elite 2400 PD ist ein zwölfstelliger druckender Tischrechner mit Digitron-Display. Mein Exemplar ist von 1974.

Dieses Modell ist ein frühes Beispiel eines Standard-Tischrechners und ist in meiner Sammlung einer der ältesten Rechner mit Druckwerk und Anzeige. Zum Funktionsumfang gehört neben einem Speicher mit vier Tasten auch ein Postenzähler. Es gibt sechs Festkommapositionen, aber keinen Fließkommamodus und – ungewöhnlich für einen solchen Rechner – auch keinen Addiermaschinenmodus, der jede Eingabe mit zwei Nachkommastellen interpretiert.

Innenleben

Der Gehäuse wird von vier Schrauben zusammengehalten. Das Oberteil mit der daran befestigten Tastatur hängt an zwei Kabelbäumen, lässt sich aber leicht nach vorne umlegen. Die beiden Steckverbindungen zur Platine lassen sich jedoch erst lösen, wenn die Platine losgeschraubt wurde.

Oberhalb der Hauptplatine sitzt eine kleinere Displayplatine, auf der unter anderem die zylindrische Anzeigeröhre untergebracht ist. Auch sie ist über zwei Kabelbäume und Stecker mit der Hauptplatine verbunden. Beide Platinen sind mit je vier Schrauben befestigt. Es gibt noch zwei weitere Platinen, die vor dem Trafo senkrecht angebrachte Netzteilplatine sowie eine kleine Platine hinter dem Trafo, auf der eine Glassicherung befestigt ist. Bis auf die von HEC stammende Tastaturplatine sind die Platinen mit CPX-12PD beschriftet und tragen ein Logo, das man als „CE“ interpretieren kann.

Das Haupt-IC ist ein NEC µPD299C, das von je einem µPD261C und µPD262C unterstützt wird. Druckwerk und Anzeige werden über diskrete Transistoren angesteuert.

Das Druckwerk ist ein Shinshu Seiki Model 104. Es ist keineswegs selten, aber der Elite 2400 PD ist einer von nur drei Rechnern in meiner Sammlung, die dieses Druckwerk mit einer Anzeige kombinieren – Rechner mit Druckwerk und Anzeige waren 1974/75 noch recht selten.

Verwandtschaft

Aus dem Innenleben des Elite 2400 konnte ich nicht sofort herauslesen, von welchem Hersteller dieses Modell stammt, es ist also keiner der „üblichen Verdächtigen“, z.B. General, Sharp oder TEAL. Die aus der Platinenbeschriftung folgende mögliche Bezeichnung „12 PD“ des Originalmodells ist kein guter Ausgangspunkt für eine Google-Suche, denn das ist für einen 12-stelligen Rechner mit Druckwerk und Anzeige so ziemlich die unkreativste Typenbezeichnung, die man sich vorstellen kann. Zu „CPX 12 PD“ konnte ich dagegen gar nichts finden.

Schließlich bin ich in der Rechnergalerie von Serge Devidts auf einen völlig gleich aussehenden Rechner gefunden, den Compex 12 PD (fälschlicherweise als „12 D“ gelistet). Compex war eine Marke des noch heute existierenden Taiwanesischen Elektronikherstellers Kinpo, und die Platinenbeschriftungen sprechen stark dafür, dass es dich dabei tatsächlich um den Hersteller handelt und nicht nur um irgendeinen weiteren OEM-Anbieter.

Andere vermeintliche Verwandte den Elite 2400 sind falsche Spuren, die auf das Design der Tastatur zurückzuführen sind. So hat z.B. der von Santron gebaute Superlectron 12 PD (schon wieder 12 PD!) außer der Tastatur wenig mit dem Elite- bzw. Compex-Rechner gemeinsam – außer eben der Tastatur, die von HEC gebaut wurde.

Das gleiche Haupt-IC wie im 2400 PD und auch das gleiche Druckwerk finden sich auch im Elite 1201 MP, im Karstadt PD 60, im Lloyd's E202 und im Sanyo CY-2161P. Der Karstadt und der Lloyd's haben wie der 2400 PD eine Anzeige, die anderen beiden nicht.

Der Elite 1201 MP ist nicht einfach ein 2400 PD ohne Anzeige. Abgesehen von Druckwerk und IC ähneln sich beide Modelle weder optisch noch technisch, und der 1201 MP stammt auch von einem anderen Hersteller.

Eigenes Exemplar

  • Inv.-Nr. 409, Baujahr 1974, Zustand: funktionsfähig