MBO Alpha 4000α

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Der MBO Alpha 4000α (Best.-Nr. 0622) ist ein achtstelliger wissenschaftlicher Taschenrechner mit LC-Display, der vermutlich zwischen 1978 und 1980 erschienen ist. Der Name dieses Modells ist ungewöhnlich und irgendwie doppelt gemoppelt, steht aber in dieser Form auf der Vorderseite des Rechners, auf dem Typenschild und auf dem Handbuch.

Wie viele schlanke Taschenrechner wird der Alpha 4000α von einer Mappe geschützt, in der er mit transparenten Kunststoffschlaufen gehalten wird. Das Gehäuse des Rechners besteht aus zwei Hälften aus Blech und einem dazwischenliegenden dunklen Kunststoffrahmen. In Aufbau und Proportionen ähnelt er z.B. dem Triumph-Adler LS 822 und hat wie dieser ein gelbes LC-Display, aber eine nähere Verwandtschaft zwischen diesen Rechnern besteht wohl nicht. Offensichtlich mit dem Alpha 4000α verwandte Rechner sind mir nicht bekannt, weder von MBO noch von anderen Anbietern.

Zum Funktionsumfang des Alpha 4000α gehören neben den üblichen logarithmischen und trigonometrischen Funktionen auch statistische Funktionen. Ungewöhnlich ist, dass der Rechner nicht nur bis 9,99999×1099 rechnen kann, sondern ein Stück darüber hinaus. Da der Exponent nur zwei Stellen hat, wird dabei der Trick angewendet, dass die Mantisse mehr als eine Stelle vor dem Komma hat. So ist 99999×1099 = 9,9999×10103. Diese Bereichserweiterung ermöglicht es, 72! zu berechnen, während bei den meisten Taschenrechnern bei 69! die Grenze erreicht ist.

Die Stromversorgung erfolgt über zwei Knopfzellen vom Typ LR44 bzw. AG13. Der Batteriefachdeckel ist mit zwei kleinen Schräubchen befestigt.

Innenleben

Ist das Batteriefach geöffnet, lässt sich die Rückseite des Rechners nach dem Lösen von vier weiteren Schräubchen leicht abnehmen. Der Blick fällt auf eine Platine, die über Kunststoffzapfen mit dem Gehäuse verschmolzen ist und sich deshalb nicht ohne Weiteres herausnehmen lässt. Im Bereich der Anzeige befindet sich eine verschraubte Blechplatte, aber ich habe auf ein weiteres Zerlegen verzichtet, weil man sich bei LC-Displays leicht Kontaktprobleme einhandelt.

Aus diesem Grund bleibt das Rechen-IC verborgen. Aus dem "forensischen Ergebnis" (siehe externe Links) von 9,0001495 ergibt sich, dass die CPU verwandt ist mit denen im Casio FX-3000 oder im MBO Alpha 5001, also wahrscheinlich von NEC stammt.


Eigenes Exemplar

  • Inv.-Nr. 3377, Seriennummer 001006, Zustand: funktionsfähig, aber Verfärbungen im Display (wie man sie leider relativ oft bei gelben LC-Displays findet), Handbuch vorhanden

Externe Links