Sharp CS-2109A

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Sharp CS-2109A

Der Sharp CS-2109A ist ein 12-stelliger anzeigender Tischrechner mit Digitron-Display. Meine Exemplare sind von 1978 und 1979.

Von seinem Vorgänger CS-2109 unterscheidet sich der CS-2109A nur sehr wenig. Äußerlich gibt außer der abweichenden Modellbezeichnung keine Unterschiede – die abweichende Beschriftung des Ein-/Ausschalters mit „0“ und „1“ statt „off“ und „on“ ist kein Unterscheidungsmerkmal, denn es gibt auch den CS-2109A mit der Beschriftung „off“ und „on“ – so auch mein zweites Exemplar, das für 120 V ausgelegt ist.

Auch nach dem Öffnen des Rechners sieht man zunächst keinen Unterschied, denn die Platine ist identisch (Nr. F1452). Erst nach dem Umdrehen derselben stößt man auf den entscheidenden Unterschied: Das IC ist ein Sharp SC38402, während im CS-2109 ein Hitachi HD38401 verbaut ist. Da die Platinen identisch sind, können die Unterschiede zwischen beiden ICs nicht sehr groß sein; vermutlich ist letzteres schlicht und einfach eine von Sharp gebaute Version des Hitachi-ICs. Dennoch gibt es einen kleinen Unterschied in der Logik – siehe unten.

In meinem CS-2109 steht neben der zwischen den Tastaturmodulen versteckten Platinennummer ein A und im CS-2109A ein B, aber dieser Unterschied scheint wie die Beschriftung des Ein-/Ausschalters nicht relevant zu sein: In meinen Exemplaren der entsprechenden 10-stelligen Modelle CS-1109 und CS-1109A befindet sich nämlich jeweils die A-Version der Platine, und auch der unten verlinkte CS-2109B hat trotz des Sharp-ICs eine A-Platine. Was der Unterschied zwischen den A- und B-Platinen ist, kann ich nicht sagen – ich habe jedenfalls keine gefunden. Übrigens bezeichnet A und B zumindest auf einem Teil der Sharp-Platinen die Löt- und die Bestückungsseite und nicht etwa verschiedene Versionen der Platine, aber das kann man in diesem Fall natürlich ausschließen.

Logischer Unterschied

Durch Zufall bin ich auf einen kleinen Unterschied in der Logik gestoßen, der CS-2109 und CS-2109A bzw. die ICs HD38401 und SC38402 unterscheidet:

Gibt man beim CS-2109 z.B. in der Schalterstellung 3 oder höher (auch F) die Zahl 1,234 ein und betätigt dann die [+=]-Taste, stellt den Kommaschalter auf 2 und betätigt dann nochmal [+=], so wird 1,23 angezeigt. Beim CS-2109A steht jedoch auch nach dem zweiten Drücken von [+=] noch 1,234 in der Anzeige. Erst nach dem Addieren einer anderen Zahl wird auf zwei Nachkommastellen umgeschaltet.

Dieses Verhalten ist auch mit anderen auf diesen ICs basierenden Rechnern nachvollziehbar (z.B. General Teknika 1204 und Triumph-Adler 1217 vs. Sharp CS-2116 und Sharp CS-2122). Das Vorgänger-IC HD3862 (z.B. im CS-2108) verhält sich wie das HD38401, während der Nachfolger des CS-2122, der CS-2122H, das Verhalten seiner Vorgänger beibehalten hat.

Wie sieht es in diesem in der Praxis wohl ziemlich unwesentlichen Punkt bei ganz anderen Rechnern aus? Eine kleine Stichprobe zeigt, dass sich der neuere Toshiba BC-1270 (mit NEC D1220C) wie die Rechner mit dem Hitachi-IC verhält, während das Verhalten des älteren, auf einem TI TMS0105BNC basierende Olympia CD 100 den Rechnern mit dem Sharp-IC gleicht. Der noch ältere Sharp CS-121 geht in dieser Situation nach dem zweiten Drücken von [+=] in den Fehlermodus, warum auch immer.

Die 120-V-Version

Mein für 120 V / 60 Hz ausgelegter CS-2109A ist mein erster und bisher einziger einziger Sharp-Rechner für diese Spannung. Es ist unklar, für welches Land er produziert worden ist, aber sehr wahrscheinlich für die USA oder Kanada. Neben dem abweichenden Netzstecker fällt auf, dass ihm das bekannte metallische Typenschild fehlt – stattdessen sieht man alternatives, in den Gehäuseboden eingeprägtes Typenschild, das vermutlich auch bei den deutschen Modellen vorhanden ist, wenn man das Metallschild abschraubt (das muss ich noch überprüfen). Die Prägung enthält natürlich keine Seriennummer; diese ist separat und nachträglich in der Nähe der Vorderkante in den Boden geprägt worden.

Ein innerer Unterschied der amerikanischen Ausführung ist neben dem abweichenden Trafo (P1416CC statt P1417CC) auch die Zuführung der Netzspannung: Während beim deutschen Modell die Verbindung zwischen Netzkabel und den Anschlussleitungen des Trafos über Lötpunkte auf der Platine erfolgt, sind diese Adern bei der amerikanischen Version „fliegend“ über Klemmen verbunden. Die im Bild zwischen Feinsicherung und Trafo sichtbaren Lötstellen bleiben also unbenutzt, und die 120 V kommen nirgendwo in Kontakt mit der Platine.

Verwandtschaft

Der Sharp CS-1109A ist die 10-stellige Version des CS-2109A. Er basiert auf dem gleichen IC, allerdings fehlen ihm die beiden weißen Tasten für Vorzeichenwechsel und Aufschlagsrechnung.

Es gibt zwei Versionen des CS-2109(A) für Batteriebetrieb. Der CS-2109D enthält sowohl einen Netztrafo als auch ein Batteriefach – das geräumige Gehäuse macht es möglich – während der CS-2109B keinen Trafo hat, dafür aber einen Anschluss für ein externes Netzteil. Das unten verlinkte Exemplar basiert wie der CS-2109A auf einem SC38402; welche ICs im CS-2109D verbaut wurden und ob es den CS-2109B auch mit dem HD38401 gegeben hat, ist mir nicht bekannt.

Das Nachfolgemodell des CS-2109A ist der CS-2115, der auf dem gleichen IC basiert, aber ein völlig anderes Gehäuse hat und ein neues Design der Tastatur.

Galerie

Eigene Exemplare

  • Inv.-Nr. 754, Seriennummer 95024407, Baujahr 1979, Zustand: funktionsfähig
  • Inv.-Nr. 3697, Seriennummer 85006759, 120V-Version, Baujahr 1978, Zustand: funktionsfähig

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