Superlectron 1200

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Superlectron 1200
Der geöffnete Rechner. Die Tastatur mußte ausgesteckt werden, um beide Gehäusehälften nebeneinander legen zu können. Man erkennt, daß sich der Netzschalter neben der Tastatur befindet. Komfortabel, aber bei dieser Verdrahtungsqualität nicht sehr vertrauenserweckend!

Der Superlectron 1200 ist ein 12stelliger anzeigender Tischrechner aus dem Jahr 1973.

Die Anzeige besteht aus 12 Elfin-Röhren (Siebensegmentanzeigen aus orangefarben leuchtenden Neon-Glimmlampen). Links und rechts dieser Röhren befinden sich je zwei Lämpchen, die negative Zahlen, einen Überlauf und die Speichernutzung anzeigen. Es gibt zwei Speicheranzeigen (ML und M0), wobei M0 keine erkennbare Funktion zu haben scheint (oder bei meinem Rechner defekt ist).

Der Rechner hat drei Platinen. Die Hauptplatine ist flach am Gehäuseboden angeschraubt. An deren hinterem Ende steht senkrecht eine schmale Netzteilplatine mit Gleichrichterdioden, Elkos und zwei Glassicherungen. Hinter bzw. über dieser Platine ist die Displayplatine angeordnet, und zwar so, daß sie mitsamt den Anzeigeröhren um etwa 45° nach hinten geneigt ist.

Die beiden Haupt-ICs sind vom Typ EA 7022 (28-polig) und EA 7023 (40-polig). Soweit man es aus dem Verlauf der Leiterbahnen schließen kann, sorgt letzteres unter anderem für die Ansteuerung der Anzeigeröhren.

Die Tastatur ist über einen breiten Platinenstecker vorne an die Hauptplatine angeschlossen. Der Netztrafo sitzt relativ einsam im hinteren Gehäuseteil. Das Netzkabel ist verpackungs- und sammlerfreundlich über eine Buchse angeschlossen – anders als etwa bei den vermutlich wesentlich teureren Rechnern von Sharp.

Der Rechner verfügt über einen Speicher mit Summenfunktion: Wenn die Σ-Taste eingerastet ist, werden Ergebnisse von Multiplikationen und Divisionen automatisch im Speicher aufsummiert, was das Berechnen von Formeln wie a*b + c*d + e*f ermöglicht. Als weitere nicht grundlegende Funktion ist die EX-Taste zum Registertausch vorhanden. Warum diese Taste in der Farbe den Speichertasten zugeordnet ist, bleibt das Geheimnis des Herstellers.

Mein Exemplar ist technisch in Ordnung, dem Gehäuse ist sein Alter von mehr als 35 Jahren jedoch anzusehen, und es ist an zwei Stellen etwas angebrochen. Auch das Schild mit der Modellbezeichnung vor dem Display beginnt sich zu lösen: Es ist nur ein Aufkleber, der noch nicht einmal in einer schützenden Vertiefung sitzt!

Verwandtschaft

Gebaut wurde der Superlectron 1200 nicht von der niederländischen Superlectron B.V., sondern von Teco, wie man aus der Verwandtschaft schließen kann – zumindest meine Exemplare enthalten nämlich keinen direkten Hinweis auf Teco.

Der definitiv von Teco gebaute Privileg 8 hat ein Gehäuse im gleichen Design (wenn auch etwas kleiner), und der MBO 1210M hat ein ähnliches (und innen mit Teco gestempeltes!) Gehäuse wie der Superlectron 1200, die gleiche Displayscheibe und vor allem ein völlig gleiches Innenleben – lediglich das Tastaturmodul ist ein anderes. Sowohl vom Privileg 8 als auch vom MBO 1210M gibt es übrigens auch Superlectron-Ausführungen, den TE8010D und den 1210.

Desweiteren gibt es den Kentac KE 1211, der das gleiche Gehäuse hat wie der Superlectron 1200 und auch die gleichen Haupt-ICs, die gleiche Anzeigeeinheit und die gleiche Tastatur, jedoch eine andere Hauptplatine, auf der auch die Netzteilkomponenten befestigt sind (siehe externe Links).

Eigene Exemplare

  • Inv-Nr. 3121, Seriennummer 53011834, Baujahr 1973, Zustand: funktionsfähig, leicht vergilbt, zwei kleine Bruchstellen im Gehäuse
  • Inv-Nr. 3122, Seriennummer 53011409, Baujahr 1973, Zustand: funktionsfähig, optisch fast wie neu, Anleitung und Styropor-Innenteil der OVP vorhanden

Externe Links

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