Privileg 52

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Privileg 52

Der Privileg 52 (Best.-Nr. 257.371 5) ist ein 12-stelliger druckender Taschenrechner mit Digitron-Display. Mein Exemplar ist von 1990.

Dieses Modell gehört nicht nur zu den größten, sondern auch zu den jüngsten mir vorliegenden Privileg-Rechnern – es ist der jüngste Rechner, dessen Baujahr ich eindeutig bestimmen konnte, was bei meinem Exemplar wegen eines Datumsstempels im Gehäuseboden nicht schwer war.

Der Privileg 52 ist ein gut ausgestatteter Standard-Tischrechner, und neben den üblichen Funktionen findet man Postenzähler mit Durchschnittsberechnung, Grand-Total-Speicher, Registertausch sowie eine Korrekturtaste für einzelne Ziffern.

Der Postenzähler zählt entweder unabhängig vom Vorzeichen (Schalterstellung n+) oder nur die positiven Summanden (Schalterstellung n+/-). In letzterem Fall werden negative Summanden als Korrekturen betrachtet und vom Zählerstand abgezogen. Die [ITEM]-Taste liefert beim ersten Drücken den Stand des Postenzählers, beim erneuten Drücken den Durchschnitt.

Anders als der kleinere Privileg 32, mit er trotz der ähnlichen Modellbezeichnung weder optisch noch technisch verwandt ist, hat der Privileg 52 keine Wurzeltaste. Ungewöhnlich sind zwei separate Tasten für Papiervorschub [FEED] und Papiereinlegen [LOAD]. Der Unterschied besteht darin, dass die [LOAD]-Taste 15 Zeilenvorschübe macht, auch wenn man sie schnell wieder loslässt.

Aus heutiger Sicht wirkt die Anzeige für einen Rechner dieser Größe relativ klein.

Innenleben

Der Gehäuseboden ist mit fünf Schrauben befestigt, von denen die mittlere im Verkaufszustand von einem Garantieaufkleber verdeckt war. Alle technischen Komponenten sind mit der oberen Gehäusehälfte verbunden, wobei der Drucker eigentlich gar nicht befestigt ist, denn er wird nur von den beide Gehäuseteilen in Position gehalten. Alle Komponenten einschließlich des Druckwerks hängen an nicht aussteckbaren Kabeln untrennbar zusammen.

Die Hauptplatine ist zugleich die Tastaturplatine, und um sie zu entfernen, muss man zahlreiche kleine Schrauben lösen und zerlegt damit auch die Tastatur. Die Tasten sind fest mit dem Gehäuse verbunden, so dass sie einem zumindest nicht gleich entgegenkommen. Lediglich die Schiebeschalter erfordern etwas Aufmerksamkeit, allerdings verhindert eine Kunststofffolie, dass sich die Einzelteile der Schalter schon beim Abnehmen der Platine verabschieden.

Eine kleine, in einer Aussparung der Hauptplatine sitzende Platine beherbergt den Ein-/Aus-Schalter, der auch zum Zuschalten des Druckwerks dient. Der Grund für die separate Platine ist unklar, denn ein echter Netzschalter ist dieser Schalter nicht: Der Trafo steht auch bei ausgeschaltetem Rechner unter Netzspannung, die deshalb nicht bis an den Schalter geführt werden muss.

Die Hauptplatine ist von beiden Seiten bestückt. Das Haupt-IC sowie vier kleine Kondensatoren befinden sich auf der Unterseite der Platine, der Rest einschließlich der Displayeinheit auf der Oberseite. Das IC hat keinen erkennbaren Aufdruck; evtl. ist dieser bei meinem Exemplar auch unter dem Prüfaufkleber verborgen. Unter der Displayeinheit sitzen zwei weitere ICs (Sharp IR2422), die der Ansteuerung des Druckwerks dienen. Dieses ist ein Alps MFS 3105A, ein Modell, das ich bisher in keinem anderen Rechner gefunden habe.

Die beiden Platinen tragen die Aufschrift „Sheng Kung“, aber dabei handelt es sich wohl nicht um den Hersteller des Rechners als Ganzes (siehe Verwandtschaft).

Verwandtschaft

Mir ist kein anderes Privileg-Modell mit Familienähnlichkeit zum 52 bekannt, allerdings gibt es eher unerwartete Verwandte aus dem Hause Texas Instruments, den TI-5155 und den TI-5317. Ersterer hat nur zehn Stellen, aber bis auf die Farbe der Tasten und Schiebeschalter und einigen kleinen Abweichungen in der Tastaturbelegung (z.B. sind die Tasten [GPM] und [GT] vertauscht) ist er äußerlich identisch mit dem Privileg 52. Der TI-5317 ist wie der Privileg 52 zwölfstellig, hat aber ein dunkelgraues Gehäuse.

Laut datamath.org wurde der TI-5155 von Compal gebaut, einem taiwanesischen Auftragshersteller. Dies sollte dann auch auf den Privileg 52 zutreffen.

Galerie

Eigenes Exemplar

  • Inv.-Nr. 2472, Seriennummer 00207503, Baujahr 1990, Zustand: funktionsfähig

Externe Links

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