Sharp EL-1057

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Sharp EL-1057

Der Sharp EL-1057 ist ein etwas seltsamer druckender Tischrechner ohne Display. Mein Exemplar stammt von 1977 und ist der älteste mir bekannte druckende Tischrechner von Sharp, dessen Typenbezeichnung mit EL beginnt.

Die EL-Rechner sind verglichen mit den CS-Rechnern („Compet“) bekanntlich die etwas preiswerteren Modelle. Tatsächlich hat der EL-1057 außer den vier Grundrechenarten, einer Prozentfunktion und einem Schiebeschalter für die Anzahl der Nachkommastellen nicht viel zu bieten. Auch ein Speicher ist nicht vorhanden. Die Tastatur (siehe unten) lässt das Wort „preiswert“ allerdings zu gut erscheinen; „billig“ passt besser.

Der Schiebeschalter ist, was relativ ungewöhnlich ist, rechts neben der Tastatur an der Gehäuseseite angebracht. Der Schalter vereinigt die Kommapositionen A (Addiermaschinenmodus), 0, 2 und 3 mit der Stellung K für konstante Multiplikatoren und Divisoren. Letztere Stellung ist zugleich die Fließkommastellung.

Der Nachfolger des EL-1057 ist der EL-1057S, der sich bei gleichen Gehäuse im Wesentlichen durch sein neueres, aber keineswegs billigeres Druckwerk unterscheidet, das von außen an einem Handrädchen für den Papiervorschub erkennbar ist.

Innenleben

Der Rechner wird von zwei Schrauben an der Rückseite, zwei seitlichen Schnappverschlüssen und zwei Nasen an der Vorderkante zusammengehalten. Die Oberschale kann komplett entfernt werden.

Das Rechnerinnere wird vom Druckwerk beherrscht, einem Epson Model 315 mit zweifarbigem Farbband, der überhaupt nicht zu diesem Billigrechner passen will. Der EL-1057 ist praktisch um dieses Druckwerk herumgebaut. Viel kleiner könnte ein Gerät mit diesem Drucker nicht mehr sein, und das das erklärt auch die ungewöhnlichen Proportionen des Rechners. Das Druckwerk ist über einen Stecker direkt mit der Platine verbunden und nicht wie üblich über ein Kabel – dafür war offensichtlich kein Platz mehr.

Rechts neben dem Drucker hat der Trafo gerade noch Platz. Ungewöhnlich ist eine kleine Zusatzplatine, die nichts anderes enthält als eine gelötete Verbindung zwischen Netzkabel und Transformator. Der Ein-/Ausschalter schaltet die Niederspannung, der Trafo steht also immer unter Strom.

Unterhalb der Tastatur liegt die Hauptplatine, die von zwei Sharp-ICs, einem großen Elko sowie weiteren Komponenten gut ausgefüllt wird. Der LI2029 ist die CPU, der IR2402 der Treiberbaustein für das Druckwerk. Vorne an der Platine ist das Folienkabel zur Tastatur angeklemmt (also nicht gelötet, aber auch nicht gesteckt).

Wegen der seitlichen Anordnung konnten der bereits erwähnte Schiebeschalter sowie der gegenüberliegende Ein-/Ausschalter direkt auf der Platine angeordnet werden, was wahrscheinlich die kostengünstigste Lösung war.

Tastatur

Die Tastatur liegt auf seitlichen Stützen auf der Gehäuseunterschale auf und ist nicht an der Oberschale befestigt. Die Beschriftung befindet sich auf dem Rechnergehäuse und nicht auf den Tastenkappen.

Ungewöhnlich ist die Anordnung der [-=]-Taste links vom Ziffernblock, während sie bei fast allen anderen Tischrechnern von Sharp oberhalb der [+=]-Taste angeordnet ist. Es gibt aber einige weitere Modelle mit einer ähnlichen Tastatur, z.B. den bereits erwähnten EL-1057S, den EL-1058, den EL-1071, den EL-1113 und den EL-1166. Auch der Sanyo ICC-1416P sowie einige andere frühe Sanyo-Rechner haben die Minustaste links der Ziffern.

Der mechanische Aufbau der Tastatur des EL-1057 und seiner Verwandten ist sehr einfach und entspricht dem der preiswerten Taschenrechnermodelle EL-104, EL-206 u.a.: Bis auf die andersfarbige Minustaste und auch die Plustaste besteht das gesamte Tastenfeld aus einem einzigen Plastikteil! Diese Konstruktion bewirkt allerdings ein sehr schlechtes Tippgefühl, was bei den Taschenrechnern gerade noch geht, beim EL-1057 aber wegen des fehlenden Displays umso schwerer wiegt. Eine Fehleingabe ist bei diesem Rechner ja erst erkennbar, wenn sie bereits auf dem Papier steht! Diese Tastatur ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass Sharp mit dem EL-1057 preislich an die untere Grenze des Machbaren gehen wollte, aber wie man mit dem Gerät sinnvoll arbeiten konnte, ist mir ein Rätsel.

Galerie

Eigenes Exemplar

  • Inv.Nr. 3641, Seriennummer 75223520, Baujahr 1977, Zustand: funktionsfähig
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