Sharp PC-2600

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Sharp PC-2600
Tastatur und Display aus der Nähe

Der Sharp PC-2600 ist eine programmierbare Rechenmaschine, die schon Merkmale eines "richtigen" Computers aufweist. Ich habe das Gerät deshalb sowohl als Tischrechner als auch als Computer kategorisiert.

Der PC-2600 ist 1973 oder 1974 erschienen. Die Programme können auf Magnetkarten gespeichert und später wieder eingelesen werden. Die Ergebnisse können über ein 16-stelliges Display oder einen integrierten Metallpapierdrucker ausgegeben werden. Dieses Druckwerk ist mit dem des CS-2151 baugleich, soweit ich es aus den mir vorliegenden Bildern schließen kann; es wird unter Sharp Metallpapierdrucker genauer beschrieben.

Die Programmierung entspricht im Stil eines programmierbaren Taschenrechners oder auch Assembler. Schleifen, Bedingungen, Speicherzugriffe und Unterprogramme sind möglich. Für Haupt- und Unterprogramme stehen jeweils 1024 Programmschritte zur Verfügung und jeweils 48 Speicher. Es können bis zu 98 Teilprogramme angelegt werden.

Auch die Buchstaben und Sonderzeichen können zumindest auf dem Drucker dargestellt werden; die zweistelligen Codes für die verschiedenen Zeichen sind in der linken der beiden auf dem unteren Bild erkennbaren Tabelle aufgelistet. Da die Tastatur keine Buchstaben enthält, war die Eingabe von Texten wahrscheinlich etwas mühsam.

Aber auch ohne Buchstaben hat die Tastatur des PC-2600 mehr Tasten als ein gewöhnlicher Tischrechner. Die von Sharp gewohnten Farben, z.B. für die Speichertasten, findet man auch hier, aber der Stil der Tasten ist anders als beiden gewöhnlichen Rechenmaschinen und erinnert etwas an den ein paar Jahre später erschienenen MZ-80K, dem ersten "richtigen" Mikrocomputer von Sharp. Nicht wenige Tasten sind doppelt belegt, z.B. mit trigonometrischen Funktionen. Der PC-2600 erfüllt also auch Ansprüche an einen wissenschaftlichen Rechner.

Als Zubehör gibt es einen Markierungskartenleser ("Mark Card Reader"), der über ein Kabel mit dem Rechner verbunden wird. Die Markierungskarten sind aus Karton und etwa so groß wie Lochkarten, aber sie werden nicht gelocht, sondern die vorgegebenen Felder werden mit einem weichen Bleistift markiert.

Ähnliche Rechner

Ein eng mit dem PC-2600 verwandter Rechner ist der PC-3600, der dem PC-2600 zumindest äußerlich gleicht. Möglicherweise besteht der einzige Unterschied in einer Ausstattung mit mehr Speicher, was zu dieser Zeit, als jedes Byte noch richtig Geld gekostet hat, durchaus eine andere Typenbezeichnung gerechtfertigt hätte.

Der PC-4600 ist dagegen keine weitere Variante dieses Rechners; er ist ein PC-kompatibler Laptop aus den späten 1980er Jahren! Hierin zeigt sich, dass Sharp das Kürzel "PC" für sehr unterschiedliche Produktlinien verwendet hat, wobei das P entweder für "programmable", "pocket" oder "portable" stehen kann und das C für "calculator" oder "computer".

Die Vorgänger des PC-2600/3600 sind die Modelle CS-363P, CS-364P I, CS-364P III (vermutlich gab es auch einen CS-364P II) sowie CS-365P. Alle diese Rechner unterscheiden sich äußerlich nicht nennenswert, und der wesentliche Unterschied ist wohl die Größe des Speichers (laut Büromaschinenlexikon 144 Schritte beim CS-363P und 576 beim CS-365P). Diese Rechner haben einen ähnlichen äußeren Aufbau wie der PC-2600/3600, aber ein aufgesetzt wirkendes Druckwerk und eine Anzeige aus Nixie-Röhren (siehe Weblinks). Soweit man es den Einträgen im Büromaschinenlexikon und auch aus den Bildern entnehmen kann, haben diese Rechner keine eingebauten wissenschaftlichen Funktionen.

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