Triumph-Adler 81

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Triumph 81

Der Triumph-Adler 81 (EC11) ist ein achtstelliger Taschenrechner mit LED-Anzeige. Eingeführt wurde er im Jahr 1972; mein Exemplar ist von 1974, dem vermutlich letzten Baujahr. Im Büromaschinenlexikon wird das Modell als „Adam Riese“ bezeichnet.

Der 81 war der erste Rechner von Triumph-Adler, der die Bezeichnung „Taschenrechner“ verdient; er ist sogar kleiner als seine direkten Nachfolger und nur 118 mm hoch, 69 mm breit und 24 mm dick. 1974 lag der Preis des Rechners bei 389,- DM zzgl. Mwst.

Zum Funktionsumfang gehört neben den Grundrechenarten und einer Prozenttaste auch ein Speicher, was damals selbst bei größeren Rechnern keineswegs selbstverständlich war. Es gibt allerdings keine [+M]-Taste, sondern nur einen Automatikmodus. Aktiviert man diesen per Schiebeschalter, werden die Ergebnisse im Speicher aufsummiert. Eine Speicher-Belegungsanzeige gibt es nicht.

Entwickelt wurde der auf einem Rockwell-IC basierende Triumph-Adler 81 Rechner von Sumlock Anita in Großbritannien, was ihn zu etwas Einmaligem unter den Triumph-Adler-Rechnern macht. Weitgehend baugleich mit dem 81 ist der Anita 811, der erste Anita-Taschenrechner. Triumph-Adler und Sumlock Anita hatten schon vorher bei der Entwicklung des Anita Business Computer zusammengearbeitet, einer Buchungsmaschine, die aus der Kombination aus einer elektrischen Triumph-Adler-Schreibmaschine mit einer elektronischen Rechenmaschine und einem mit Elektronik gefüllten Schreibtisch besteht.

Der 81 ist der einzige von Sumlock Anita produzierte Triumph-Adler geblieben. Nach der Übernahme von Sumlock Anita durch Rockwell im Jahr 1973 haben sich die Geschäftsbeziehungen allmählich aufgelöst, und Triumph-Adler hat seine weiteren Taschenrechner in Japan produzieren lassen. Der unten verlinkte Artikel „The Rockwell Connection“ spricht von Omron, wo Triumph-Adler schon die anzeigenden Tischrechner produzieren ließ. Tatsächlich gibt es mindestens ein Omron-Modell, den 127M, der eindeutig den Triumph-Adler-Taschenrechnern entspricht. Dieser Rechner wurde auch als Citizen 12m verkauft, aber andere Rechner mit dem TA-Schieber-Design sind mir derzeit nicht bekannt.

Das Gehäuse dieser Rechner (Familie EC21 bis EC29) ist ähnlich aufgebaut ist wie das des 81, nämlich in einem verschiebbaren Aluminiumprofil. Der entscheidende optische Unterschied ist der Übergang von runden zu eckigen Tasten. Der direkte Nachfolger des 81 dürfte der 81C (EC23) sein.

Eine speicherlose Version des 81 hat es anscheinend nicht gegeben (wohl aber einen Anita 810). Der Triumph-Adler 80 ist ein völlig anderes, älteres und noch deutlich größeres Modell.

Varianten

Abgesehen davon, dass das Modell wie üblich wahlweise als Adler 81 oder Triumph 81 erhältlich war, existieren mindestens zwei Bedruckungsvarianten. Bei der älteren Version befindet sich der Schriftzug oberhalb des Displays, bei der jüngeren darunter, so dass er zusammen mit der Beschriftung der Schiebeschalter gedruckt werden konnte. Mein Exemplar gehört zur jüngeren Variante. Es hat zusätzlich einen „Triumph“-Schriftzug auf der oberen Stirnseite.

Aufbau

Der Rechner besteht aus einem Kunststoffgehäuse, das in ein Aluminiumprofil mit einem C-förmigen Querschnitt eingeschoben wird. Dieses Profil dient dabei auch als Deckel für das Batteriefach, das drei AA-Batterien enthält. Das Typenschild befindet sich gut geschützt auf der Innenseite dieses Deckels, während die Seriennummer seitlich in das Kunststoffgehäuse eingeprägt ist.

Entfernt man das Aluminiumprofil vollständig, wird der Blick auf die Rückseite einer der Platinen frei. Will man den Rechner weiter zerlegen, muss man zuerst zwei seitliche Schräubchen öffnen, wodurch sie die Rückwand des Batteriefachs löst. Anschließend können die Seitenwände, die über die Displayblende verbunden sind, abgenommen werden.

Der Rechner enthält drei Platinen, die sich wie ein Buch aufschlagen lassen, wobei die Hauptplatine die mittlere ist. Auf der neben Haupt- und Tastaturplatine dritten Platine sitzt unter anderem eine Spule, deren Zweck mir unklar ist. Es könnte ein kleiner Trafo sein, aber ein Rechner mit LED-Anzeige braucht eigentlich keine Hochspannung (anders als ein Rechner mit VF-Display). Vielleicht ist die Batteriespannung von 4,5 V für die damalige Elektronik zu niedrig. Der Aufdruck „Convertor“ lässt jedenfalls auf irgendeine Form der Spannungswandlung schließen.

Das IC ist ein Rockwell A1030PE mit den für Rockwell-ICs typischen versetzten Beinchen, die trotz der 42 Pins eine recht kompakte Bauweise ermöglichen. Die Displayeinheit ruht auf einer Hilfsplatine und wird über eine Reihe Transistoren angesteuert. Unterhalb des Displays sind weitere Transistoren und Widerstände versteckt.

Die Tastaturplatine trägt unter anderem die Aufschrift „81“ und „T/A“. Obwohl der Triumph-Adler 81 weitgehend baugleich mit dem Anita 811 ist, gibt es nämlich einen kleinen Unterschied, der sich auf das Layout der Tastaturplatine auswirkt: Die Positionen der [M out] und [%]-Tasten sind vertauscht! Auf der unten verlinkten Seite hat der geöffnete Anita 811 eine blaue Tastaturplatine, während sie in meinem TA 81 wie die beiden anderen Platinen rot ist. Ob dieser Unterschied alle Rechner betrifft, vielleicht um Verwechslungen in der gemeinsamen Produktion zu vermeiden, ist mir nicht bekannt.

Galerie

Eigenes Exemplar

  • Inv.-Nr. 4035, "Triumph", Seriennummer 241138, Baujahr 1974, Zustand: funktionsfähig.

Externe Links

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