Olympia AM 209

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Olympia AM 209

Die Olympia AM 209 (5182.060) ist eine elektromechanische Addiermaschine mit Druckwerk. Die Kapazität beträgt 8 Stellen bei der Eingabe und 9 für das Ergebnis.

Die AM war anscheinend der letzte Versuch von Olympia, mit einer mechanischen Rechenmaschine neben den im Laufe der 1970er Jahr immer preiswerter werdenden elektronischen Maschinen zu bestehen. Im Büromaschinenlexikon taucht die AM erstmals in der Ausgabe 1972 auf und hat die handbetriebene AH 11 vom "billigsten" Platz verdrängt. Letztere war 1970/71 für 380 DM angeboten, die AM 1972 für 399 DM. Die nächstteure AE 8 war für 459 DM angeboten, und das bei einer um eine Stelle geringeren Kapazität. Für die elektronische CP 600 musste man 1972 noch 3.445 DM hinblättern!

Letztmals taucht die AM im BML 1976 auf; ein Preis ist dort leider nicht angegeben, auch nicht für vergleichbare elektronische Rechner.

Um auf dem Markt überhaupt eine Chance neben den elektronischen Maschinen zu haben, musste die AM vor allem eines sein: billig. Das erkennt man im Inneren an einigen deutlichen Änderungen gegenüber den Maschinen vom Typ AE: Nicht unwesentliche Teile des Rechenwerks bzw. der Druckmechanik bestehen aus Kunststoffteilen, und die bei früheren Maschinen relativ aufwendige Tastaturmechanik wurde durch Bowdenzüge ersetzt.

Ich habe drei AM in meiner Sammlung. Die erste habe ich in einem bedauernswerten Zustand erhalten. Einige Metallteile waren angerostet, und die Mechanik befand sich in einem verklemmen Zustand. Da außerdem der Treibriemen zwischen Antriebsmotor und Rechenwerk kaputt war, habe ich Maschine nach dem Zerlegen und groben Reinigen in den Keller gestellt und mehr oder weniger vergessen.

2013 habe ich eine zweite AM erstanden, die laut Anbieter "funktionsfähig" war. Tatsächlich war sie in einem wesentlich besseren Zustand, und auch der Motor lief, was den Anbieter wohl zu seiner Aussage verleitet hat, allerdings war auch hier der Treibriemen kaputt. Dies ist übrigens keine spezielle Schwäche der "billigen" AM, sondern auch andere Olympia-Maschinen sind von diesem Problem betroffen. Praktisch löst sich der Gummianteil des Zahnriemens dabei vollkommen auf, und zurück bleiben nur einige Fäden, die wohl als Verstärkung in die Riemen eingearbeitet waren. Eine Quelle für geeignete Ersatzriemen habe ich bisher nicht gefunden; ich habe allerdings auch noch nicht intensiv danach gesucht.

Wie auch immer, bei der zweiten Maschine lässt sich die Mechanik von Hand durchdrehen und reagiert auch so auf Tastatureingaben wie man es erwartet. Mit einem neuen Riemen wäre die Maschine also funktionsfähig. 2016 ist noch eine dritte, optisch relativ schöne AM hinzugekommen, aber ich habe sie bisher noch nicht zerlegt oder getestet – letzteres werde ich erst machen, wenn ich den Zustand des Treibriemens überprüft habe.

Die beiden ersten Maschinen unterscheiden sich in einigen Details, und ich habe den Verdacht, dass die schönere der beiden die ältere ist. Bei ihr ist der Rahmen der Mechanik blau lackiert, und die Stellenanzeige ist wie auch bei den älteren Maschinen ein einfacher Zeiger (der leider abgebrochen ist). Bei der anderen Maschine ist der Rahmen unlackiert, und als Stellenzeiger ist eine große Plastikplatte angebracht, die zur Hälfte orange gefärbt ist. Letzteres ist besser ablesbar und wirkt auch moderner. Die fehlende Lackierung könnte eine Folge eines größer gewordenen Kostendrucks sein. Aber das sind nur Vermutungen; Hinweise auf die tatsächlichen Baujahre konnte ich an keiner der beiden Maschinen finden.

Es noch einen weiteren Unterschied zwischen meinen Exemplaren: Bei der von mir als jünger eingeschätzten Maschine sowie bei der neu hinzugekommenen ist die Typnummer nur unvollständig in den Rahmen eingeprägt: "51.... - 96664" bzw. "51.... - 11283" (die Zahl am Ende halte ich für die Seriennummer). Bei der anderen Maschine steht dagegen "5182-060-3461", wobei ich "3461" als Seriennummer betrachte. Die 5182 deutet auf eine Verwandtschaft zur 1182.020, 1182.030 und 1182.050 hin. Die Gemeinsamkeiten beschränken sich jedoch auf die Kapazität und auf nur eine vorhandene Nullentaste; beides fließt nämlich in das System der Typenbezeichnungen ein. 060 steht dabei für "unter Null rechnend" und elektrisch.

Galerie


Eigene Exemplare

  • Inv.Nr. 5042, Seriennummer 96664, Zustand: Mechanik verklemmt, Zahnriemen fehlt
  • Inv.Nr. 5082, Seriennummer 3461, Zustand: Mechanik scheint in Ordnung zu sein, Motor läuft, aber Zahnriemen fehlt, Stellenzeiger abgebrochen
  • Inv.Nr. 4823, Seriennummer 11283, Zustand: noch nicht getestet, optisch in Ordnung

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