Triumph-Adler Sir

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Triumph-Adler Sir (Version 80-J)

Der Triumph-Adler Sir (EC20-S) ist ein 1975 erschienener und für seine Zeit sehr kompakter achtstelliger Taschenrechner mit Digitron-Display. Es gibt auch eine neuere, noch etwas kleinere und mit Speicher ausgestattete Version des Sir, die einen eigenen Artikel hat.

Erkennbar ist die ältere Version des Sir daran, dass sie keine Speichertaste hat und stattdessen getrennte [CI]- und [C]-Tasten. Der Funktionsumfang beschränkt sich auf die vier Grundrechenarten und eine Prozentautomatik.

Das schwarz-weiße Design des Sir wirkt mit der metallischen Displayblende sehr edel. Doch das Besondere an dem Rechner ist seine geringe Größe: 65 mm Breite, 95 mm Tiefe und 22 mm Höhe (einschließlich Tasten). Das entspricht ziemlich genau den Abmessungen des Omron 821 „mini“, der allerdings einen anderen inneren Aubau hat.

Wie der Name des Sir schon andeutet, gibt es auch eine Lady, die sich in Gehäuseform- und Farbe deutlich unterscheidet, aber etwa die gleiche Größe hat. Gender-Marketing der 1970er Jahre! Während das Etui der Lady eine weiches rotes Täschchen ist, gibt es für den Sir ein schwarzes Lederetui, das denen der größeren Taschenrechnermodelle entspricht.

Einer meiner Sir befindet sich in einer größeren braunen Ledermappe, die auch einen Notizblock enthält, der ziemlich genau so groß ist wie der Rechner. Eine zweite Mappe dieser Art habe ich zu einem meiner Sir der neueren Version erhalten. In einem Fall ist die Mappe mit einer Werbeprägung versehen, im anderen mit den goldenen Initialen des Besitzers. Ob diese Mappen direkt von Triumph-Adler erhältlich waren oder nur von einem Drittanbieter, ist mir nicht bekannt.

Betrieben wird der Sir mit drei AAA-Batterien; ein Netzteilanschluß ist nicht vorhanden, was bei Taschenrechnern mit Digitron-Display relativ selten ist, aber hier natürlich Platzgründe hat. Der Rechner läuft problemlos auch mit 1,2-V-Akkus.

Innenleben

Der Sir ist (anders als die Lady) relativ leicht zu öffnen. Nach dem Lösen einer einzelnen Schraube auf der Unterseite wird das Gehäuse noch von einigen Kunststoffnasen gehalten, die sich aber ohne größere Probleme überwinden lassen. Hat man das geschafft, kann man den oberen Gehäuseteil mit der Displayblende abnehmen. Die Platine liegt spielfrei aber unbefestigt im Gehäuseboden und kann leicht herausgenommen werden. Eine interessante Lösung verhindert, dass zu den Batteriekontakten führende Kabel beim Zerlegen stören: Für die Verbindung sorgen zwei federnde Metalldrähte, die auf großen Kontaktflächen auf der Platinenrückseite aufliegen.

Die Platine und das Tastaturmodul sind über ein steifes Flachbandkabel verbunden. Will man einen Blick auf das IC erhaschen, muss man dieses Kabel verbiegen, was man vermutlich lieber nicht zu oft machen sollte.

Das IC in meinen beiden Exemplaren ist ein Sharp LI2006, und die Platine ist mit 80-J beschriftet. Es gibt auch die äußerlich identische Version 80-Fa, die auf einem NEC µPD941C basiert. Diese Platine findet man auch in einer der Lady-Versionen.

Die Digitron-Anzeigeeinheit der Version 80-J hat eine flachen Bauart, anders als in den anderen mir bekannten Versionen von Sir und Lady. Das Bauteil ist zwar etwas dünner, aber mit 57 mm deutlich breiter als die ca. 50 mm messende zylindrische Displayröhre der anderen Versionen. Allerdings sind dafür auch die Ziffern größer, was im direkten Vergleich deutlich wird (siehe Bild sowie Weblink zur 80-Fa-Version).

Das Tastaturmodul lässt sich nicht zerlegen, denn die Platine ist mit dem Oberteil vernietet. Auch die an beiden Enden mit der Platine verlöteten Kontaktbleche für das Batteriefach würden ein einfaches Zerlegen verhindern. Weil sich auch der Ein-/Ausschalter in diesem Modul befindet, lässt sich der defekte Schalter in einem meiner Exemplare nicht reparieren.

Verwandte Rechner

Die Lady wurde bereits erwähnt, wobei sich die Rechner nicht nur in der äußeren Form und Farbe unterscheiden, sondern z.T. auch im Inneren. Soweit es aus dem mir vorliegenden Rechner- und Informationsmaterial hervorgeht, gibt es nur die Version 80-Fa sowohl als Sir als auch als Lady, aber natürlich kann ich weitere Versionen, dir mir nicht vorliegen und auch auf anderen Webseiten nicht behandelt werden, nicht ausschließen.

Enge Verwandter des Sir sind der Royal 80K und der Imperial Companion, die sich bei gleicher Farbgebung wohl nur in der Beschriftung unterscheiden. Auch die hellblaue Royal Countess entspricht von der Form her dem Sir und nicht etwa der Lady.

Der Sir SR ist ein wissenschaftlicher Rechner, dessen Gehäuse dem des Sir entspricht, wobei die Tastatur aber leicht abweichende Dimensionen hat, die denen des neueren Sir-Modells entsprechen. Dieses Modell entspricht wiederum dem Royal 81SR bzw. Imperial 81SR.

Die Frage, wer diese Rechner gebaut hat, ist nicht ganz leicht zu beantworten. Vergleicht man Sir und Lady jedoch mit den anderen Triumph-Adler-Taschenrechnern dieser Zeit (siehe Triumph-Adler EC21 bis EC29), wird man viele äußere und innere Gemeinsamkeiten feststellen. Noch ähnlicher sind sich die entsprechenden Royal- und Imperial-Modelle, weil sie nicht die ungewöhnlichen Schieber-Gehäuse der größeren TA-Rechner haben. Es ist also ziemlich offensichtlich, dass alle diese Rechner vom gleichen Hersteller stammen.

Einen absoluten Beweis habe ich noch nicht gefunden, aber sehr wahrscheinlich ist dieser Hersteller Omron. Dies ist nicht so offensichtlich wie bei anderen OEM-Ausführungen (z.B. Triumph-Adler 60, Braun ET 11 und ET 23), denn es gibt wenige Gemeinsamkeiten zu den meisten anderen Omron-Taschenrechnern, und auch der bereits erwähnte Omron 821 scheint nicht enger mit dem Sir verwandt zu sein, obwohl man ihn als Vorstufe betrachten könnte. Es gibt jedoch mindestens ein Omron-Modell, den 127M, der bis auf einige Detailabweichungen im Funktionsumfang dem TA 121 C entspricht. Abgesehen davon spricht aber auch die Geschichte für Omron (siehe externe Links).

Galerie

Eigene Exemplare

  • Inv.-Nr. 4066, Seriennummer 68.941.753.12A, „Adler“, Version 80-J, Baujahr 1975, Zustand: funktionsfähig, mit Mappe
  • Inv.-Nr. 4033, Seriennummer 68.936.889.06A, „Triumph“, Version 80-J, Baujahr 1975, Zustand: defekt (vermutlich Korrosionsschaden am Ein-/Ausschalter), mit Handbuch

Externe Links

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