Privileg 1202 PM

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Privileg 1202 PM

Der Privileg 1202 PM ist ein 12-stelliger druckender Tischrechner ohne Anzeige. Mein Exemplar ist von 1977.

Abgesehen von der fehlenden Anzeige ist der Rechner gut ausgestattet, denn er hat Tasten für Wurzelziehen, Registertausch und Vorzeichenwechsel und einen Speicher, der über sechs Tasten bedient wird. Auch ein Postenzähler ist vorhanden, und neben dem Fließkommamodus gibt es acht Festkommapositionen (0 bis 7) und gleich zwei Addiermaschinenmodi, einen zweistelligen ("$") und einen dreistelligen ("000").

Schön gelöst ist die Statusanzeige, die nicht wie üblich über zwei oder drei einfache Lämpchen erfolgt, sondern über leuchtende Buchstaben bzw. eine entsprechende Blende, die vor den Glühbirnen sitzt. Leider ist eines der drei Lämpchen, die Power-Anzeige, bei meinem Exemplar defekt.

Innenleben

Das Druckwerk ist, wie in vielen Rechnern dieser Zeit, ein Epson Model 310. Die CPU ist ein Rockwell A4201CC – dieses IC findet man auch im Privileg 1201 PM sowie in den funktional wesentlich schlechter ausgestatteten Rockwell-Modellen 212P und 222P.

Aus dem Datumscode der CPU meines Exemplars ergibt sich eigentlich das Baujahr 1976. Am Gehäuse findet sich aber an zwei Stellen eine Prägung "new 1977", aus der hervorgeht, dass der Rechner in dieser Form erst ab 1977 gebaut wurde.

Verwandtschaft

Der Privileg 1212 PMD sitzt im gleichen Gehäuse, hat jedoch eine Anzeige. Trotzdem ist die erwähnte dreifarbige Statusanzeige vorhanden, allerdings ohne die Buchstabenform. Eine Wurzeltaste sucht man vergeblich, aber abgesehen davon sind beide Tastaturen und damit der Funktionsumfang weitgehend identisch.

Der 1202 PM und der 1212 PMD sind mit dem bereits erwähnten Olympia CPD 575 verwandt und stammen offensichtlich vom gleichen Hersteller. Mehr durch Zufall habe ich herausgefunden, dass der Unitrex 10 PPM dem Privileg 1202 PM ausgesprochen ähnlich sieht, so dass Unitrex als Hersteller dieser Rechner feststeht.

CPD 575 und 1212 PMD haben sogar die gleiche Hauptplatine. Neben dem bereits erwähnten Kommaschalter ist auch der Rollenhalter auf die gleiche Weise an einem Metallblech befestigt, und die Kappen der Schiebeschalter haben die gleiche Form. Die Druckerabdeckung und auch die Gehäuse insgesamt haben eine ähnliche Form, sind aber nicht gleich. Alle drei Rechner haben zwei Tastaturstecker an der Platinenvorderseite, die Platinen sehen sich sehr ähnlich, und die Rechner basieren auf Rockwell-ICs.

Auch die Trafoeinheiten ähneln sich, sind aber nicht baugleich. Wie im CPD 575 gibt es auch in den Privileg-Rehnern Platinen für drei Sicherungshalterungen, die zugleich zum Einstellen der Netzspannung dienen, aber sie sind nicht bestückt, und der Trafo hat auch nur einen Anschluss – die Rechner waren ja vermutlich auch nur in Deutschland erhältlich.

Galerie

Eigenes Exemplar

  • Inv.Nr. 2462, Seriennummer 70226858, Baujahr 1977, Zustand: funktionsfähig, optisch ziemlich "gebraucht", Rollenhalter fehlt

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